Gewerbesteuer

Planegg erwartet Rekordergebnis

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Planegg - Die Gemeinde Planegg kann auf einen ungeplanten Geldsegen hoffen. Die Gewerbesteuereinnahmen dürften in diesem Jahr so hoch ausfallen wie noch nie.

Die übliche Mahnung, dass in den nächsten Jahren vielleicht eine Verschuldung auf die Gemeinde Planegg zukommen könnte, war von Kämmerer Peter Vogel diesmal nicht zu hören. Dass er sagte, er wolle „schuldenfrei in die Rente“ gehen – von der er noch weit entfernt ist –, war für den sonst stets mahnenden Verwalter der Gemeindekasse fast schon eine euphorische Aussage. Der Grund: Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer werden 2016 voraussichtlich um 8,5 Millionen Euro höher ausfallen, als im Jahreshaushalt eingeplant, sagte Vogel am Donnerstag in seinem Zwischenbericht zum Haushaltsvollzug vor dem Planegger Gemeinderat.

Sollte sich die Prognose bestätigen, die auf den derzeitigen Veranlagungen der in Planegg ansässigen Unternehmen durch die Finanzämter beruht, stünde am Jahresende ein Rekordergebnis von 24,9 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer. Schwankungen von rund einer Million Euro nach oben oder unten seien zwar durchaus üblich, sagte Vogel. Aber größere Abweichungen zwischen dem Halbjahresstand und dem Jahresergebnis habe es in Planegg nur selten gegeben. „Wir haben in Planegg keine Betriebe, die herausstechen, aber viele, die verlässlich Gewerbesteuer im sechsstelligen Bereich zahlen“, sagte Vogel. Ein Rekordergebnis dürfte demnach sicher sein.

Die bisher höchsten Gewerbesteuereinnahmen verbuchte Planegg mit 21,8 Millionen Euro im Jahr 2005. Dann folgte ein Tief. Erst 2015 kamen die Einnahmen wieder annähernd an die 20-Millionen-Marke heran.

Für das Ergebnis machte Vogel die „allgemeine konjunkturelle Lage“ verantwortlich. Gemeinderat Michael Book (CSU) erinnerte daran, dass das Plus zum Teil auch auf den gestiegenen Hebesatz zurückzuführen sei. Max Gum-Bauer (FWD) sagte, die Zahlen seien ein Beleg, dass die Anhebung der Gewerbesteuer im vergangenen Jahr überflüssig war.

Von den knapp neun Millionen Euro, um die die Gesamtsteuereinnahmen der Gemeinde den Ansatz wohl übertreffen, verbleibt rund ein Drittel in der Gemeindekasse. Der Rest geht als Kreis- und Gewerbesteuerumlage an Landkreis und Freistaat.

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