Dieter Friedmann findet, dass Oskar Maria Graf nicht vergessen werden darf.
1 von 2
Dieter Friedmann findet, dass Oskar Maria Graf nicht vergessen werden darf.
Besinnliche Klänge kamen von der Familienmusik Gum-Bauer und Planegger Musiklehrern.
2 von 2
Besinnliche Klänge kamen von der Familienmusik Gum-Bauer und Planegger Musiklehrern.

Lesung mit Altbürgermeister Dieter Friedmann

Erinnerungen in der Fremde

  • schließen

Die Planegger Weihnacht ist ein fester Termin in der Vorweihnachtszeit. 

Planegg – Wenn Altbürgermeister Dieter Friedmann ins Kupferhaus lädt, kommen alte Bekannte und Weggefährten und viele weitere Besucher, die sich mit Geschichten und Musik aufs Weihnachtsfest einstimmen lassen wollen. Und für einige von ihnen gehört die Planegger Weihnacht sicher auch zu den Fixpunkten, mit denen sich der etwas diffuse Begriff Heimat fassen lässt. Oft geht es in Friedmanns Erzählungen auch um Planegg.

Wie Weihnachten sich fern der Heimat anfühlt, an was man sich erinnert, wenn man von anderswo zurückblickt, hat Dieter Friedmann diesmal zum Thema seiner Lesung gemacht. In dieses Jahr fiel der 50. Todestag von Oskar Maria Graf, einem Autor, „der langsam in Vergessenheit gerät“, wie Friedmann fürchtet, an den zu erinnern sich aber lohne. Und so gestaltete Friedmann seine Lesung diesmal weniger mit Geschichten aus seiner eigenen Feder, sondern vor allem mit Erzählungen, die Graf im New Yorker Exil schrieb.

Rund 150 Besucher lauschten Friedmanns Vortrag aus Grafs Erinnerungen, etwa an die „Christmette in Aufhausen“ oder an „Das verpfutschte Theaterspiel“, eine Geschichte, in der der gebürtige Oberbayer schildert, wie er als Kind mit seinem Bruder biblische Szenen spielen sollte und was dabei alles schief lief. Grafs Erzählungen sind selten nur heiter, auch nicht „Die Weihnachtsgans“, eine Geschichte über einen Skandal, der sich hochschaukelt, weil ein Mann an Weihnachten eine gerupfte und bratfertige Gans auf die Straße wirft, allerdings deshalb, weil ihm an Weihnachten Strom und Gas abgedreht werden.

Wie es auf einen Planegger wirkt, Weihnachten und den 6. Januar auf einer warmen Kanareninsel zu verbringen, mit Tausenden Menschen und Dromedaren zu den Heiligen Drei Königen auf einen Berg zu pilgern, schilderte Friedmann in seinem eigenen kleinen Beitrag „Epiphanie auf Fuerteventura“. Musikalisch begleitet wurde die Lesung von der Familienmusik Gum Bauer und Lehrern der Musikschule Planegg-Krailling, Der Jugendarbeit der Musikschule kommen die Spenden zugute, die die Besucher statt eines Eintritts entrichteten. 

Auch interessant

Mehr zum Thema