Standort Neunerberg

Planegg will Mobilfunkmast verhindern

Planegg - Das Gräfelfinger Mobilfunkkonzept sorgt in Planegg für Unruhen. Grund ist der am Neunerberg geplante 40-Meter-Mast. Die Gemeinde hat jetzt reagiert.

Die Planungen lagen jahrelang auf Eis. Nun hat der Gräfelfinger Bauausschuss kürzlich für den Bau des ersten von fünf geplanten Großmasten grünes Licht gegeben. Dieser soll an der Jahnstraße unweit des TSV-Sportgeländes entstehen und ist Teil des örtlichen Mobilfunkkonzepts. In Planegg schrillen derweil die Alarmglocken, ist doch einer der vier weiteren 40-Meter-Masten am Standort Neunerberg, direkt an der Ortsgrenze der beiden Würmtal-Gemeinden, geplant.

Gemeinderat Peter von Schall-Riaucour (parteilos) sieht darin einen Alleingang der Gräfelfing und verurteilt diesen: „Nach dem Bau der Asylunterkunft direkt an die Grenze zu Martinsried ist das schon der zweite Akt. Und auf der anderen Seite geht man auf unsere Wünsche, wie den Radschnellweg, nicht ein.“ In der jüngsten Gemeinderatssitzung konfrontierte er darum das Gremium mit seinen Bedenken zum Standort Neunerberg.

So dramatisch wie von Schall-Riaucour sieht es Bürgermeister Heinrich Hofmann (SPD) nicht: „Wo wir uns unter den Gemeinden austauschen wollen, tauschen wir uns auch aus. Dass man teils unterschiedliche Linien verfolgt, ist normal.“ Doch auch er ist nicht glücklich mit dem geplanten Mast und hat deswegen gehandelt. Die Gemeinde lasse ein Gutachten erstellen, um alle Fakten schwarz auf weiß vorliegen zu haben, so Hofmann. „Und wir haben das Umweltamt beauftragt darzulegen, welcher Mast wohin strahlt.“ Konkret gehe es hierbei um alte, bereits vorhandene sowie die geplanten Masten an den potenziellen Standorten. „Wir müssen wissen, welche Möglichkeiten und Wege wir haben, das Vorhaben zu unterbinden. Wir wollen den Mast nicht“, findet der Bürgermeister deutliche Worte. Vor Herbst rechnet er jedoch nicht mit Neuigkeiten.

Von Schall-Riaucour vertraut in Hofmanns Vorgehen: „Auch wenn unsere Meinungen nicht immer konform sind, glaube ich, dass er mit seiner hartnäckigen Art der richtige Mann dafür ist.“ Der parteilose Gemeinderat fungiert in Sachen Großmast auch als Sprachorgan kritischer Planegger Bürger. Einige von ihnen, darunter auch der Schauspieler Elmar Wepper, waren aufgrund des Bauvorhabens als Zuhörer eigens in die jüngste Gemeinderatssitzung gekommen. „Ich bekomme viele Anfragen nach dem Stand der Dinge“, berichtet von Schall-Riaucour. Die Planegger hoffen nun, dass der Nachbarort das Gebot der Rücksichtnahme mehr verinnerlicht.

Michael Grözinger

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Würmtal-Becher schont die Umwelt
Die Würmtal-Gemeinden starten ein gemeinsames Umwelt-Projekt: Ab Donnerstag gibt es Kaffee zum Mitnehmen in einem Mehrweg-Gefäß - dem „Würmtal-Becher“.
Würmtal-Becher schont die Umwelt
Luftverschmutzung unter dem Grenzwert
Die Verkehrslage in Gräfelfing ist für viele unbefriedigend, für manchen untragbar. Vor der Bürgerwerkstatt zu diesem Thema hat die Gemeinde Zahlen zur Luftverschmutzung …
Luftverschmutzung unter dem Grenzwert
Gemeinden buhlen um Mitarbeiter
Bayernweit fehlen Erzieher, auch Feuerwehrler sind rar. Damit trotzdem genug von ihnen ins Würmtal kommen, werben die Gemeinden mit  Massagen, Arbeitsmarktzulage und …
Gemeinden buhlen um Mitarbeiter
Kraillinger wirbt für eine ungeliebte Wahl
Die Sozialwahl ist vielen im Würmtal gleichgültig. Nicht so Helmut Aichberger. Wenn der Kraillinger wiedergewählt wird, bestimmt er mit über ein Budget von 21 Milliarden …
Kraillinger wirbt für eine ungeliebte Wahl

Kommentare