Zum Jubiläum gibt es auch eine Festschrift, die am Samstag verteilt wird: Monika Schulz und Heinrich Hofmann (r.) stellten sie zusammen, Felix Kempf sorgte fürs Layout. „Felix ist derjenige, der alles in die Neuzeit transferiert hat“, sagt Heinrich Hofmann.
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Zum Jubiläum gibt es auch eine Festschrift, die am Samstag verteilt wird: Monika Schulz und Heinrich Hofmann (r.) stellten sie zusammen, Felix Kempf sorgte fürs Layout. „Felix ist derjenige, der alles in die Neuzeit transferiert hat“, sagt Heinrich Hofmann.

SPD-Ortsverein feiert 115-jähriges Bestehen

Jahrzehntelang Planeggs prägende Kraft

  • Nicole Kalenda
    VonNicole Kalenda
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Die Kommunalwahl 2020 war ein Schlag in die Magengrube: Die SPD Planegg verlor fünf ihrer neun Gemeinderatssitze. Das schmerzt noch immer. Doch unterkriegen lassen sich die Genossen nicht. Diesen Samstag feiern sie das 115-jährige Bestehen ihres Ortsvereins. In dem Wissen, Planegg maßgeblich geprägt zu haben.

Planegg – Zwischen 1966 und 2020 stellten die Sozialdemokraten 39 Jahre lang den Planegger Bürgermeister. Seit Mai 2020 steht Hermann Nafziger an der Spitze der Gemeinde, dessen CSU mit sechs Gemeinderäten nun die größte Fraktion bildet. Manche Dinge laufen jetzt anders. Zum Beispiel bei der Neuordnung des Bahnhofareals.

Auf SPD-Initiative fasste der Gemeinderat einst den Grundsatzbeschluss, dass auf der Nordseite überwiegend Wohnungen in kommunaler Hand gebaut werden sollen. Im August hat die Gemeinde dem Freistaat von den gemeindeeigenen Grundstücken zwischen Bahnhofsplatz und Germeringer Straße 3000 Quadratmeter für den Bau einer neuen Polizeiinspektion angeboten. Von den angedachten 50 bis 60 Wohnungen ließe sich dann nur noch ein Teil realisieren. „Gerade bei der Polizei merkt man, dass sich die Mehrheitsverhältnisse verschoben haben“, so Felix Kempf. Der 32-Jährige ist seit 2014 Gemeinderat und seit 2017 Vorsitzender des SPD-Ortsvereins. Er sagt weiter: „Der Vorschlag mit der Polizei wirft Fragen auf.“

Günstigen Wohnraum schaffen

Günstigen Wohnraum zu schaffen, hatte Priorität in den vergangenen Jahren: 18 Seniorenwohnungen in der Josef-Beyerl-Straße, sechs Wohnungen in der Hofmarkstraße und die 16, die gerade in der Münchner Straße im Bau sind, wurden unter Nafzigers Vorgänger, SPD-Bürgermeister Heinrich Hofmann, auf den Weg gebracht. „Ich bin stolz darauf, dass vieles, was an Planegg gut ist, die SPD geschaffen hat“, sagt Kempf. Neben den gemeindeeigenen Wohnungen nennt er die Kinderbetreuung und, „dass wir eine ganz vernünftige Gewerbepolitik betrieben haben“. Den Ansatz, etwa wie Gräfelfing 2010 den Hebesatz zu senken und damit Unternehmen aus anderen Kommunen anzulocken, nennt er „problematisch“. Kempf: „Es war nie Programmatik der Planegger SPD, Gewerbesteueroase zu werden.“

Auch wenn die SPD bei den neuen Mehrheitsverhältnissen nicht mehr so viel Gestaltungsmöglichkeiten hat, wollen Kempf und Co. alles daran setzen, „dass die Kommune weiterhin stark ist“ und in Feldern wie Wohnungsbau, Kinderbetreuung und der Energiewende engagiert bleibt.

Bundestagskandidat Korbinian Rüger kommt

Das öffentliche Leben möchte man weiter mit gestalten, mit Neujahrsempfang, Christkindlmarktstand, Faschingswagen und Sommerfest. Die Feier zum 115-jährigen Bestehen gehört dazu. Die Genossen, die zurzeit 57 Mitglieder zählen, hatten beantragt, das neue, noch unter Hofmann erworbene große Marktplatzzelt nutzen zu dürfen, doch von der Gemeindeverwaltung kam eine Absage. Jetzt feiert man ein Stück weiter nördlich auf der Freifläche vor dem Café Cappuccino. Los geht’s um 14.30 Uhr. Zu Gast ist Korbinian Rüger, Bundestagskandidat der SPD im Landkreis München und stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereins. Gemeinsam mit dem Kabarettisten und Musiker Roland Hefter gestaltet er ein politisches und musikalisches Programm.

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