Kiesabbau in Klostermeiergrube

Petition im Landtag gescheitert

  • schließen

Die Petition gegen den Kiesabbau bei Martinsried ist im Landtag gescheitert. Der neu gegründete Ortsverband der Planegger Grünen will aber nicht aufgeben.

Planegg– Gegen die Hausmacht der CSU im Landtag hatten Judith Grimme und Sabine Haugg aus Martinsried keine Chance. Die Sprecherinnen des neu gegründeten Planegger Ortsverbands der Grünen hatten gehofft, den Kiesabbau auf einer 5,8 Hektar großen Fläche nördlich des Martinsrieder Wegs, der so genannten Klostermeiergrube, mit Hilfe einer Petition zu verhindern. Die Mitglieder von Grünen, SPD und Freie Wähler hatten sich am Donnerstag im Zuge der Anhörung der Petition vor dem Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz auch dafür ausgesprochen, dass die entsprechenden Behörden das Anliegen der Petenten bei der Genehmigung berücksichtigen sollten. Die CSU jedoch wies das Anliegen der beiden komplett ab.

Volker Bauer (CSU) brachte die Angelegenheit in Rage. Es sei eine fragwürdige Entwicklung, wenn standardmäßig versucht werde, Genehmigungen auf dem Petitionsweg zu Fall zu bringen. „Es besteht kein Anlass für Zweifel an dem Genehmigungsverfahren.“ Florian von Brunn (SPD) bescheinigte dem Kiesabbauunternehmen: „Glück ist eine zuverlässige Firma.“

Doch Grimme und Haugg beklagten, dass die Genehmigung für den Kiesabbau in der Klostermeiergrube aus den 1960er Jahren stammt. Und sie bekamen Rückendeckung von Rosi Steinberger (Grüne), die sich die Situation auf Google Maps anschaute. Die Wohnbebauung sei seit den 60er Jahren ganz nah an das Abbaugebiet herangerückt, stellte diese fest. Dass die Genehmigung von damals rechtlich Bestand haben soll, stellte sie damit in Frage: „So einfach sollte es sich die Genehmigungsbehörde nicht machen.“

Doch der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses, Otto Hühnerkopf (CSU), sagte: „Uns geht es um die rechtliche Situation.“ Und die Genehmigung sei damals unbefristet erteilt worden. Ein Vorschlag zur Güte kam vom Vorsitzenden des Ausschusses, Christian Magerl (Grüne): „Wäre ein Ortstermin sinnvoll?“. Grimme begrüßte dies ausdrücklich. Von Brunn schlug vor, vor einer Entscheidung des Ausschusses das Ergebnis des zeitgleich zur Sitzung stattfindenden Ortstermins des Bund Naturschutz in Martinsried abzuwarten.

Doch aus all dem wurde nichts. Die CSU lehnte das Anliegen ab. „Sie hat es weggefegt“, sagte Judith Grimme anschließend enttäuscht. „Wir werden uns aber dafür stark machen, dass alles überprüft wird“, erklärte Sabine Haugg. Die Fläche sei ein Grünzug und eine Frischluftschneise, so Grimme.

Die beiden Sprecherinnen des Grünen-Ortsverbands wollen daher nicht locker lassen. „Es betrifft so viele Menschen.“ Grimme und Haugg planen nun in der Gemeinde Unterschriften gegen das Vorhaben zu sammeln. Den Vorwurf des Abgeordneten Volker Bauer, ihre Petition sei eine Verschwendung von Steuergeld, „finde ich fast unverschämt“, sagte Grimme.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Entscheidung für ein Leben als Augustiner
Aus Felix Katzenberger ist Bruder Philipp geworden, aus Michael Clemens Bruder Michael. Ein Jahr haben sie als Novizen im Augustinerkonvent Maria Eich gelebt. Am …
Entscheidung für ein Leben als Augustiner
Lokalsport im Würmtal
Hier finden Sie einen Überblick über die Artikel zu den Sportereignissen im Würmtal. Der direkte Weg zum Lokalsport:
Lokalsport im Würmtal
Polizei und Gemeinden ziehen Bilanz über nächtliche Ruhestörungen im Würmtal
Sommer für Sommer prallen am Anger in Gräfelfing das Ruhebedürfnis der Anwohner und der Spaß derjenigen aufeinander, die baden, grillen und feiern. Eine erste Bilanz.
Polizei und Gemeinden ziehen Bilanz über nächtliche Ruhestörungen im Würmtal
Ein Kraftakt, der sich gelohnt hat
Nach anderthalb Monaten ist die Ausstellung „Glaube – Liebe – Hoffnung“ nun zu Ende gegangen. Der Kunstkreis Gräfelfing und die Kirchenvertreter blicken auf eine …
Ein Kraftakt, der sich gelohnt hat

Kommentare