Bürgerversammlung

Ortsmitte und Kies bewegen Martinsrieder

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Vor allem zwei Themen beschäftigten die Besucher der Planegger Bürgerversammlung: Bauprojekte in der Ortsmitte und Kiesabbau am Ortsrand von Martinsried.

Planegg – Das Kupferhaus war am Mittwochabend mit knapp 200 Gästen nicht schlecht besucht, doch hatte es in den letzten Jahren auch schon Planegger Bürgerversammlungen mit mehr Publikumszulauf gegeben. Vor allem die Martinsrieder, deren Ortsteil derzeit einen deutlich sichtbaren Wandel erfährt, waren in größerer Zahl gekommen. Zumindest ließen die Wortmeldungen darauf schließen. Sie bezogen sich fast nur auf Martinsrieder Angelegenheiten, vornehmlich auf die Ortsmitte und auf den bevorstehenden Kiesabbau zwischen Martinsried und Gräfelfing.

Mehrere Bürger zeigten sich verwundert über das Genehmigungsverfahren, das einen Kiesabbau so nah an einer Bebauung erlaube und sich auf eine ursprünglich aus dem Jahr 1960 stammende wasserrechtliche Erlaubnis sowie ein Gutachten stütze, das von der abbauenden Firma selbst in Auftrag gegeben worden sei. Zudem kam die Frage auf, ob Abbau und Verfüllung tatsächlich kontrolliert würden. Denn nur bei permanenter Befeuchtung der Grube und der Zufahrten seien die Staubgrenzwerte auch einhaltbar.

Bürgermeister Heinrich Hofmann und der Münchner Landrat Christoph Göbel versicherten, alle Vorschriften würden eingehalten, und es werde Kontrollen durch das Landratsamt geben. Auch die Gemeinde habe sich ein Betretungsrecht zusichern lassen, sagte Hofmann. Man sei von der Genehmigung nicht begeistert, habe aber eine privatrechtliche Vereinbarung mit „weitgehenden Zugeständnissen“ einer Klage vorgezogen.

So seien für Verstöße hohe Vertragsstrafen vereinbart. Zudem sei der Abbau inklusive Wiederherstellung der Oberfläche auf sechs Jahre begrenzt und der Betreiber verpflichtet, auf Verlangen binnen drei Monaten die Flächen zu räumen, die für den Bau einer Ortsumgehung gebraucht würden.

Einige Martinsrieder forderten, vorerst keine weiteren Projekte aus dem Masterplan für den Ortsteil umzusetzen oder ganz auf sie zu verzichten, etwa auf einen zweiten Kopfbau am Marktplatz. Hofmann sagte, auch wenn es mit Fertigstellung der aktuellen Bauprojekte einen plötzlichen Zuzug geben werde, sei die Bevölkerungsentwicklung auf die letzten Jahre gesehen immer noch gering. Dennoch stehe man in Sachen zweiter Kopfbau oder Bebauung des Wallgrundstücks „nicht auf dem Gaspedal“.

In seinem Bericht an die Bürgerschaft hatte Hofmann vor der Aussprache über den Sachstand weiterer Bauvorhaben informiert. Bei der Sanierung der Grundschule liege man im Plan, und für den U-Bahn-Bau werde im November die Projektmanagement-Gesellschaft gegründet. Für den ersten Teil der Martinsrieder Umgehung sind noch zwei zentrale Grundstücke nicht erworben. Dennoch soll Anfang 2018 die konkreten Planung beginnen.

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