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Vorbereitung für die Meisterschaft: Falk Rüdiger Friedl, Samuel Nies und Markus Kriechbaumer (v.li.) trainieren im „Happy Billard“ in Martinsried. 

Titelkämpfe im Tischfussball

Bayerns beste Kicker-Spieler treten zu Meisterschaft an

  • Victoria Strachwitz
    vonVictoria Strachwitz
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Die Bayerischen Meisterschaften im Tischfußball werden heuer in Martinsried ausgetragen. Am Samstag treten die 150 besten Kicker-Spieler aus dem Freistaat gegeneinander an.

Martinsried – Mit dem gewöhnlichen Kickern in der Kneipe haben die Bayerischen Meisterschaften wenig zu tun. Wenn sie an diesem Samstag im „Happy Billard“ in Martinsried ausgetragen werden, geht es um Taktik, um Technik, um Zeit. Die Spieler tragen Sportbekleidung und Trikots. Nur eins ist gleich wie in der Kneipe: Der Abend kann lange dauern. Denn wenn die besten Tischfußballspieler Bayerns am Samstag ab 10.30 Uhr gegeneinander antreten, dann bis 2 Uhr morgens oder länger.

Europameister, Deutsche Meister und Bundesligaspieler erwartet

Dann stehen im „Happy Billard“ auch nicht wie sonst sechs Kickertische. Dann stehen da 25 – und die wurden vom Weltverband abgenommen. „Klapprige Kindertische kommen nicht in Frage“, sagt der Vorsitzende der „Tischfussballvereinigung München“, Andreas Kerscher (32). Tischfußball sei eine ernst zu nehmende Sache, das macht er deutlich. Dem Deutschen Tischfußballbund gehören 6000 Mitglieder an, dem Bayerischen Verband 500. Am Samstag rechnet Kerscher mit 150 professionellen Tischfußballern. Europameister, Deutsche Meister, aktive und Ex-Bundesligaspieler werden erwartet. „Das Niveau ist wirklich hoch.“

Anders als beispielsweise beim Fußball werde bei dieser Meisterschaft zunächst immer versucht, ein Spiel ohne Schiedsrichter zu regeln. „Bei hitzigen Finalspielen sind aber oft zwei Schiris mit dabei“, erklärt Kerscher. Dann habe einer der beiden Schiedsrichter auch eine Stoppuhr in der Hand. Die Profis beim Turnier ließen sich teils sehr lange Zeit, bis sie schießen, erklärt Kerscher. „Das ist ein Nervenkrieg.“ Da werde Zeit geschunden, um den Torwart nervöser zu machen. Und so gebe es für jede einzelne Stange des Kickers strenge Regeln: Im Sturm beispielsweise müsse innerhalb von 15 Sekunden geschossen werden. Der Schiri passe auf, dass das auch passiere.

Kerscher freut sich auf den Nervenkrieg. Er will am Samstag antreten, und er ist ehrgeizig. Seit er ein Kind ist, spielt er Tischfußball. „Irgendwann habe ich entdeckt, dass es Leute gibt, die es weiter treiben, und dann habe ich da mitgemacht“, erzählt er. Er rechnet mit einer Platzierung im Mittelfeld.

Turniere werden im Doppel und Einzel ausgetragen

Für den 32-Jährigen wird es ein Heimspiel. Das „Happy Billard“ ist Trainingsstätte der Tischfußballvereinigung München. Und diese veranstaltet heuer die Meisterschaft. Die Tischfußballvereinigung München gibt es seit 2011. Unter den 100 Mitgliedern sind 85 Herren und 15 Damen. Ähnlich sei die Verteilung bei der Bayerischen Meisterschaft. „Das repräsentiert die Szene“, sagt Kerscher. Herren und Damen können am Samstag jeweils im Doppel und Einzel antreten. Dazu gibt es die Kategorien Senioren und Junioren. Los geht’s um 10.30 Uhr, Einlass ist ab 9.30 Uhr.

Wer als Hobbykicker in die Profiwelt hineinschnuppern möchte, hat immer montags die Gelegenheit. Im „Happy Billard“ gibt es dann ab 20 Uhr ein Turnier. „Neulingen wird der Einstieg durch Zulosung eines erfahrenen Mitspielers erleichtert“, sagt Kerscher. Wer weiß, vielleicht fühlt sich der ein oder andere Würmtaler dann berufen, bei der nächsten Meisterschaft anzutreten.

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