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Stolz auf das Ergebnis ihres Forschungsprojekts: Anoushka Vaidyanathan (Mitte) präsentiert „NeuroCamp“-Gründerin Natalia Filvarova (vorne links) das Plakat, das sie im Team mit Daria Kirillova und Julia Leeb erarbeitet hat. 

Aus Nowosibirsk zum „NeuroCamp“ nach Martinsried

Erste Experimente im Labor

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Sommer, Sonne, Neurowissenschaften. Auf dem Martinsrieder Campus konnten zum zweiten Mal Schüler an der Fakultät für Biologie Universitätsluft schnuppern. Neben Vorlesungen und Workshops standen erste Experimente auf dem Programm.

Martinsried – Sie kommen von nah und fern, aus Rosenheim, Texas oder Nowosibirsk, und sind zwischen 14 und 18 Jahre alt. Was sie alle verbindet? Die Liebe zur Wissenschaft. Und die ist so groß, dass sie sogar zwei Wochen ihrer Sommerferien dafür opfern.

Zum Abschluss schwirrten wieder 21 Jugendliche über den Campus der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in Martinsried, die bei einer Summer School erste Einblicke in die Forschung und in das Feld der Neurowissenschaften gewinnen konnten. Auf Plakaten präsentierten sie, was sie im Rahmen ihrer Mini-Forschungsprojekte herausgefunden hatten. 15 Stunden Vorlesungen, zehn Stunden Workshops, dazu Übungen, wie man eine gute Präsentation hält, lagen hinter ihnen. Und das alles auf Englisch.

Mehr Bewerber als die Labore aufnehmen können

„Dank des erfolgreichen ,NeuroCamps’ letztes Jahr hatten wir dieses Jahr wirklich viele Bewerbungen. Es war schwierig, da die Schüler auszuwählen“, erklärt Mitorganisatorin Marta Wesolowski. Etwa einem Drittel der Bewerber musste man eine Absage erteilen. „Wegen der Laborkapazitäten“, ergänzt Natalia Filvarova, die die Idee zum ersten „NeuroCamp“ gehabt hatte. Zusammen mit acht anderen jungen LMU-Wissenschaftlern – einem Team so international wie die Teilnehmer – stellen sie die Summer School für Gymnasiasten auf die Beine.

Die Premiere vergangenen Sommer hat Manaswini Agnihotri so gut gefallen, dass die ehemalige Teilnehmerin heuer selbst bei der Organisation mithalf. Inzwischen studiert sie sogar Neurowissenschaften – an der Universität von Edinburgh. Da sie derzeit wegen der Semesterferien bei ihrer Familie in Germering ist, meldete sie sich bei Filvarova. Und die freute sich natürlich über zwei weitere helfende Hände. Jetzt, da die Web-Seite steht und man zweimal Erfahrungen sammeln konnte, wollen die Organisatoren sogar ein Ehemaligen-Netzwerk aufbauen. Damit man in Kontakt bleibt, sich wegen Praktika und Forschungsprojekten vernetzen kann.

Tolle Erfahrung, selbst experimentieren zu dürfen

Auch Julia Leeb spielt mit dem Gedanken, kommendes Jahr mitzuhelfen. Die 16-Jährige aus der Maxvorstadt hat zusammen mit der Russin Daria Kirillova und der Inderin Anoushka Vaidyanathan in ihrem Forschungsprojekt unter die Lupe genommen, wie man die degenerative Erkrankung des Nervensystems amyotrophe Lateralsklerose (ALS) besser untersuchen kann. Wozu sie sogar – natürlich mit der Hilfe eines LMU-Wissenschaftlers – ein erstes Experiment an einer Maus durchführen konnten. Für die drei waren das „NeuroCamp“ und insbesondere die Arbeit im Labor eine tolle Erfahrung. „Ich würde es jedem empfehlen, der sich dafür interessiert“, sagt Leeb. „Das ,NeuroCamp’ war eine echte Bereicherung. Man lernt so viel darüber, wie der Mensch, seine Gefühle und sein Gehirn funktionieren“, so Vaidyanathans Fazit.

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