Jürgen Peters und Judith Grimme sind Sprecher des Ortsverbandes Planegg/Martinsried von Bündnis 90/Die Grünen.
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Jürgen Peters und Judith Grimme sind Sprecher des Ortsverbandes Planegg/Martinsried von Bündnis 90/Die Grünen.

Planegger Ortsverband kündigt Messungen an

Grüne ermitteln Feinstaubwerte auf eigene Faust

  • Nicole Kalenda
    VonNicole Kalenda
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Der Ortsverband Planegg/Martinsried von Bündnis 90/Die Grünen steigt in die Feinstaubmessung ein. An drei Schwerpunkten im Gemeindegebiet will der promovierte Naturwissenschaftler Jürgen Peters, der gemeinsam mit Judith Grimme als Sprecher des Ortsverbandes fungiert, regelmäßig mit einem mobilen Messgerät Daten sammeln.

Planegg –  In den vergangenen Jahren seien „von Amts wegen keinerlei Messungen durchgeführt“ worden, es sei „lediglich hochgerechnet und prognostiziert“ worden, heißt es in einer Pressemitteilung des Ortsverbandes Planegg/Martinsried von Bündnis 90/Die Grünen.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) konzentriert seine Messungen hauptsächlich auf viel befahrene Straßen in größeren Städten. Messstationen des Luftüberwachungssystem Bayern (LÜB) finden sich an fünf Straßen im Stadtgebiet München, dazu eine in Andechs. Im Würmtal werden keine regelmäßigen Messungen der Luftqualität durchgeführt, weder der Stickoxid-, noch der Feinstaubbelastung. Beide Stoffe sind gesundheitsschädlich und können sich auf die Atemwege wie auf das Herz-Kreislauf-System auswirken.

2011 ließ die Gemeinde Planegg an vier Punkten in der Germeringer Straße, die mit knapp 16 000 Fahrzeugen täglich die am stärksten belastete Straße im Gemeindegebiet ist, die Stickstoffdioxid-Werte aufzeichnen, nicht aber die Feinstaubwerte. Eine Immissionsprognose hatte ergeben, dass diese Werte deutlich unterschritten werden.

2017 berechnete das LfU im Auftrag der Gemeinde eine Prognose für einige viel befahrene Straßen in Planegg und Martinsried. Nach den von der Gemeinde veröffentlichten Daten lag die Konzentration von Feinstaub, also jenem Gemisch fester oder flüssiger Stoffe wie Rußpartikeln, Staub aus Reifen-, Kupplungs- und Bremsenabrieb, Plastikteilchen, Pollen und Baustellenstaub, dem sich Bündnis 90/Die Grünen jetzt annehmen, deutlich unter den Grenzwerten für Wohngebiete. Anfang 2019 veröffentlichte das Landratsamt München eine Berechnung der Belastung durch Schadstoffe an den viel befahrenen Straßen im Landkreis, darunter auch die Germeringer Straße in Planegg. Auch hier stellte Feinstaub kein Problem dar.

Der Grünen-Ortsverband ermittelt nun auf eigene Faust Feinstaubwerte an der Münchner beziehungsweise Germeringer Straße in Planegg sowie der Röntgen- und der Lochhamer Straße Nord in Martinsried, zunächst dreimal pro Woche zu drei verschiedenen Tageszeiten. „Diese privaten Messungen, durchgeführt nach bestem Wissen und Gewissen, können keine amtlichen Messungen ersetzen, können aber Hinweise liefern, die Behörden bei etwaigen deutlichen Grenzüberschreitungen zum Messen veranlassen können, wo ansonsten niemals gemessen wird“, so Grünen-Sprecherin Grimme.

Anstoß für die Messungen sei der Kiesabbau auf 5,84 Hektar des Martinsrieder Feldes durch die Gräfelfinger Bernhard Glück Kies-Sand-Hartsteinsplitt GmbH gewesen, der im vergangenen Winter begonnen wurde. Bündnis 90/die Grünen befürchten laut Grimme „durch die Erweiterung der Auskiesung sowie den dadurch entstehenden zusätzlichen Schwerlastverkehr“ eine erhöhte Schadstoffbelastung der Luft, vor allem durch Feinstaub. Die Ergebnisse der Messungen sollen wöchentlich im Internet veröffentlicht werden.

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