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Kürbisse auf dem neuen „Sonnenacker“: Die Kraillinger Pierre und Elisabeth Dupraz (vorne) haben bereits in Gauting „Sonnenacker“-Erfahrungen gesammelt und pflanzen jetzt auf dem neuen Areal an. Anita (2.v.l.) und David Hatton aus Krailling probieren es zum ersten Mal aus. Dietlind Freyer-Zacherl freut sich über den Zuspruch.

Zwischen Planegg und Krailling

Neuer „Sonnenacker“ am Grenzsaum

Die Idee des Pflanzens und Erntens auf der eigenen Anbaufläche erfreut sich zunehmender Beliebtheit: Nun gibt es auch am Grenzsaum von Planegg zu Krailling einen „Sonnenacker“ – mit hoher Nachfrage nach Parzellen.

Planegg/Krailling – Die „Sonnenäcker“ machen im Würmtal Schule. Davon ist Dietlind Freyer-Zacherl überzeugt. Die Kraillinger FBK-Gemeinderätin hat einen der Anstöße dafür gegeben, dass diesen Sommer erstmals eine Do-it-yourself-Anbaufläche für Planegger und Kraillinger Bürger zur Verfügung steht. „Schon lange gefiel mir der ,Sonnenacker’ an der Gautinger Reismühle“, sagt Freyer-Zacherl, „und außerdem bekam ich gezielte Nachfragen von Bürgern, ob man nicht in Krailling etwas Vergleichbares anbieten könne.“ Die Anregung brachte sie im Gemeinderat ein und traf auf Wohlwollen – umso mehr, als der Rat weder etwas zu organisieren noch etwas aus dem Gemeindesäckel zu bezahlen braucht.

„Die Abwicklung läuft ganz reibungslos über die Solidargemeinschaft ,Unser Land’“, fand Freyer-Zacherl heraus. Mit Fraktionskollegen und Landwirt Rudolf Heidrich wurde sie bei Jana Schmaderer vom „Starnberger Land“ vorstellig und zog vier Flächen rund um Krailling in die engere Wahl.

Hinter Drosselweg, am Sanatorium oder beim ,Walterspiel’ habe sie Flächen angeschaut, sagt die Kraillingerin. Die Wahl fiel dann aber auf ein Feld hinter dem ehemaligen Planegger Schlossgut an der Amtmannstraße: „Sehr sonnenbeschienen, und der dortige Landwirt hatte auch schon Erfahrung mit ,Sonnenäckern’ gemacht“. Außerdem passte dort ein wichtiges Kriterium: Man kann gut hinkommen und leicht parken.

Rund 15 Parzellen habe der Landwirt von seinem Getreidefeld „abgezweigt“, sagt die Kraillingerin. „Am Anfang haben die Hasen alles abgefressen, aber jetzt ist es ein richtiger Bauerngarten geworden, mit Kohlköpfen, Zwiebeln, Lauch und vielen bunten Blumen.“

Je nach persönlicher Vorliebe würden die „Mieter“ eher für den persönlichen Verzehr oder eher für die heimische Dekoration anpflanzen. „Abgerechnet wird pro ,Bifang’, wie man die erhöhten Anbauflächen nennt“, sagt Freyer-Zacherl, die sich inzwischen selber auch schon Fachwissen angeeignet hat. Und das, obwohl sie selber keine ,Bifange’ gemietet hat. „Mein Garten ist mir groß genug zum Bewirtschaften.“ Den positiven Effekt des Grabens und Gärtnerns auf die Lebenszufriedenheit kennt sie also aus eigener Erfahrung. Deshalb hatte sie beim Containerdorf der Asylbewerber angeregt, dass diese auf dem aufgeschütteten Hügel ein landwirtschaftliches Hobby anfangen können. „Es ist einfach positiv und wichtig, dass sie beschäftigt sind.“

Für die „Sonnenäcker“ wünscht sie sich ebenfalls ein noch breiteres Angebot, und das auch im Kerngebiet der Kraillinger Flur. „Es steht einer Gemeinde einfach gut zu Gesicht, wenn sie so etwas anbieten kann“, sagt Freyer-Zacherl. Aber oft dauerten Verhandlungen mit allen Betroffenen rund zwei Jahre – gehe es um den Landwirt oder die Parkplatzfläche.

Andreas Bretting

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