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Einen „repräsentativen Querschnitt“ nennt Planeggs FDP-Vorsitzender Hans-Christian Haugg (2.v.r.) die liberalen Kandidaten für die Kommunalwahl im März 2020. Einstimmig fiel das Votum für Philipp Pollems (vorne Mitte) als Bürgermeisterkandidat aus. Pollems ist genauso parteifrei wie Peter von Schall-Riaucour (4.v.r.), der sich 2014 um das Bürgermeisteramt bewarb.

FDP Planegg stellt Philipp Pollems als Bürgermeisterkandidaten auf

„Der richtige Mann zur richtigen Zeit“

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Er war Ministrant in der Wallfahrtskirche Maria Eich und Turn-Übungsleiter bei der DJK Würmtal. Jetzt schickt sich Philipp Pollems an, das Planegger Rathaus zu erobern. Der FDP-Ortsverband wählte den 53-jährigen Geschäftsführer am Dienstag einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten.

Planegg – 2008 bewarb sich Fritz Haugg für die Liberalen um das Bürgermeisteramt, 2014 war es der parteifreie Peter von Schall-Riaucour. Beide wären mögliche Kandidaten für die Wahl am 15. März 2020 gewesen, verzichteten aber. Bei Haugg waren gesundheitliche Gründe ausschlaggebend. Er fehlte auf der Aufstellungsversammlung in der Weinbar des La Terrazza und wird auch nicht in den Wahlkampf eingreifen können. Von Schall-Riaucour, der Anfang Oktober seine Mutter verlor, tritt aus persönlichen Gründen nicht an. „Der Tod meiner Mutter hat sehr viel Energie gekostet.“

Hans-Christian Haugg, der Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes, sprach von einer ungewohnten Situation. Denn trotz des Rückzugs seines Bruders und von Schall-Riaucours habe man mehrere Kandidaten zur Auswahl gehabt. Der FDP-Vorsitzende hält den 53-jährigen Philipp Pollems für den „richtigen Mann zur richtigen Zeit“. Pollems lebt seit 1971 in Planegg und ist hier fest verwurzelt. Seit über 25 Jahren ist er mit der Klavierlehrerin Petra Löhlein-Pollems verheiratet. Die eine Tochter arbeitet als Krankenschwester in der Gräfelfinger Wolfart-Klinik, die andere studiert in Linz.

Mit acht wurde Pollems Ministrant in Maria Eich

Mit acht wurde Pollems Ministrant in Maria Eich – und blieb es bis zum Abitur. Mit 16 trat er als Kinder- und Jugend-Turntrainer in die DJK Würmtal ein, später übernahm er für zehn Jahre die Abteilungsleitung. „Ich lebe gerne in Planegg. Zwischendurch treffe ich meine ehemaligen Turnkinder auf der Straße.“

Nach seinem Studium arbeitete Pollems als Unternehmensberater, wechselte dann aber in den Bankensektor, um nicht mehr so viel Zeit auf Reisen zu verbringen, und machte sich 2017 mit der in Gräfelfing ansässigen Firma Securenta Personaldienstleistungen selbstständig, die inzwischen 110 Mitarbeiter zählt. Seit 2012 hat er einen Lehrauftrag für Finanzen und Ethik an der EU Business School in München.

„Was mich umtreibt, ist die grundsätzliche Frage: Wie wollen wir eigentlich leben. Das müssen wir jetzt entscheiden“, sagte Pollems bei seiner Vorstellungsrede. „Wir werden in Planegg keine Weltpolitik machen, aber wir müssen uns gemeinsam mit dieser Frage beschäftigen.“ Pollems rief mit anderen Planeggern in den vergangenen Monaten die Initiative Kreuzwinkel ins Leben, die das inzwischen abgesagte Kiesabbauprojekt auf der Dickwiese im Westen Planeggs verhindern wollte. Bei der Gründung der Ortsgruppe Würmtal Nord des Bund Naturschutz im September übernahm er das Amt des Kassiers. Seine Familie und die Tiere, acht Bienenvölker, 15 Papageien, ein Hund und seit Kurzem auch das Pferd der Tochter, erdeten ihn in stressigen Zeiten. Pollems: „Mit Imkerhut lässt sich nicht telefonieren.“

„Zwillingsgemeinden Planegg und Martinsried“

Für Hans-Christian Haugg ist Pollems „eine überzeugende Antwort auf das Anforderungsprofil einer glaubwürdigen Verbindung von Ökonomie und Ökologie in unserer Gemeinde“. Pollems selbst sieht seinen Status als Parteifreier als Vorteil: „Die Sachebene zählt. Ich muss mich keinen Dogmen unterwerfen.“ Er spricht von den „Zwillingsgemeinden Planegg und Martinsried“.

Auf der Liste der Gemeinderatskandidaten nimmt er Platz vier hinter Fritz Haugg, Peter von Schall-Riaucour und Hans-Christian Haugg ein. „Das war eine Frage des Respekts“, so Pollems. Er habe denjenigen, die schon lange im Gemeinderat seien, den Vortritt gelassen. Ebenfalls für die FDP kandidiert Wolfgang Cebulla (Platz 6), der im Zuge der Diskussion um den neuen Flächennutzungsplan Unterschriften gegen zwei inzwischen nicht mehr enthaltene neue Wohngebiete sammelte. Auch die Präsidenten zweier Sportvereine stehen auf der Liste: Bernd Läßiger vom SV Planegg-Krailling (8) und Klaus Wüst (11) vom ESC Planegg. Dazu eine ehemalige Grüne: Sabine Haugg (9), die Frau Hans-Christian Hauggs, war nach der Wiederbelebung des Planegger Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen 2017 zunächst Sprecherin, trat dann aber zurück.

Die Gemeinderatskandidaten der FDP Planegg:

 1. Fritz Haugg 2. Peter von Schall-Riaucour 3. Dr. Hans-Christian Haugg 4. Philipp Pollems 5. Esther Läßiger 6. Wolfgang Cebulla 7. Rupert Nebauer 8. Dr. Bernd Läßiger 9. Sabine Haugg 10. Michael Schwartz 11. Klaus Wüst 12. Monica Diaz 13. Alejandro Jimenez-Quesada Visedo 14. Suzanne Schwartz 15. Petra Löhlein-Pollems 16. Barbara Bötticher 17. Harry Bittner 18. Edeltraud Miller 19. Tanja Mertin 20. Axel Gillert 21. Dagmar Navratil 22. Pirmin Schlerf 23. Christiane von Wulffen 24. Anderas Hoeglauer

Ersatzkandidaten: 25. Elke Bischof 26 Ulrich Löffler 27. Michael Staufer

Philipp Pollems ist der erste Mann, der sich um das Bürgermeisteramt in Planegg bewirbt. Die SPD schickt Christine Berchtold ins Rennen, die Freien Wähler Dynamischen Cornelia David. Die restlichen Parteien und politischen Gruppierungen halten sich drei Monate vor der Wahl noch bedeckt.

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