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Angelika Lawo will Bürgermeisterin werden

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Von: Nicole Kalenda

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Haben die Schreibweise geändert: Bürgermeisterkandidatin Angelika Lawo (vorne 5.v.l.) und ihre Mitstreiter firmieren ab sofort unter „grüne GRUPPE 21“. Das Grün im Namen hat laut Herbert Stepp (vorne 6.v.l.) „nur noch adjektivische Bedeutung“. Um mit 19 Kandidaten 24 Plätze auf der Liste zu füllen, nehmen Lawo und Eva Schreier (vorne 4.v.l.) jeweils drei Plätze ein, Werner Strobl (vorne 3.v.l.) zwei. © Dagmar Rutt

Neue Schreibweise, neues Spitzenduo: Aus der Grünen Gruppe 21 wurde die „grüne GRUPPE 21“ (gG21). Die 54-jährige Gymnasiallehrerin Angelika Lawo führt die Wählervereinigung als Bürgermeisterkandidatin in den Planegger Kommunalwahlkampf 2020. Auf Platz zwei folgt Eva Schreier.

Planegg – Die gG21 befindet sich im Umbruch. „Vor 18 Jahren haben wir das Erbe der Grünen-Partei angetreten, deswegen halten wir uns für das Original“, sagte Herbert Stepp, ehemaliger Bürgermeisterkandidat und seit 2002 Gemeinderat, am Dienstag auf der Aufstellungsversammlung im Martinsrieder Martinsraum. Stepp kam damals wie seine langjährige Mitstreiterin, die 3. Bürgermeisterin Anneliese Bradel, aus der Initiative „Pro Bannwald“. Nun möchten die beiden nicht mehr in vorderster Reihe stehen.

Zwei grüne Listen?

Mit dem 2017 wiederbelebten Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen erwuchs grüne Konkurrenz. Noch haben sich deren Sprecher nicht öffentlich geäußert, ob sie für die Kommunalwahl am 15. März Bürgermeisterkandidat und Gemeinderatsliste präsentieren. Doch die gG21 stellt sich darauf ein und gewinnt dem Positives ab. „Wenn es zu zwei grünen Listen kommt, dann muss das nicht schlecht sein“, so Stepp. Insgesamt könne dies mehr Stimmen für das bringen, was ihm und der gG21 wichtig ist: Nachhaltigkeit. Dass die Wählervereinigung, die aus unabhängiger Bürgerinitiative und ÖDP besteht, das Grün in ihrem Namen nicht mehr auf die Grünen bezieht und deswegen kleinschreibt, ändere nichts an der Einstellung. Stepp: „Das heißt nicht, dass wir weniger grün sein werden.“

Zwei starke Frauen

Stepp und Bradel machen Platz für „zwei starke Frauen“, wie Stepp selbst sagte: Angelika Lawo, die einstimmig zur Bürgermeisterkandidatin gewählt wurde, ist erst seit einem Jahr bei der gG21. „Nachhaltigkeit ist unser Kern“, so Lawo, die selbst den Weg zur Wählervereinigung über das zivilgesellschaftliche Engagement fand. Stepp ist wie sie Mitglied bei Gedenken im Würmtal, einem gemeinnützigen Verein, der den Todesmarsch von Dachau durch das Würmtal in der Endphase des 2. Weltkrieges und andere nationalsozialistische Verbrechen in Erinnerung hält. Lawo, die Deutsch-, Geschichte und Sozialkunde am Feodor-Lynen-Gymnasium (FLG) unterrichtet, beteiligt sich mit ihren Schülern regelmäßig am jährlichen Gedenkzug.

2006 kam Lawo, die zeitweise als Referentin für internationale Beziehungen bei der Landesregierung von Brandenburg arbeitete, ans FLG, 2015 zog sie nach Planegg. Neben der Gedenkarbeit liege ihr auch ein Erasmus-Projekt zur Migration, an dem das FLG teilnimmt, sehr am Herzen.

Gute Erfahrungen mit Lehrern

„Wir haben, glaube ich, in Planegg gute Erfahrungen mit Lehrern als Bürgermeistern gemacht“, sagte Lawo in Anspielung auf Dieter Friedmann, selbst Lehrer am FLG und von 1996 bis 2002 SPD-Bürgermeister in der Gemeinde. „Ich stehe aus voller Überzeugung als Bürgermeisterin zur Verfügung.“ Und sollte es nur zu einem Sitz im Gemeinderat reichen, sagt Lawo: „Eine vollzeitbeschäftigte Frau mit Verwaltungserfahrung tut Planegg gut.“ Gleichwohl gibt sie zu: „Planegger Politik ist das, wo ich noch Hausaufgaben zu machen habe.“ Die beiden Söhne sind aus dem Haus, die Tochter macht gerade Abitur. Seit sechs Jahren ist Lawo von ihrem Mann getrennt. All das lasse ihr genug Freiraum, sich zu engagieren.

Die Nummer zwei auf der Liste ist Eva Schreier, seit 40 Jahren in Planegg zu Hause, „begeisterte Radlerin“, wie sie selbst sagt, Mutter zweier erwachsener Söhne und Yogalehrerin. Schreier engagiert sich vielfältig, ist unter anderem Mitglied bei den Müttern gegen Atomkraft und Greenpeace.

Mit Werner Strobl auf Rang drei der Kandidatenliste folgt ein amtierender Gemeinderat. „Es wäre mir ein Anliegen, die Themen, die die Gruppe 21 angestoßen hat, weiter voranzutreiben“, sagt der 56-Jährige. „Ob wir natürlich einen Herbert oder eine Anneliese ersetzen können, weiß ich nicht.“

Die Gemeinderatskandidaten der grünen Gruppe 21: 

1. Angelika Lawo 2. Eva Schreier 3. Werner Strobl 4. Pawel Grabinski 5. Folker Paetsch 6. Brigitte Krahmer 7. Gerd Boedecker 8. Karin Orle 9. Bruno Rigon 10. Anneliese Bradel 11. Ingeborg Stürner 12. Franz Schreier 13. Beate Peters 14. Herbert Stepp 15. Bernhard Rasper 16. Helga Mairhofer 17. Bettina Krempkes 18. Uwe Bradel 19. Wolfgang Rieger

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