Kaum noch eine S-Bahn fährt in München - Das sind die Ausweichmöglichkeiten

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Zwei Sichtweisen: Der SPD-Ortsvorsitzende Felix Kempf (2.v.r) begrüßte mit Wolfgang Cebulla (vorne l.) auch einen Initiator des Bürgerbegehrens gegen eine Bebauung.

Neues Wohngebiet im Grund

Versuch einer Annäherung

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Der SPD-Ortsverein sucht das Gespräch mit den Anwohnern, die Initiatoren des Bürgerbegehrens sammeln weiter Unterschriften: Befürworter und Gegner eines neuen Wohngebiets im Grund prallen am SPD-Infostand aufeinander.

Planegg– Mitte Mai segnete der Planegger Gemeinderat den Vorentwurf für einen neuen Flächennutzungsplan mit 17:6 Stimmen ab. Eine 1,7 Hektar große Ackerfläche angrenzend an die Straße Im Grund soll für Wohnbebauung vorgesehen werden, weitere 1,7 Hektar als Vorhaltefläche. Anwohner wehren sich dagegen. Sie starteten das Bürgerbegehren „Wertvolles Grün im Außen von Planegg darf nicht bebaut werden“. 400 Unterschriften haben Wolfgang Cebulla und seine Mitstreiter inzwischen zusammen. 380, so schätzt Cebulla, fehlen noch.Der Mit-Initiator des Bürgerbegehrens schaute an dem Stand vorbei, den der SPD-Ortsverein an der Fürstenrieder Straße Abzweigung Im Grund aufgebaut hatte.

Die Gemeinderäte Felix Kempf, Peter Weber und Roman Brugger sowie Bürgermeister Heinrich Hofmann trafen auf Bürger, die sich informieren wollten, und mehr noch auf solche, die keinem Argument zugänglich waren, aggressiv auftraten und ihr Gegenüber immer wieder unterbrachen. Da wurde gedroht, mit dem neuen Wohngebiet seien die Gemeinderatssitze bei der nächsten Wahl weg. Vom „größten Fehler des Lebens“, bei den Kommunalwahlen der SPD die Stimme gegeben zu haben, war die Rede. Auch von einem „supergeschickten Schachzug, um die Leute zu spalten“. Gemeint war die Unterscheidung in Wohngebiet und Vorhaltefläche für ein künftiges Wohngebiet. Die Angst vor mehr Verkehr und den damit verbundenden Gefahren für Schulkinder kam zu Sprache, die Skepsis, dass Einheimische von den Wohnungen profitieren können. Die SPDler wiesen auf das Instrument der sozialgerechten Bodennutzung hin, das Baurecht mit Gegenleistungen verknüpft und bis zu 30 Prozent sozialen Wohnungsbau ermöglicht. Sie erklärten, dass der Flächennutzungsplan die Entwicklung vorgibt, nicht aber Verkehrslösungen. „Das ist zu früh“, so Brugger. „Ans Eingemachte geht es erst, wenn der Bebauungsplan aufgestellt wird.“ Bis dahin dürften noch Jahre vergehen.

Unter all die ablehnend eingestellten Anwohner mischte sich Robert Voit, der seit 35 Jahren im Grund lebt. „Ich bin dafür, dass man parteiübergreifend Lösungen sucht und Wohnraum schafft.“ Er hatte sich bereits einige Tage zuvor in einer Anzeige für „eine vernünftige Bebauung für Bürger mit Normalverdienst“ ausgesprochen. Voit ist kein SPD-Mitglied und hat die Anzeige privat bezahlt. Dass er beim SPD-Stand vorbeischaute und mitdiskutierte, freute den Ortsvereinsvorsitzenden Felix Kempf: „Ich hatte heimlich darauf gehofft.“ Kempf zog ein positives Fazit: „Viele argumentieren egoistisch, was es schwierig macht, aber im Schnitt bin ich zufrieden, wie die Gespräche gelaufen sind.“

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