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Polizeiinspektion Planegg: Sanierung als Zwischenlösung

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Von: Nicole Kalenda

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Weil ein Neubauprojekt nicht auf die Schnelle umzusetzen ist, bleibt die Planegger Inspektion voraussichtlich noch länger in Betrieb. a-Foto: walter wohlrab
Weil ein Neubauprojekt nicht auf die Schnelle umzusetzen ist, bleibt die Planegger Inspektion voraussichtlich noch länger in Betrieb. © Walter Wohlrab

Eine Planegger Lösung zeichnet sich ab: Der Freistaat Bayern verhandelt mit einem privaten Anbieter über ein Grundstück für die neue Polizeidienststelle. Bis diese bezugsfertig ist, soll die alte reichen. Dazu muss saniert werden. Die Gemeinde als Eigentümer des Gebäudes hatte das zuletzt ausgeschlossen.

Planegg – Die Suche nach einem neuen Standort währt nun fast zwei Jahre. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es noch keinen Vertragsabschluss über eine Fläche für eine neue PI 46“, heißt es jetzt auf Merkur-Anfrage vom Polizeipräsidium. Trotzdem ist Bewegung in die Sache gekommen. Bestätigt werden Gespräche mit einem Planegger Grundstückseigentümer. „Im Falle eines Vertragsabschlusses über das aktuell verhandelte Grundstück, wird bis zur Nutzungsaufnahme des neuen Dienstgebäudes noch ein Zeitraum vergehen, der Sanierungsmaßnahmen am Bestandsgebäude unumgänglich macht“, so das Polizeipräsidium. Der Umfang richte sich nach der voraussichtlichen Zeitspanne, die zu überbrücken sei.

Erstmals Gespräch zwischen allen Beteiligten

Für Sanierungen ist in der Regel der Eigentümer zuständig – die Gemeinde Planegg. Bürgermeister Hermann Nafziger erklärte noch im Juni: „Wir stecken da keinen Cent rein.“ Er habe vom Gemeinderat das Mandant, Investitionen in das heruntergekommene Gebäude abzulehnen und gegebenenfalls den Mietvertrag mit dem Freistaat, vertreten durch das Polizeipräsidium, zu kündigen.

Jüngst habe es erstmals ein Gespräch mit allen Beteiligten gegeben, so Nafziger: Vertreter der Ministerien für Inneres und Bauen, der Immobilien Freistaat Bayern, des Polizeipräsidiums, der örtlichen Polizei und der Gemeinde saßen mit dem Eigentümer des für den Neubau infrage kommenden Grundstücks an einem Tisch. Die Sachlage scheint sich damit geändert zu haben. Bürgermeister Nafziger schließt nicht mehr aus, dass die Gemeinde in die Bestandsimmobilie Josef-von-Hirsch-Straße 1 investiert: „Es wird garantiert nicht der Löwenanteil sein.“ Der Bürgermeister weiter: „Grundsätzlich werden wir das Gebäude nicht ertüchtigen. Da ist der Freistaat bereit, Geld in die Hand zu nehmen.“ Allerdings gebe es „ein paar Dinge, die wir nicht abwälzen können“, etwa den Brandschutz. Nach der Sommerpause möchte Nafziger den Gemeinderat nicht-öffentlich informieren – und überzeugen. „Das ist der sicherste Weg, die Polizei in Planegg zu halten.“

Zwei Angebote aus Gräfelfing

Die Inspektion ist zuständig für Planegg, Gräfelfing, Neuried, Krailling und Stockdorf. Seit 1960 residiert sie in einem eigens für diesen Zweck von der Gemeinde Planegg errichteten Gebäude in der Josef-von-Hirsch-Straße 1. Das ist längst marode und viel zu klein für die heutigen Bedürfnisse.

Im Dezember 2020 hatte das Polizeipräsidium erklärt: „Das Gebäude ist mittlerweile altersbedingt grundsanierungsbedürftig.“ Die Anforderungen an neue Räumlichkeiten wurden ermittelt und der Bedarf wurde seitens des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration genehmigt. Seitdem ist die Immobilien Freistaat Bayern, der Staatsbetrieb, der für sämtliche Liegenschaften des Freistaats zuständig ist, im Würmtal auf der Suche nach einem Grundstück für einen Neubau.

Der Planegger Gemeinderat erklärte mit großer Mehrheit, die Polizei im Ort halten zu wollen, und bot zwei Grundstücke an: die Josef-von-Hirsch-Straße 1 und eine Fläche des noch zu konzipierenden neuen Bahnhofsareals. Beide fanden keinen Gefallen. Die Immobilien Freistaat Bayern startete im Juni 2021 ein Ankaufgesuch auf ihrer Homepage. Zwei Angebote von privaten Anbietern im Gemeindegebiet Gräfelfing gingen ein. Auch diese wurden als nicht geeignet angesehen.

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