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Seit vergangenem September in Betrieb: der Interimskindergarten St. Martin, der in Containern der Erzdiözese München und Freising untergebracht ist, direkt gegenüber dem Grundstück, wo der Neubau entstehen soll. 

Ein Jahr nach dem Brand

Der lange Weg zum neuen Kinderhaus

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Die Brandruine ist abgerissen. Wann die Planungen für das neue Kinderhaus St. Martin in Martinsried beginnen, entscheidet sich erst noch. „Ich freue mich, wenn es in fünf Jahren steht“, sagt Johannes von Bonhorst, Pfarrer von St. Elisabeth Planegg.

Planegg – Ein gutes Jahr ist es her, dass in den frühen Morgenstunden ein Feuer in dem Kinderhaus an der Einsteinstraße in Martinsried ausbrach. Der Zerstörungsgrad war so hoch, dass die Brandursache letztlich nicht geklärt werden konnte. Vermutet wird ein technischer Defekt in der Deckenbeleuchtung. Der Sachverständige der Bayerischen Versicherungskammer stufte das Kinderhaus als Totalschaden ein.

Dass ein Neubau notwendig ist, steht seit Monaten fest. Doch zunächst hatte eine Interimslösung Vorrang. Die Gemeinde verpachtete der Kirchenstiftung St. Elisabeth als Betreiber des Kindergartens ein 1365 Quadratmeter großes Grundstück gegenüber dem abgebrannten Kinderhaus. Dort wurden in den Sommerferien Kindergarten-Container aufgestellt, die der Erzdiözese München und Freising gehören und nach einem Einsatz in Garching frei geworden waren.

Weil die Container räumlich nicht die Möglichkeit bieten, wie bisher eine Kindergarten- und eine Hortgruppe unterzubringen, blieben die älteren Kinder der Hortgruppe im Hort der Arbeiterwohlfahrt, wo sie Unterschlupf gefunden hatten.

„Wir mussten erst das Provisorium und den Abriss abschließen“, sagt von Bonhorst. Als ein Gutachten bestätigte, dass von der Brandruine „keine besondere Gefährdung ausgeht“, begannen in den ersten Wochen des neuen Jahres die Abrissarbeiten. Parallel liefen seit September die Bemühungen, den Container-Kindergarten mit Telefon- und Internetanschluss zu versorgen. „Es war eine Odyssee“, so von Bonhorst. Inzwischen habe man eine Lösung gefunden. Vom alten Kindergartengrundstück soll eine Leitung gelegt werden. Die Erzieherinnen behelfen sich einstweilen mit Diensthandys.

„Wir freuen uns, dass wir jetzt den nächsten Schritt ankurbeln können, den Weg zum Neubau“, sagt von Bonhorst. Im Augenblick ist er dabei, einen Antrag an die Diözese zu stellen und Formulare ausfüllen. Von Bonhorst: „Eine Kommission der Diözese entscheidet, wie es weitergeht.“ Die Frage sei, ob die Pfarrei sich direkt mit der Versicherung abstimmen dürfe, die den Neubau finanziert, oder ob alles seinen Gang über die Diözese geht. „Dann gibt es ein viel strengeres Verfahrensregularium“, sagt von Bonhorst, der eine direkte Lösung bevorzugt. Die Kirchenstiftung weiß auch schon, welchen Architekten sie beauftragen möchte: Hans Wechner, Kraillinger Mitglied der Kirchenverwaltung von St. Elisabeth. Wechner war mit seinem Münchner Büro bereits für die Installation und Fertigstellung des Interimskindergartens zuständig.

Wie das neue Kinderhaus aussehen soll, ist noch offen. Von Bonhorst geht von einer ähnlichen Form wie bisher aus: einem Flachbau mit Erdgeschoss und Keller. „Die Innenaufteilung wird man sehen.“ Ursprünglich war das Kinderhaus St. Martin dreigruppig geplant gewesen, es hatte in den letzten Jahren aber nur je eine Kindergarten- und eine Hortgruppe. Bei dieser Aufteilung dürfte es laut von Bonhorst bleiben. Über die zu erwartenden Kosten vermag er nichts zu sagen. Von Bonhorst: „Man wird immer darauf schauen, dass man wirtschaftlich baut.“ Die Installation der Kindergarten-Container inklusive sämtlicher Anschlüsse kam allein schon auf 400 000 Euro.

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