Nächtliche Zettel-Aktion

Unbekannte missbrauchen Wahlplakate

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Kurz vor der Bundestagswahl versuchen Unbekannte im Würmtal, den Wahlkampf von CSU, SPD und Grünen zu torpedieren. Auf den Wahlplakaten der drei Parteien, etwa in der Bahnhofstraße, haben sie Zettel mit angeblichen Zitaten von Spitzenpolitikern der Parteien aufgeklebt.

Planegg„Wir, die Grünen, müssen dafür sorgen, so viele Ausländer wie möglich nach Deutschland zu holen“, wird etwa der grüne EU-Politiker Daniel Cohn-Bendit zitiert. Außerdem Bundeskanzlerin Angela Merkel, die davon gesprochen habe, dass „wir wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit haben“.

Alle Parteien sind verärgert über die „Sauerei“, so der Planegger Gemeinderat Herbert Stepp. Der ehemalige Planegger Grünen-Gemeinderat Fritz Schiller wollte am Montag Strafanzeige gegen die Aktion einreichen. Die Erfolgsaussichten sind aber gering. Die Grünen planen zudem, sich „zu den entsprechenden Uhrzeiten, etwa spät am Abend“, auf die Lauer nach den Plakat-Beschädigern zu legen. Der oder die Täter müssen aus dem Würmtal kommen, da Stepp erst am Samstagabend Aufkleber von den Plakaten beseitigte – am Sonntag waren bereits wieder welche da. Stepp: „Das ist sehr ärgerlich, weil die Leute stehen bleiben, lesen und nicht unbedingt sofort richtig schlussfolgern und die Aussagen nicht als Fake-News abspeichern.“

Die Zitate sind wohl fast alle gefälscht. So finden sich zwar Berichte im Internet mit etwa dem Zitat von Grünen-Chef Cem Özedemir, „Wir wollen, dass Deutschland islamisch wird“. Laut Özdemir wurde ihm aber dieses und andere Zitate in den Mund gelegt. Das Zitat von Angela Merkel hatte sie wohl in einer Rede so gesagt, es ist aber aus dem Zusammenhang gerissen.

Wer die Täter sind, ist unklar. „Etablierte Parteien und ihre Ortsverbände sind sicher nicht die Täter“, mutmaßt die dritte Planegger Bürgermeisterin Anneliese Bradel. „Wir ärgern uns natürlich, ich glaube aber auch nicht, dass die Leute so einen Weg gut finden“, sagt der Planegger SPD-Chef Felix Kempf.

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