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Planegg erweitert Gewerbegebiet Steinkirchen

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Von: Nicole Kalenda

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Blick von Norden: Auf dem Acker, der sich an das Morphosys-Firmengebäude in der Semmelweisstraße anschließt, sollen Büro- und Laborflächen entstehen.
Blick von Norden: Auf dem Acker, der sich an das Morphosys-Firmengebäude in der Semmelweisstraße anschließt, sollen Büro- und Laborflächen entstehen. © Michael Schönwälder

Büro- und Laborfläche statt Acker: Die Gemeinde Planegg erweitert das Gewerbegebiet Steinkirchen. Auf 10.000 Quaratmeter Grund am östlichen Ende der Semmelweisstraße soll Baurecht für 15.300 Quadratmeter Geschossfläche entstehen – in Blickweite der Gräfelfinger Wohnbebauung.

Planegg - Der Ausschuss für Umwelt, Bauleitplanung und Verkehr des Planegger Gemeinderates hat am Donnerstag mit dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 85 die Voraussetzungen für weitere 650 Arbeitsplätze in Steinkirchen geschaffen, wohl wissend, dass das zu mehr Verkehr und erhöhten Druck auf den Wohnungsmarkt führen wird. Anlass ist der dringende Wunsch zweier in Steinkirchen ansässiger Unternehmen zu expandieren. Die Sanacorp Pharmahandel GmbH plant den Neubau ihrer Firmenzentrale, weil sich, so das Bauamt, der hohe Aufwand, das bestehende Gebäude zu sanieren und zu modernisieren, nicht lohne. Die Eurofins BioPharma Product Testing Munich GmbH weihte erst im September 2018 ein neues Firmengebäude in der Robert-Koch-Straße 3a ein, ist aber nach wie vor auf mehrere Standorte in Planegg verteilt, die sie nun bündeln möchte. Auch eine Erweiterung wird angestrebt.

Im Flächennutzungsplan Fläche für Landwirtschaft

Nach Einschätzung der Gemeindeverwaltung stehen weder in Steinkirchen noch in Martinsried geeignete Grundstücke zur Verfügung, abgesehen von dem Acker, der sich auf der Nordseite der Semmelweisstraße an den Sitz des biopharmazeutischen Unternehmens Morphosys anschließt. Im erst Anfang 2020 verabschiedeten neuen Flächennutzungsplan der Gemeinde sind die Grundstücke als Fläche für Landwirtschaft dargestellt, die mittelfristig in extensives Grünland umgewandelt werden soll. „Vonseiten der Grundstückseigentümer besteht die Bereitschaft zum Verkauf“, sagte Bürgermeister Hermann Nafziger.

„Die künftige Bebauung soll in Anordnung und Höhenstaffelung eine logische Fortentwicklung der bisherigen Bebauung an der Semmelweisstraße darstellen“, heißt es im Beschlussvorschlag, der mit 7:2 Stimmen angenommen wurde. Die nötigen Ausgleichsflächen seien auf der nördlich angrenzenden Wiese nachzuweisen. Zu den Befürwortern zählte auch Judith Grimme (Grüne). Sie verwies auf die Aufwertung der nördlichen Wiese und die geplante Dachbegrünung. „Ich sehe einen Gewinn, was die ökologische Wertigkeit angeht.“ Fritz Haugg (FDP) sagte: „Das Charmante an dem Projekt ist, dass Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen.“ Durch die Ausgleichsfläche könnten die beiden ökologischen Projekte in Gemeindehand Stoawiesn und Schmetterlingswiese verbunden werden.

Antrag auf Vertagung scheitert

Widerspruch kam von Felix Kempf (SPD): „Ich finde es sehr weit hergeholt, wenn das Ganze zum ökologischen Projekt erklärt wird.“ Er warnte vor Verkehrsmehrung und sprach davon, dass die „Schieflage“ – mehr Arbeitsplätze als Bürger im Gemeindegebiet – verstärkt werde. Eva Schreier (gG21) sagte: „Den Eingriff in die Natur können wir durch ein begrüntes Dach nicht ausgleichen.“ Es sei unglaublich, dass in den so jungen Flächennutzungsplan eingegriffen werde. Sie votierte für eine Vertagung, um andere Lösungen zu finden. Schreier: „Auch wir wollen alteingesessene Firmen nicht ziehen lassen.“ Unterstützung bekam sie nur von Kempf. Der Rest schloss sich Bürgermeister Nafziger an, der erklärte: „Wir müssen auch mal mutig sein, hier im Gemeinderat schnell etwas zu entscheiden.“

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