Ausgebootet: Bela Bach fand auf der Liste der Bayern-SPD für die Bundestagswahl keine Berücksichtigung
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Ausgebootet: Bela Bach fand auf der Liste der Bayern-SPD für die Bundestagswahl keine Berücksichtigung

Bundestagswahl

Nach Listen-Fiasko: Bela Bach (SPD) plant Rückzug aus der Politik

  • Andreas Deny
    vonAndreas Deny
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Die Karriere der Bundestagsabgeordneten Bela Bach dürfte schon nach kurzer Zeit enden. Auf der Landesliste der Bayern-SPD für die Bundestagswahl wurde sie nicht berücksichtigt.

Landkreis – Die Listenaufstellung der bayerischen SPD im mittelfränkischen Schwabach endete für die amtierende Bundestagsabgeordnete Bela Bach am Samstag mit einer herben Enttäuschung. Die 30-jährige Planeggerin scheiterte mit ihrer Kandidatur für Platz 18. In einer Kampfabstimmung unterlag sie Martina Stamm-Fibich aus Erlangen; diese konnte 83 Delegiertenstimmen auf sich vereinen, auf Bach entfielen 47 Stimmen. Sie will die Konsequenzen aus ihrer Niederlage ziehen. Sie strebe in Zukunft kein politisches Amt mehr an, sagte sie im Gespräch mit dem Münchner Merkur: „Das ist das Ende meiner politischen Karriere.“

Bela Bach war Anfang vorigen Jahres als Nachrückerin in den Bundestag gelangt. In diesem Februar war sie zum dritten Mal zur Direktkandidatin des Unterbezirks München-Land gewählt worden. Dass sie nicht mit einem aussichtsreichen Listenplatz für die Bundestagswahl rechnen konnte, hatte sich bereits vergangene Woche angekündigt. Wie berichtet, war sie bei der Vorauswahl der oberbayerischen Sozialdemokraten Carmen Wegge in einer Kampfabstimmung um den dritten Frauenplatz unterlegen. Wie bei der Listenaufstellung in Schwabach habe es auch hier Absprachen hinter den Kulissen gegeben, so Bela Bach. Dass sie ausgebootet wurde, schade auch der Partei. „Das ist sehr bitter für die SPD, weil wir jünger und weiblicher werden wollten.“ Die Juristin ist mit 30 Jahren die jüngste weibliche Abgeordnete im Bundestag.

Die Delegiertenversammlung fand wegen der Corona-Pandemie im Fußballstadion des SC 04 Schwabach statt.

Ob Bach weiter als Direktkandidatin des Unterbezirks München-Land zur Verfügung steht oder einen Rückzieher macht, ist offen. Sie müsse sich jetzt erst einmal sortieren und das Gespräch mit der Basis und engen Parteifreunden suchen, so Bach. Die Chancen, gegen den langjährigen CSU-Abgeordneten Florian Hahn den Direkteinzug in den Bundestag zu schaffen, sind mehr als gering. Bis zum Ende ihrer Mandatszeit im Bundestag will Bach nach eigener Aussage weiter mit voller Kraft für die Bürger in ihrem Wahlkreis arbeiten und bereits in Angriff genommene Verkehrsthemen weiter verfolgen.

Carmen Wegge, die bei der Bundestagswahl im Herbst für die Starnberger SPD antritt, wurde in Schwabach auf Listenplatz 20 gewählt – womit sich ihre Chancen, nach Berlin zu kommen, in Grenzen halten. Aktuell ist die bayerische SPD mit 18 Abgeordneten im Bundestag vertreten. Und Umfragewerte lassen befürchten, dass sich deren Zahl noch verkleinert.

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