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Möglicher Teil einer Trambahn-Trasse: Die Röntgenstraße in Martinsried

ÖPNV-Studie

Mit der Tram durch Martinsried

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Eine Stadtbahn auf Schienen von Martinsried bis Germering: Planer halten das für technisch möglich und sinnvoll, sollte die Region noch weiter wachsen.

Planegg – Eine Stadt-Umland-Bahn, die die Gemeinden rund um München direkt und schnell miteinander verbindet – ohne die Umwege, die das sternförmig angelegte Nahverkehrsnetz der Landeshauptstadt den Fahrgästen aufzwingt: Diese Idee gibt es seit Jahrzehnten, und eben so lange wird sie als unmöglich, unnötig oder unwirtschaftlich kritisiert.

Studie unterstreicht Bedeutung von Tangentialverbindungen

Eine Studie der Technischen Universität München, des Schweizer Verkehrsplanungsbüros Basler und Partner und des Büros Studio Stadt Region unterstreicht nun aber wieder die Bedeutung, die solchen Tangentialverbindungen am Stadtgebiet vorbei künftig zukommen könnte. Die Studie wurde jetzt im Mobilitätsausschuss des Münchner Kreistages vorgestellt, der sie im Jahr 2015 in Auftrag gegeben hatte. Eine Stärkung der Querverbindungen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zwischen den S-Bahn-Ästen und den U-Bahn-Endhaltestellen halten die Ersteller der Studie für unerlässlich, um die Verkehrsprobleme der Zukunft zu bewältigen.

Pendler würden von der Tram profitieren

Von der künftigen Endstation der U6 in Martinsried soll die Tram über den Bahnhof Planegg nach Germering führen. Die blauen Ts kennzeichnen mögliche Haltestellen.

Als einen möglichen Baustein sehen sie eine Stadtbahn zwischen Martinsried und Germering mit Haltestellen unter anderem am Planegger S-Bahnhof. Die Pendelbeziehungen in der stark wachsenden Region werden vielfältiger. Nur etwa jeder zehnte Arbeitnehmer im Landkreis München hat seinen Arbeitsplatz in seinem Wohnort. Planegg und Martinsried sind durch die hohe Zahl der Einpendler tagsüber stärker bevölkert als nachts. Nach Daten des Regionalen Planungsverbandes kommen von den fast 10 000 Einpendlern in Planegg und Martinsried knapp 700 aus anderen Landkreiskommunen und rund 4000 aus dem Stadtgebiet München. Etwa 5000 kommen aus anderen Landkreisen. Mit ein Grund, warum die Planer auch über die Kreisgrenzen hinausblickten.

Die damit immer wichtiger werdenden Querverbindungen im ÖPNV sind bislang fast nur durch Busse gegeben. Wer etwa von Starnberg zum Campus Martinsried will, ist bislang fast 40 Minuten unterwegs. Eine Stadtbahn würde die Reisezeit verkürzen und so den ÖPNV attraktiver machen.

Martinsrieder Ortsmittenplanung steht dem Konzept nicht im Weg

Die Bahnunterführung in der Germeringer Straße (im Hintergrund) könnte ein bautechnisches Problem werden.

Bautechnisch wäre eine Stadtbahn von Germering nach Martinsried schwierig, aber möglich, sagt die Studie. Der gerade stattfindende Umbau der Martinsrieder Ortsmitte erschwert entsprechende Planungen zwar, zunichtemachen würde er sie aber wohl nicht. „Der Erhalt einer möglichen Trasse für ein schienengebundenes Verkehrsmittel durch Martinsried war Teil des Auftrags an die Planer für die Ortsmitte“, sagt Richard Richter, Leiter des Planegger Bauamtes. Ein weiteres bautechnisches Problem wäre die Bahnunterführung an der Germeringer Straße. Und für die weiterführende Trasse müsste Wald gerodet und die Autobahn A 96 überbrückt werden.

Wohngebiete entlang der geplanten Trasse?

Dennoch empfehlen die Autoren der Studie dem Landkreis München, die Möglichkeit einer Stadtbahn zwischen Martinsried und Germering weiter zu untersuchen. Noch sei eine solche Bahn bei geschätzten Baukosten von 150 Millionen Euro keine wirtschaftliche Alternative.

Das könnte sich aber in Zukunft ändern, wenn neue Wohngebiete entlang der Strecke entstünden, oder neue Gewerbegebiete, etwa auf dem Areal des Tanklagers zwischen Krailling und Germering. Im Jahr 2035 könnte die nötige Auslastung bei Eintreten des vorhergesagten Bevölkerungswachstums gegeben sein.

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