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U-Bahnhaltestelle Klinikum Großhadern: Die Gemeinde Planegg ist Bauherr der Linienverlängerung bis nach Martinsried. 

Gesellschaft soll Zahlungsbetrieb in Millionenhöhe abwickeln

Planegg gründet eigene U-Bahn-Firma

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Die Gemeinde Planegg hat eine Firma gegründet, die nicht mehr zu tun hat, als eingehende Gelder auszugeben. Anfang nächsten Jahres soll die Eigenbetrieb U-Bahnlinie 6 Gemeindewerk Planegg (U6 GwP) den Betrieb aufnehmen.

Planegg – Grund für die Schaffung des gemeindeeigenen Betriebes mit Kämmerer Peter Vogel als Werkleiter und Bürgermeister Heinrich Hofmann als Vorsitzenden ist die Verlängerung der U-Bahnlinie 6 von Großhadern nach Martinsried. Die Gemeinde ist Bauherr. Die Aufgabe, das Bauwerk schlüsselfertig und betriebsbereit herzustellen, übertrug sie der U-Bahn Martinsried Projektmanagement GmbH & Co.KG (PMG). Die PMG fordert die notwendigen Mittel ein, um die Rechnungen zu bezahlen. Die Summen, die der Tunnelbau verschlingt, müssten jedoch im Gemeindehaushalt abgebildet werden.

2012 wurden die Kosten für 1000 Meter unterirdischer Gleise und Bahnhof auf 73,5 Millionen Euro geschätzt, inzwischen dürften sie höher liegen. Aktuellere Berechnungen gibt es nicht. Der Freistaat übernimmt 95 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, der Landkreis zwei Drittel des Restes und Planegg schließlich die übrigen 1,67 Prozent. Die vielen Millionen „würden den Haushalt unverhältnismäßig aufblähen und unübersichtlich machen“, sagt Stefan Schaudig, Geschäftsführer der Gemeinde. „Das Projekt dominiert alles von den Volumina her.“

Um Intransparenz zu vermeiden, sei Kämmerer Vogel auf die Idee gekommen, mit der U6 GwP eine eigene Gesellschaft zu installieren, die den Zahlungsverkehr beim U-Bahnprojekt abwickelt. „So ist es transparent und sauber nachvollziehbar“, sagt Schaudig. Im Gemeindehaushalt tauchen nur noch die Mittel auf, die Planegg als Zuschussgeber für sein eigenes Bauprojekt in Tunnel und Bahnhof steckt. Sie gehen ebenso an die U6 GwP wie die Gelder von Freistaat und Landkreis. Die U6 GwP überweist das Geld an die Projektmanagementgesellschaft.

Die U6 Gemeindewerk Planegg hat einen eigenen Haushalt, über den ab kommendem Jahr der vom Gemeinderat bestellte Werkausschuss beschließt. Heuer befasst sich ausnahmsweise der Gemeinderat mit dem Wirtschaftsplan 2019 sowie dem Investitions- und Finanzplan bis jeweils einschließlich 2022 und dem Stellenplan, der keine Stellen enthält, weil Kämmerer Vogel sich um alles kümmert. Der Haupt-, Finanz- und Kulturausschuss empfahl in seiner jüngsten Sitzung geschlossen Zustimmung.

Die U6 GwP bleibt auch erhalten, wenn die U-Bahn in einigen Jahren eingeweiht wird. Die Gemeinde verpachtet als Eigentümerin der Infrastrukturanlagen sowie eines U-Bahnfahrzeuges, das noch angeschafft werden muss, den unterirdischen Bahnhof, die Gleise und das U-Bahnfahrzeug an die Stadtwerke München. Die Einnahmen, die zwischen 1 und 1,5 Millionen Euro liegen dürften, sind für spätere Ersatzinvestitionen gedacht. „Die Pachtrücklage wird zunächst zügig anschnellen“, so Schaudig. Auch sie würde „den Gemeindehaushalt optisch verfälschen“.

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