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Wer aus der Kettelerstraße nach links in die Germeringer Straße abbiegen möchte, muss Geduld mitbringen. Eine Ampel soll hier künftig Abhilfe schaffen. 

Überquerung der Kreisstraße erleichtern

M21 bekommt Ampel

Jahrelang hatte die Gemeinde Planegg den Landkreis gebeten, die Überquerungssituation an der Kreuzung Germeringer/Kettelerstraße zu verbessern. Nun soll dort eine Ampel hinkommen und die Unterführung rückgebaut werden.

PlaneggDie Kreuzung Germeringer/Ketteler Straße war regelmäßig Thema auf Planegger Bürgerversammlungen. Der Gemeinde waren jedoch die Hände gebunden, der Landkreis als Träger der Straßenbaulast der M21, die auf Planegger Grund Germeringer Straße heißt, hatte zu entscheiden. Nun stimmte der Kreis-Bauausschuss einem Antrag Planeggs zu, die hoch belastete Kreuzung durch Ampeln für Fußgänger und Radfahrer zu sichern.

Mit dem einstimmig gefassten Beschluss wählte der Landkreis die kostspieligste von drei Varianten. Die Entscheidung beinhaltet den Rückbau der Unterführung, was als einschneidende bauliche Maßnahme vom Landkreis eigens begründet werden muss. Das Landratsamt geht von Kosten in Höhe von 350 000 Euro aus.

Die beiden Alternativen, sowohl der Ausbau der Unterführung als auch die Errichtung von Fußgängerampeln westlich beziehungsweise im Osten des Knotenpunkts M21 scheinen den Kreisräten nicht praktikabel. Die Lärmschutzwand müsste versetzt werden, wodurch umfangreiche Stützarbeiten nötig würden. Die M21 liegt tiefer als das umliegende Gelände. Unmittelbar hinter der Wand steigt das Niveau im Südosten bis zu 2,50 Meter an. Ausweichrouten west- oder ostwärts der Kreuzung würden Radfahrer außerdem zu teils hanebüchenen Manövern zwingen. Die Variante eines vollsignalisierten Knotenpunkts mit Ampeln für alle vier Äste erschien den Fraktionen daher als die zugleich zielführendste und wirtschaftlichste Lösung.

Anhand einer Verkehrssimulation will das Landratsamt die Leistungsfähigkeit eines vollsignalisierten Knotenpunkts prüfen lassen. Im nächsten Schritt soll das Staatliche Bauamt Freising mit einer Vorplanung beauftragt werden. Die Ergebnisse der Vorplanung muss der Kreis-Bauausschuss billigen, bevor das Staatliche Bauamt in die Planungsphase einsteigt.

Beschwerden von Verkehrsteilnehmern, von Radfahrern, Autofahrern und Fußgängern, hatten die Behörden alarmiert. Mit 15 400 Fahrzeugen pro Tag gilt die M21 im fraglichen Bereich als stark belastet. Die Unterführung sollte Fußgängern und Radfahrern das Leben eigentlich leichter machen. Der Zugang über eine Treppe mit Schiebespuren für Fahrräder ist jedoch nicht barrierefrei. Rollstuhlfahrern ist es daher unmöglich, die Unterführung zu nutzen. Für Personen mit Kinderwagen stellt der Zugang eine beachtliche Herausforderung dar.

Einer von der Straßenmeisterei Riem veranlassten Zählung zufolge meiden insbesondere Radfahrer, doch auch immer mehr Fußgänger, die Unterführung. Vor allem Erwachsene würden deutlich eher eine oberirdische Querung bevorzugen, heißt es. Grund genug für das Landratsamt, die ohnehin nicht sonderlich gut angenommene Unterführung zurückzubauen und die Kreuzung über Ampeln in jede Richtung zu sichern. Die Gemeinde begrüßt laut Geschäftsleiter Stefan Schaudig die Entscheidung: „Wir finden es gut, dass der Landkreis den Bedarf sieht. Das war in der Vergangenheit anders.“

Andreas Sachse

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