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Die Grünen haben wieder einen eigenen Ortsverband: S abine Pilsinger (r.) mit (v.l.) Anna Lingenfelder, Barbara Markert, Sylvia Lemstra, Schatzmeisterin Beatrice Krause, Sprecherin Judith Grimme, Thomas Krause und Sprecherin Sabine Haugg.

Ortsverband wiederbelebt

Neue Grüne in Planegg

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Bündnis 90/Die Grünen haben wieder einen Ortsverband in Planegg. Sprecherinnen sind Judith Grimme, die 2014 für die FDP kandidierte, und Sabine Haugg, Ehefrau von FDP-Gemeinderat Christian Haugg. Herbert Stepp, Fraktionsvorsitzender der Grünen Gruppe 21 im Gemeinderat, spricht von einem „unsäglichen Prozedere“.

Planegg – Jahrelang gab es keinen Grünen-Ortsverband in Planegg. Grundvoraussetzung ist, dass drei Parteimitglieder im Ort ansässig sind. Mit den ehemaligen Gemeinderäten Friedrich Schiller und Anja Niejaki kam man jedoch nur auf zwei. Die beiden Grünen gingen in der Grünen Gruppe 21 auf, die bei der Kommunalwahl 2014 16,7 Prozent der Stimmen holte und damit vier Gemeinderatssitze. Stepp, 3. Bürgermeisterin Anneliese Bradel, Bruno Rigon und Werner Strobl sind allesamt Unabhängige und entstammen örtlichen Bürgerinitiativen beziehungsweise der ÖDP. Stepp, wie Bradel selbst ehemals in der Initiative „Pro Bannwald“ aktiv, sitzt seit 2002 im Gemeinderat. Dass er nie den Grünen beitrat, habe „historische Gründe“, wie er auf Anfrage erklärte. „Ich habe mich schon als sporadischer Vertreter der Grünen verstanden“, so Stepp. Er nehme an Kreisversammlungen teil und gehe zu Vernetzungstreffen.

Umso überraschter war er, als ihn Anfang vergangener Woche der Grünen-Kreisverband über ein anstehendes Mitgliedertreffen informierte. Der Eintritt von sieben neuen Mitgliedern hatte den Weg freigemacht für die Wiederbelebung des Ortsverbandes. Stepp nahm Kontakt mit dem Kreisverband auf, erfuhr aber aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht, wer wann eingetreten war. „Wir sind besorgt, weil wir keinen Eindruck im Vorfeld bekommen konnten, ob sich da jetzt echte Grüne dahinter befinden“, sagt Stepp. Beim Stammtisch der Grünen Gruppe 21 sei zumindest niemand aufgekreuzt. „Es gab Gespräche im Vorfeld der Versammlung“, sagt die Grünen-Kreissprecherin Sabine Pilsinger aus Gräfelfing. „Das hat aber nicht dazu geführt, dass jemand aus der Grünen Gruppe 21 eintreten wollte.“

Acht Mitglieder der Grünen Gruppe 21 nahmen an der Versammlung am Mittwoch im Planegger Bräustüberl teil, zu der die Presse nicht eingeladen war. Laut Stepp wollten sie erreichen, die Beschlussfassung über die Bildung eines Vorstands zu vertagen, bis es auch die langjährige Grüne Niejaki von der Arbeit in die Gaststätte geschafft haben würde. Das wurde ihnen genauso versagt wie ein sofortiger Eintritt in die Partei und damit ein Stimmrecht für die Versammlung. Stepp und Kollegen hatten ausgefüllte Beitrittserklärungen dabei.

Die anwesenden Neu-Grünen, die sich laut Grimme und Haugg zum Teil erst an dem Abend kennenlernten, wählten die beiden Martinsriederinnen zu gleichberechtigten Sprecherinnen. Beatrice Krause wurde Schatzmeisterin. Grimme (42) hatte sich in der Vergangenheit in der Martinsrieder Runde engagiert und 2015 mit Mitstreitern knapp 500 Unterschriften gegen den Standort Parc de Meylan für das Asylbewerberheim gesammelt, das inzwischen längst steht. Dazu, dass sie 2014 als Parteifreie auf Listenplatz drei der FDP bei den Kommunalwahlen kandidiert hatte, sagt sie: „Die FDP ist mir in der Lokalpolitik oft positiv aufgefallen. Ich wollte in dieser Partei meinen grünen Gedanken leben.“ Die Imkerin, die seit 17 Jahren mit ihrer Familie in Martinsried wohnt, ist die zweite Nachrückerin auf der FDP-Liste für den aktuellen Gemeinderat. Das kommt für sie allerdings nicht mehr in Frage: „Ich werde nicht nachrücken. Mir ist diese Ortsgruppe wichtig. Sie wird viel Zeit kosten.“ Der grüne Grundgedanke sei ihr in der Gemeinde zu wenig vertreten gewesen. „Meine Berufung als Imkerin hält mir die Abhängigkeit von der Natur jeden Tag vor Augen.“

Haugg (53), die nach eigenem Bekunden „seit Jahren überlegt, bei den Grünen einzutreten“, findet: „Es war einfach überfällig, dass es einen Grünen-Ortsverband gibt.“ Zunächst gelte es, sich zu finden, um sich dann bei Themen wie dem Kiesabbau zu positionieren. Gespräche mit der Grünen Gruppe 21 sind noch nicht vereinbart. Haugg: „Wir werden uns zu gegebener Zeit äußern. Es muss ein Aufeinanderzugehen sein.“

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