Nachhilfe im Würmtal reformieren

Das Start-up „goodgrade“ will die Nachhilfe im Würmtal reformieren. Die Geschäftsidee ist es, Schülern eine ganzheitliche Unterrichtsmethode anzubieten, die auf einer sorgfältigen Problemanalyse aufbaut.

Planegg –  Am Mittwochabend stellte Christian Frank, Pädagogischer Leiter von goodgrade, das innovative Konzept im Kupferhaus vor und informierte Eltern wie Interessierte über Details.

Gastredner Bernd Buckenleib berichtete als ehemaliger Leiter des Staatsinstituts für die Ausbildung von Förderlehrern, worauf es bei einer guten Nachhilfe ankommt. „Rund 1,2 Millionen Schüler bekommen sogenannte Nachhilfe“, weiß Buckenleib. Der Markt sei vielfältig, die Werbung sage meist wenig über die Qualität aus, und Eltern stünden oft vor der Frage, wie das passende Angebot zu finden sei. Als Auswahlhilfe gibt er acht Fragen an die Hand, die Betroffene an einen Anbieter stellen sollten: 1. Gibt es eine persönliche Eingangsberatung? 2. Wird ein zeitlicher und inhaltlicher Arbeitsplan erstellt? 3. Sind die Lehrkräfte in den betreffenden Fächern und in der jeweiligen Schulform ausgebildet? 4. Welche Arbeitsmittel verwenden die Lehrkräfte? 5. Wird der Unterricht persönlich oder online abgehalten? 6. Wie sind die Rückmeldungen an das Kind und die Eltern organisiert? 7. Wird die Zusammenarbeit mit der Schule angeboten? 8. Was passiert, wenn die Lehrkraft verhindert ist?

Zentrales Element der Schülerförderung bei goodgrade sei der „Förderkreislauf“, so Christian Frank. „Wir beginnen mit einer Ist-Stand-Analyse, um herauszufinden, an welcher Stelle es wirkliche hakt“, so der ausgebildete Englischlehrer. „Dazu haben wir spezielle Analysetools für das jeweilige Fach entwickelt, die es uns ermöglichen, die tatsächlichen Lerndefizite genau aufzuzeigen.“ Mit einbezogen würden dabei Umfeld und persönliche Eigenschaften des Kindes. „Normalerweise werden in der Nachhilfe nur die aktuellen Unterrichtsinhalte aufgegriffen und bearbeitet.“

Im zweiten Schritt erfolge dann die Aufstellung eines individuellen Förderplans, der per Erfolgskontrolle fortlaufend aktualisiert und modifiziert werde. „Gemeinsam mit den Kindern wird ein Lerntagebuch geführt“, sagt Frank. Jeder Schüler bekomme ein Login, um nach der Stunde auf elektronischem Wege Feedback zu geben. Auf diese Weise könnten aufgetretene Probleme sofort bearbeitet werden. Ein Lehrerwechsel sei möglich, sollten atmosphärische Störungen erkennbar sein, so der Pädagogische Leiter.

Der Lernprozess selbst sei nicht digital, sondern erfolge mit „Stift und Papier“. „Als Lehrer beschäftigen wir ausschließlich Profis“, versichert Christian Frank. Eine Ausbildung als Fachlehrer, Förderlehrer oder langjährige Erfahrung als Nachhilfelehrer sei Voraussetzung. „Spezialisiert haben wir uns wegen des Übertritts auf die dritte bis achte Klasse, aber jeder Schüler ist willkommen.“ goodgrade bietet ausschließlich Einzelunterricht zu Hause an.

Weil sie mit ihrer Erfahrung als Nachhilfelehrer und -schüler unzufrieden waren, gaben Sebastian Scott und Thomas Wunderlich den Impuls für die Gründung von goodgrade. Als erfahrene Psychologin sorgt Dr. Mira Waibel-Fischer für die motivations- und lernpsychologische Umsetzung des goodgrade Konzepts. 

joe

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