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Auf der Jahreshauptversammlung im März wird der EC-Vorsitzende Erwin Eckl (vorne, Mitte) den Vereinsmitgliedern wieder erklären müssen, warum nichts vorangeht mit den Stockbahnen.

Stockbahnen am Feodor-Lynen-Gymnasium

Das lange Warten aufs Gutachten

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Der EC Planegg-Geisenbrunn möchte nichts lieber, als zwei seiner acht Stockbahnen zu überdachen. Doch er darf nicht. Die Gemeinde Planegg hat den Hersteller der Bahnen verklagt. Ein erster Gerichtstermin fand im Oktober 2016 statt. Seitdem wartet man auf ein Gutachten.

Planegg – Die Sommerstockbahnen am Feodor-Lynen-Gymnasium wurden 2013 für rund 250 000 Euro erneuert. Die gepflasterten Bahnen lassen das Wasser sofort abfließen, sodass eine Ausübung des Sports auch bei schlechter Witterung möglich ist. Doch von den acht Bahnen sind laut dem EC-Vorsitzenden Erwin Eckl sieben in einem schlechten Zustand, eine gehe so leidlich. Der Grund sind Unebenheiten. Erlaubt, so Eckl,sei eine Toleranz von plus, minus vier Millimetern in den beiden Zielbereichen, die sich jeweils an den Bahnenden befinden. Bei Bahn drei, sei jedoch eine Abweichung von bis zu zwölf Millimetern gemessen worden. „Wir können die Bahnen schon nutzen, aber nur intern“, so Eckl. Zu Turnieren einzuladen, sei nicht möglich. „Das ist kein Stockschießen, sondern einfach nur Murks.“

Die Gemeinde bemüht sich seit 2015, die Herstellerfirma zu einer Nachbesserung zu bewegen. Doch da diese sich nicht verantwortlich fühlt, war eine außergerichtliche Einigung nicht möglich. Im Herbst 2016 traf man sich vor dem Landgericht München I. Die Anhörung war nach wenigen Minuten vorbei, das Gericht entschied, einen Sachverständigen einzuschalten. Solange das Verfahren läuft, darf aus Beweissicherungsgründen nichts an den Bahnen geändert werden.

Der erste Gutachter, so Eckl, habe sich nach zwei Monaten mangels Stockbahn-Kenntnissen zurückgezogen. Der zweite, ein Bausachverständiger aus Euskirchen im Rheinland, schaute Anfang Mai vergangenen Jahres am Feodor-Lynen-Gymnasium vorbei, ließ zwei Bahnen aufbrechen, nahm Material mit und versprach, bis September ein Gutachten zu erstellen. Er bat in der Folge zweimal um eine Fristverlängerung. Anfang Februar wollte er schließlich geliefert haben. Vom Gericht kam bisher nicht die Nachricht, dass das Gutachten eingetroffen ist. Andreas Löbe, stellvertretender Leiter des Planegger Bauamts und mit dem Fall betraut, will bis Ende der Woche abwarten, um dann durch den gemeindlichen Anwalt nachzuhaken. „In der rechtlichen Auseinandersetzung sind wir keinen Schritt vorangekommen in den vergangenen Monaten“, sagt Löbe.

Er rechnet nicht damit, dass die Stockschützen heuer die Überdachung der Bahnen verwirklichen können. Das Geld, 50 000 Euro aus Eigenmitteln, 44 000 Euro von der Gemeinde Planegg und 5000 Euro von der Gemeinde Krailling, liegt bereit. Doch zunächst „muss der Zustand der Bahnen so hergestellt werden, wie es aus unserer Sicht geschuldet war“, sagt Löbe. Selbst wenn nun alles schnell ginge, müsste zunächst eine Ausschreibung der Arbeiten folgen. Und erst, wenn die zu aller Zufriedenheit erfolgt sind, können die Stockschützen loslegen. 2016 wurde der EC 40 Jahre alt. Die Feierlichkeiten verschob er auf die Zeit nach der Beseitigung der Stockbahn-Mängel. Er muss sich weiter in Geduld üben.

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