neues Kinderhaus St. Martin Martinsried, Ansicht von Süden
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Im März 2018 fiel das Kinderhaus St. Martin einem Brand zum Opfer. Vier Jahre später, im Frühjahr 2022 sollen die Arbeiten am Nachfolgebau beginnen, hier die Ansicht von Süden. Wechner Architektengesellschaft

Vier Jahre nach Brand sollen Arbeiten an Nachfolgebau beginnen

Neues Kinderhaus St. Martin kostet 5,21 Millionen

  • Nicole Kalenda
    vonNicole Kalenda
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Der Baubeginn ist fürs Frühjahr 2022 geplant: Vier Jahre nachdem ein Brand das Kinderhaus St. Martin in Martinsried zerstörte, sollen die Arbeiten am Nachfolgebau beginnen. Der wird auf Wunsch der Gemeinde Planegg Platz für eine Gruppe mehr bieten. Geschätzte Kosten: 5,21 Millionen Euro.

Planegg – Am 1. März 2018 brach in dem Kinderhaus in der Martinsrieder Einsteinstraße ein Feuer aus. Verletzt wurde niemand, doch der Sachverständige der Bayerischen Versicherungskammer stufte das Gebäude als Totalschaden ein. Die Kirchenstiftung St. Elisabeth Planegg, der Träger der Einrichtung, quartierte die Kinder um, die Vorbereitungen für den Nachfolgebau begannen. Der beauftragte Architekt, der Kraillinger Hans Wechner, stellte jetzt im Planegger Gemeinderat den Vorentwurf für das neue Kinderhaus vor.

Das alte Gebäude war für drei Gruppen konzipiert, zwei Kindergarten- und eine Hortgruppe, hatte aber zuletzt nur zwei Gruppen beherbergt. Die Erzdiözese München und Freising wollte auch den Neubau dreigruppig gestalten. Auf Bitten der Gemeinde, die zwei Drittel der Investitionskosten übernimmt, hatte Wechner auch eine Variante mit Platz für eine weitere Hortgruppe erarbeitet. Nötig sei diese, so Planeggs Geschäftsleiter Stefan Schaudig, um „einen Puffer zu haben“, wenn ab 2025 ein Rechtsanspruch auf einen Hortplatz besteht. Den Raum für die zweite Gruppe gleich von Beginn an mit zu verwirklichen sei günstiger. Der Gemeinderat sprach sich mit großer Mehrheit dafür aus. Auf 565 000 Euro ist die Erweiterung veranschlagt. Die Kosten übernimmt Planegg, dessen Anteil nach Wechners Berechnungen insgesamt 2,66 Millionen Euro beträgt. Das Erzbischöfliche Ordinariat zahlt 1,05 Millionen, der Versicherungsanteil liegt bei 1,5 Millionen, sodass die Gesamtkosten bei 5,21 Millionen liegen.

100 Prozent barrierefrei

„Das gesamte Gebäude ist in allen Geschossen 100 Prozent barrierefrei und von der Straße aus barrierefrei zu erreichen“, erläuterte Wechner. Von der 1040 m2 großen Nutzfläche entfallen 647 auf den Kinderbereich. Das Kinderhaus wird teilweise unterkellert. Im Erdgeschoss werden die beiden Kindergartengruppen untergebracht, jeweils mit Gruppen- und Gruppennebenraum. Dazu ist ein überdachter Terrassenbereich vorgesehen. Im ersten Stock befindet sich der Hort. Die zweite Hortgruppe kommt dort unter, wo zunächst eine große Flachdachfläche angedacht war. Derzeit, so Wechner, werde die Wirtschaftlichkeit einer Fotovoltaikanlage geprüft. Die käme auf weitere 100 000 Euro. Beheizt wird das in Holzständerbauweise errichtete Gebäude mit einer Grundwasserwärmepumpe. Wechner: „Im Sommer können wir damit, wenn nicht kühlen, so doch temperieren.“

Im kommenden Frühjahr soll der Bauantrag gestellt werden, im Herbst die Ausschreibung beginnen. Mit Baubeginn im Frühjahr 2022 und einer 15- bis 18-monatigen Bauzeit soll das Kinderhaus zu Beginn des Kindergartenjahres 2023/24 startklar sein.

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