Terrorzelle von Barcelona hatte 120 Gasflaschen für Anschläge gehortet

Terrorzelle von Barcelona hatte 120 Gasflaschen für Anschläge gehortet
+
Das Wegkreuz an der Karlstraße / Ruffiniallee in Planegg erregt an seinem neuen Standort an einer Einfahrt den Unmut mehrerer Anwohner.

Planegger schimpft über „Zwangsmissionierung“

Das Kreuz des Anstoßes

Ein Marterl sorgt in Planegg für Aufregung, nachdem es an einen neuen Standort versetzt wurde. Ein Anwohner fühlt sich „zwangsmissioniert“, weitere gehen auf die Barrikaden.

Würmtal Ein Wegekreuz ist das Symbol des Planegger Ortsteils Kreuzwinkel. Seit dem Christkönigtag 1959 steht es an der Ecke Karlstraße/Ruffiniallee in Planegg. Nun sollte es etwas mehr Beachtung erfahren und wurde von der Gemeinde auf die gegenüberliegende Straßenseite versetzt. „Mich ärgert das wahnsinnig“, sagt Helmut Egerer.

Seit rund einem Monat steht das Kruzifix nicht mehr im Schatten hoher Bäume gegenüber der Wohnanlage, in der Egerer zuhause ist. Jetzt steht es direkt an seiner Einfahrt. Es ist auch nicht mehr Richtung Straße ausgerichtet, sondern Richtung Einfahrt. „Mit oder ohne Auto stolpern wir ständig über das Kreuz“, schimpft der Anwohner und findet: „Es gibt keinen Grund, es den Leuten so aufs Auge zu drücken, ohne sie vorher zu fragen.“ Das Kreuz habe ganz idyllisch gestanden und niemanden gestört. „Jetzt empfinde ich es als Zwangsmissionierung.“

Der Geschäftsleiter der Gemeinde Planegg, Stefan Schaudig, ist überrascht. „Dass das so eine Empörung auslöst, damit haben wir nicht gerechnet.“ Die Gemeinde habe das Kreuz versetzen lassen, nachdem sie von Bürgern den Hinweis erhalten habe, dass vor dem Kreuz immer Autos parkten und es schwer zu sehen sei. Auf ein Parkverbot habe die Gemeinde verzichten wollen und darum einen neuen, würdigeren Platz gesucht. Bei der Wahl des neuen Standorts auf dem gegenüberliegenden Grundstück habe sie Rücksicht nehmen müssen auf die Fichte, die immer zur Weihnachtszeit geschmückt werde, sowie auf die Schulbushaltestelle.

Entgegen naheliegenden Vermutungen, haben die örtlichen Pfarreien mit der Angelegenheit nichts zu tun. Die Verantwortung für das Kreuz und auch für seine Versetzung liegt bei der Gemeinde.

Auf Antrag des Verschönerungsvereins war das Wegekreuz ursprünglich errichtet worden, Kreuzwinkler Bürger hatten es gestiftet, der Christuskörper wurde von der Gemeinde zur Verfügung gestellt und stammt von einem Kreuz aus dem Friedhof Steinkirchen, so heißt es auf der Internetseite der Gemeinde unter der Rubrik Denkmäler und Wegekreuze.

„Wie am Friedhof komme ich mir vor“, befindet nun Helmut Egerer. Schließlich stehe vor dem Kreuz jetzt auch „dieser Dauerbrenner“, wie er das rote Grablicht nennt. Zwei Büsche, die rechts und links des Marterls gepflanzt worden seien, habe bereits jemand abgeschnitten.

Egerer scheint also nicht der einzige zu sein, der etwas gegen den neuen Standort hat. Auch Schaudig hat außer einem Schreiben Egerers ein weiteres mit anonymem Absender vorliegen. „Auf anonyme Schreiben antworten wir nicht“, sagt Schaudig. Aber auch die Reaktion auf Egerers Brief blieb bislang aus. „Wir wollten abwarten, ob noch mehr kommen“, sagt Schaudig. Die Gemeinde werde sich die Angelegenheit noch einmal anschauen. „Es ist nicht so, dass wir irgendjemandem Religion aufzwängen wollen“, versichert er. Ein Nachbar Egerers will sich telefonisch an die Gemeinde gewandt haben. Er sagt: „Das sieht fürchterlich aus, und es ist völlig indiskutabel, das Kreuz so zu stellen, dass es auf die Wohnanlage gerichtet ist.“ Seinen Namen will er in der Zeitung nicht lesen. Aber er hat einen Vorschlag zur Güte: Er würde das Kreuz zur Karlstraße hin drehen und weiter vorne an der Straße auf ein kleines Stück zwischen Gehsteig und Findling platzieren.

Victoria Strachwitz

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Planegg leistet sich weiter Eiswunder
Die Kunsteisfläche, die Winter für Winter am Feodor-Lynen-Gymnasium installiert wird, hat Planegg in der vergangenen Saison knapp 142 000 Euro gekostet. Diesen Luxus …
Planegg leistet sich weiter Eiswunder
Für immer Augustiner
Bruder Christian hat sich entschieden – für das Leben in der Gemeinschaft der Augustiner. Der 37-jährige Doktor der katholischen Theologie legt am Samstag die feierliche …
Für immer Augustiner
Wirte wütend: „Die reinste Schikane“
Er zählt zu den bayerischen Traditionsgerichten und ist fester Bestandteil jeder Brotzeit: der Obazde. Eine neue Verordnung der EU könnte das ändern. Wer die …
Wirte wütend: „Die reinste Schikane“
Alle Logos ausgetauscht
Die Umwandlung ist abgeschlossen: Alle sechs Würmtaler Tengelmann-Filialen wurden in den vergangenen Wochen zu Edeka-Märkten. Als Letzter war am Mittwoch der Supermarkt …
Alle Logos ausgetauscht

Kommentare