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Die Parfümerie Nöth zieht sich aus Planegg zurück.

Laden besteht seit mehr als 50 Jahren

Zu wenige Kunden! Parfümerie schließt - jetzt gibt es Räumungsverkauf mit bis zu 70% Rabatt

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Die Planegger Parfümerie Nöth gibt auf. Am Samstag, 15. September, hat sie zum letzten Mal geöffnet.

Planegg – „Die Nachfrage ist immer wieder ein bisschen weniger und weniger geworden. Durch die Schließungen des Modehauses gegenüber und eines Schuhgeschäfts in der Nähe hat die Frequenz nachgelassen“, sagt Geschäftsführer Otmar Nöth – eine Beobachtung, die die Gemeinde Planegg so nicht teilt.

Im Herbst 2011 übernahm Nöth die Parfümerie Schumann in der Planegger Bahnhofstraße. Senior-Chefin Rosemarie Schumann suchte damals einen Nachfolger. Ihre Tochter Birgit Schumann wollte die über 50 Jahre bestehende Parfümerie nicht komplett alleine übernehmen, blieb mit ihren Permanent-Make-up-Behandlungen aber im hinteren Teil der Räume. Auch jetzt wird Birgit Schumann weitermachen. In den vorderen Teil des Ladenlokals an der Bahnhofstraße zieht ein Schmuckgeschäft.

Die Entscheidung zu schließen sei bereits vor einigen Monaten gefallen, als die Verlängerung des Mietvertrags anstand, sagt Nöth, der auch Filialen in Olching, Fürstenfeldbruck und Germering betreibt. Diese Filialen bleiben bestehen, da sie besser laufen. Dass das Modehaus „M Couture“ gegenüber der Parfümerie 2014 schloss und „Schuh Linse“ im vergangenen Winter, traf die Parfümeriefiliale. „Die beiden Geschäfte hatten Kundenfrequenz gebracht, Planegg hat dadurch nicht mehr so viel Vielfalt bei den Läden wie früher“, so Nöth. Eine Rolle habe auch der immer weiter zunehmende Online-Handel gespielt: „Wir sind nicht mehr eine eigene Welt, die Konkurrenz spüren wir alle.“ Eine Mitarbeiterin wechselt in eine andere Filiale, eine weitere wollte nicht.

Bis Samstag, 15. September, sind alle Produkte in der Parfümerie um 25 bis 70 Prozent reduziert. Etliche Kunden nutzten schon in den vergangenen Tagen die Gelegenheit für einen günstigen Einkauf – „davon viele Kunden, die schon vorher bei uns eingekauft haben, aber es waren einfach nicht genug“, sagt Nöth.

„Dass die Frequenz auf der Bahnhofstraße nachgelassen hat, würde ich nicht verallgemeinern“, sagt Bärbel Zeller, im Rathaus zuständig für die Wirtschaftsförderung. Sie habe im Gegenteil von mehreren Geschäftsleuten gehört, dass seit der Wiedereröffnung des „Mi Casa Su Casa“ und der Neueröffnung des Käfer-Geschäfts im ehemaligen „Schuh Linse“ wieder mehr los sei. „Es ist immer sehr schade, wenn ein Planegger Geschäft schließt, und wir freuen uns, dass es Herr Nöth so lange versucht hat, nachdem er ja schon vor einem Jahr an Schließung gedacht hat“, sagt Zeller. „Bei einer Parfümerie gibt es immer mehrere Wettbewerbsfaktoren, die Online-Konkurrenz ist hier besonders stark“, sagt Zeller. Nöth sei es zudem wohl nicht gelungen, die Stammkundschaft von Rosemarie Schumann vollständig zu übernehmen.

Dass sich sofort ein Nachmieter gefunden habe, zeige die Attraktivität der Bahnhofstraße, „sonst hätten wir ja einen Leerstand“, so Zeller. „Natürlich hat sich aber das Kaufverhalten der Planegger in den letzten 20 Jahren geändert. Viele arbeiten tagsüber nicht mehr vor Ort und haben nach Dienstschluss keine Lust, einkaufen zu gehen“, sagt Zeller. Deshalb arbeiteten das Rathaus und die anderen Würmtaler Gemeinden rege an der Plattform „Digitale Einkaufsregion Würmtal“. Dort soll es „online alles geben, was es in der Planegger Bahnhofstraße und den anderen Gemeinden auch gibt“, sagt Zeller. „Mit einem schnellen Lieferservice versprechen wir uns so eine gute Verknüpfung zu unseren Geschäften.“

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