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Wo jetzt Holz und Plastik vorherrschen, soll ein gläserner Wintergarten entstehen.  

Befreiungen vom Bebauungsplan einstimmig erteilt

 Arkaden werden zu Wintergarten

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Die Planegger Bahnhofstraße verändert ein Stück weit ihr Gesicht. Das Restaurant „La Terrazza“ bekommt einen gläsernen Wintergarten.

Planegg– Jahrelang hat das „La Terrazza“ in der Planegger Bahnhofstraße die Grenzen der genehmigten Freischankfläche überschritten. Die Gemeinde bemühte sich, einen Kompromiss zu finden zwischen den Wünschen des Gastronomen und dem öffentlichen Interesse. Das scheint nun gelungen. Der Bauausschuss genehmigte einstimmig eine Erweiterung des Restaurants um einen Wintergarten sowie eine Ausdehnung der Freischankfläche. Im Gegenzug soll eine Gehwegbreite von 2,50 Meter garantiert werden.

Die Idee, die Arkaden vor seinem Restaurant „La Terrazza“ in einen Wintergarten umzufunktionieren, treibt Eigentümer Pietro Bianco seit Jahren um. 2001 wurde ein entsprechender Bauantrag von Gemeinde und Landratsamt München abgelehnt. Damit blieb es bei einer genehmigten Freischankfläche unter den Arkaden sowie knapp 1,70 Meter darüber hinaus. Bianco konnte nie sein komplettes Grundstück nutzen, das erst einen Meter vor den Senkrechtparkplätzen endet.

Im Laufe der Jahre fanden immer mehr Stühle und Tische Platz auf dem Grund vor dem Gebäude, was es Eltern mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrern und Rollatornutzern erschwerte, am „La Terrazza“ vorbeizugehen. Wenn die auf den Senkrechtparkplätzen vor dem Restaurant abgestellten Autos mit der Kühlerhaube über den Bordstein ragten, ging noch einmal kostbarer Platz für Passanten verloren.

Im Herbst 2014 setzte Bianco erstmals einen nicht genehmigten Kunststoff-Pavillon über seine gesamte Freischankfläche, ein Jahr später folgte ein holzumrandeter Wintergarten mit verstärkten Kunststofffenstern und einem Kunststoffdach. Die Gemeinde schreckte davon zurück, den Gastronom per Zwangsanordnung durch das Landratsamt in die bestehenden baurechtlichen Schranken verweisen zu lassen und ihm so einen erheblichen Teil seiner Sitzplätze im Freien zu nehmen. Man erkannte die Bedeutung des „La Terrazza“ als Besuchermagnet in der Haupteinkaufsmeile Bahnhofstraße an.

Zu Jahresbeginn stellte die Gemeinde dem „La Terrazza“-Betreiber in Aussicht, die Umwandlung der Arkaden in einen Wintergarten zu genehmigen, sofern dieser die Bestuhlung im Freien zurückfährt und auf den ausladenden Holzbau verzichtet.

Man schien sich einig zu werden, allerdings dauerte es einige Monate, bis Biancos Bauantrag einging. Die für den Wintergarten notwendigen Befreiungen wurden in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses erteilt. Der verglaste Anbau beschränkt sich auf die Restaurantfront. Die westlich angrenzende Weinbar, die erst vor neun Jahren hinzukam, bekommt keinen Wintergarten vorgesetzt. Dafür wird die Freischankfläche, die sich längst vor der Bar unter den Arkaden etabliert hat, nachträglich genehmigt. Im Gegenzug verzichtet das „La Terrazza“ auf eine Tischreihe auf der Fläche vor den Arkaden. Statt der bisher genehmigten 1,70 Meter ist nun eine Bestuhlung auf 2,70 Meter erlaubt. Das ist weniger als das, was sich das „La Terrazza“ in den vergangenen Jahren herausnahm.

Lob bekam Bürgermeister Heinrich Hofmann im Bauausschuss von Peter von Schall-Riaucour (FDP-Fraktion) zu hören. Er habe einen „sehr guten Kompromiss“ ausgehandelt. „Man sollte dem Eigentümer keine Steine in den Weg legen.“ 

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