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Demnächst am Martinsplatz: Andreas Weidner und seine schwäbische Küche ziehen wie die anderen Foodtrucks des „Streetfood Hotspot Martinsried“ um.

Belebung der neuen Ortsmitte

Foodtrucks ziehen zum Martinsplatz um

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Der Plan, einen Wochenmarkt auf dem Martinsplatz zu etablieren, ist erst einmal fehlgeschlagen. Nun sollen täglich wechselnde Foodtrucks von Montag bis Freitag immer um die Mittagszeit für eine Belebung der neuen Martinsrieder Ortsmitte sorgen.

Martinsried – Der Wochenmarkt am Freitagvormittag auf dem Planegger Marktplatz ist seit Jahrzehnten etabliert. Etwas Ähnliches schwebt Bürgermeister Heinrich Hofmann auch für Martinsried vor. Die Arbeiten am Martinsplatz waren noch nicht ganz abgeschlossen, da startete die Planegger Gemeindeverwaltung im vergangenen Oktober die Suche nach Standbetreibern. Ab Februar sollten die Martinsrieder dienstags zwischen 7 und 17 Uhr auf dem Platz Lebensmittel einkaufen können.

Das Interesse war spärlich, Anfragen in der Gemeindeverwaltung gab es kaum, doch im Frühjahr keimte Hoffnung auf. Andreas Kropf hatte inzwischen im Erdgeschoss des an den Platz angrenzenden Appartementhauses Unikum sein „Market-House“ eröffnet. Er bot nicht nur Obst, Gemüse, Feinkostprodukte und selbst gemachte Marmeladen an, sondern hatte auch Verbindungen zu Marktleuten. Kropf erklärte sich bereit, den Wochenmarkt zu organisieren.

Gemüsehändler hat aufgegeben

Inzwischen hat das „Market-House“ allerdings zugemacht. Und Stände wurden auch nie auf dem Martinsplatz gesehen. „Er konnte sich mit seinem vielfältigen Angebot nicht durchsetzen“, sagt Planeggs Wirtschaftsförderin Bärbel Zeller über Ladenbesitzer Kropf. „Die Versorgungslage in Martinsried ist für einen Ort mit 4500 Einwohnern eigentlich sehr gut.“ Supermärkte wie das AEZ im Würmtalcenter oder Rewe und Discounter wie Aldi bieten alles für den täglichen Bedarf und verfügen zum Teil über ein breit gefächertes Angebot an Obst und Gemüse, Bioware inklusive.

Die Betreiber der Geschäfte rund um den Martinsplatz wandten sich in den vergangenen Monaten an die Gemeinde mit der Bitte, für eine Belebung des Platzes zu sorgen. „Wir kriegen viel positive Resonanz für den Martinsplatz, trotzdem ist es nicht einfach, sich als neuer Einzelhändler zu etablieren“, so Zeller.

Die Wirtschaftsreferentin wurde 600 Meter entfernt von der neuen Ortsmitte in der Fraunhoferstraße 9 fündig. Dort teilen sich insgesamt acht verschiedene Foodtrucks einen Standort und wechseln sich von Montag bis Freitag, jeweils 11.30 bis 14 Uhr, unter dem Überbegriff „Streetfood Hotspot Martinsried“ ab. Sie bieten von Hotdogs über venezulanische Maisfladen, schwäbische Küche und japanische Brotzeit einen Mittagsimbiss an.

Organisiert hat die Versorgung der Mitarbeiter der Firmen des Gewerbegebietes mit Essen Andreas Weidner, der immer donnerstags mit seinem „Herr von Schwaben“-Wagen anrollt. Er war 2017 der Erste, der mit Käsespätzle und drei Sorten Maultaschen das Gewerbegebiet für sich eroberte. Weidner und die anderen Foodtrucker zeigten sich dem Ortswechsel gegenüber aufgeschlossen. Die letzte Genehmigung liegt inzwischen vor, noch im Oktober soll der Wechsel erfolgen.

Gespräche mit Interessenten

„Über die Schiene mit den Foodtrucks versuchen wir, Leben auf den Platz zu bekomen“, sagt Martina Sohn, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus. „Vielleicht findet sich dann irgendwann noch ein Gemüsestand.“ Zumindest führt man inzwischen Gespräche mit zwei Interessenten, die Lebensmittel anbieten. Bürgermeister Hofmann habe den Wunsch, einen Wochenmarkt zu etablieren, nicht aufgegeben. Sohn: „Wir fangen jetzt noch mal von vorne an.“

Für das „Market-House“ hat sich inzwischen ein Nachmieter gefunden. Ein Kosmetik- und Nagelstudio will seine Dienste in der Martinsrieder Ortsmitte anbieten.

So wurde der Martinsplatz im Mai 2018 eingeweiht.

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