1. Startseite
  2. Lokales
  3. Würmtal
  4. Planegg

Kreisräte stimmen U-Bahn-Mehrkosten zu

Erstellt:

Von: Nicole Kalenda

Kommentare

Die Verlängerung der U6 bis nach Martinsried kostet ohnehin schon mehr als geschätzt – nun kommen Altlasten beim Tunnelaushub mit 15 bis 17 Millionen Euro hinzu.
Die Verlängerung der U6 bis nach Martinsried kostet ohnehin schon mehr als geschätzt – nun kommen Altlasten beim Tunnelaushub mit 15 bis 17 Millionen Euro hinzu. © Dagmar Rutt

Landkreis München – Die Verlängerung der U6 vom Klinikum Großhadern nach Martinsried wird teurer – die Planer-Kostenschätzung liegt bei 136 Millionen Euro und damit 25 Millionen über der Grobkostenschätzung von 2019. Das gefährdet die Förderung durch Bund und Freistaat. Um dem vorzubeugen, sollen die noch nicht einberechneten Kosten der Altlastensanierung – immerhin 15 bis 17 Millionen Euro – separat abgewickelt werden.

Der Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur des Kreistags sprach sich am Dienstag einstimmig dafür aus, auch wenn das zwischen 1,5 und 1,73 Millionen Euro mehr für den Kreis bedeutet. Jetzt muss der Kreistag in einer Sondersitzung Ende Februar der Empfehlung folgen und die Gemeinde Planegg nachziehen. Auf sie kommen Mehrkosten in Höhe von rund 750 000 Euro zu.

Der Bund übernimmt beim U-Bahnprojekt 75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Die Mittel fließen, wenn der Nutzen-Kosten-Indikator mindestens 1,0 beträgt. Durch die bisherige Kostensteigerung liegt er nur noch knapp darüber. Jede weitere Teuerung könnte das Aus für die Förderung bedeuten.

Der U-Bahntunnel führt durch eine wiederverfüllte ehemalige Kiesgrube. Untersuchungen im Jahr 2018 ergaben, dass das Material „sehr inhomogen und unterschiedlich belastet ist“, wie es in der Sitzungsvorlage des Ausschusses heißt. Der Grund gehört dem Freistaat. In den Verträgen ist nicht vorgesehen, dass er altlastenfrei überlassen wird. Also muss die Entsorgung im Rahmen der U-Bahnverlängerung erfolgen.

„Es ist uns allen daran gelegen, dass diese Verlängerung der U6 kommt“, sagte Landrat Christoph Göbel. Und dass ein Wegfall der Bundesförderung „nicht passieren darf“. Darin herrschte Einigkeit. Markus Büchler (Grüne) erklärte: „Es ist höchst ärgerlich, dass Mehrkosten auf uns zukommen. Wir werden das Opfer der standardisierten Bewertung.“ Er nannte die Nutzen-Kosten-Rechnung in ihrer jetzigen Form „ein ÖPNV-Verhinderungselement“, betonte aber: „Die U-Bahn ist absolut wichtig für den Landkreis.“ Stefan Schelle (CSU) sagte: „Es ist unvermeidbar, aber absolut der richtige Weg.“

Gesellschafter der U6-Verlängerung sind der Freistaat, der Landkreis München und die Gemeinde Planegg, die zwar Bauherr ist, aber den kleinsten Anteil an den Kosten übernimmt. Neben den 75 Prozent des Bundes schultert der Freistaat 20, der Landkreis 3,33 und Planegg 1,67 Prozent. Da bei der Altlastensanierung der Anteil des Bundes wegfällt, zahlt nun der Freistaat analog zu diesem Verteilungsschlüssel 80 Prozent, der Kreis zwei Drittel des Rests und Planegg ein Drittel, also 6,67 Prozent.

Auch interessant

Kommentare