Die Grünen fordern eine „Kieswende“.
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Die Grünen fordern eine „Kieswende“. (Symbolfoto)

Umstrittene Vorhaben

Planegger Grüne fordern in Petition eine „Kieswende“

Der Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen Planegg und Martinsried hat eine Petition beim Bayerischen Landtag mit der klaren Forderung nach einer „Kieswende“ eingereicht.

Planegg – Im Neurieder Stiftungswald sollen 9,5 Hektar dem Kiesabbau zum Opfer fallen, zudem existieren Planungen der Gräfelfinger Firma Glück, die auf Planegger Flur befindliche Dickwiese in ein Kiesabbaugebiet umzuwandeln. Hier hat sich bereits ein breiter Widerstand gegen die Kiesindustrie formiert – Initiativen und Aktivitäten von Bürgern und anderen Ortsverbänden, die der Planegger Ortsverband explizit begrüßt.

Judith Grimme: „Wir möchten die ganze Problematik auf eine politische Ebene heben.“

Doch die Planegger Grünen wollen noch ein Schippe drauflegen und haben deshalb eine Petition formuliert. „Wir möchten die ganze Problematik auf eine politische Ebene heben“, erläutert Grünen-Sprecherin Judith Grimme den Ansatz der Petition. Gefordert wird in dem Papier eine „Kieswende“, die darauf abzielt, dass lokale Konfrontationen zwischen Landschafts- und Naturschützern sowie der Kiesindustrie gar nicht erst stattfinden müssen. „Wir möchten etwas vorschlagen, was genau diese Konflikte entschärfen könnte“, so Grimme. 

Der nachhaltige Lösungsansatz: Einsatz von Recycling-Beton (RC-Beton). Verwende man statt Kies, der ein wesentlicher Bestandteil des herkömmlichen Betons ist, RC-Beton, könnte nach Ansicht der Grünen „der Bedarf an Primärkies stark reduziert werden“.

„Laut Ökoinstitut könnte durch Verbauung von RC-Beton fast die Hälfte des momentan erforderlichen Kieses in Deutschland eingespart werden“, sagt Jürgen Peters, ebenfalls Sprecher des Ortsverbandes der Grünen. Für alle sei das eine klassische Win-Win-Situation. Außerdem gelte Beton als Klimakiller, da bei der Produktion einer Tonne Beton etwa eine Tonne CO2 freigesetzt werde.

Andere Bundesländer weiter als Bayern

Als einen weiteren Pluspunkt sehen die Grünen auch die Tatsache, dass sich durch den Einsatz des umweltfreundlicheren Betons der massive Lkw-Verkehr zu den Deponien drastisch senken würde. Peters: „Leider ist Bayern in Sachen RC-Beton noch ein Entwicklungsland.“ Es fehle an staatlicher Nachfrage, Förderungen und Zulassungen. Der Grünen-Sprecher verweist auf andere Bundesländer wie Baden-Württemberg oder Berlin, die bei der Verwendung von RC-Beton schon deutlich weiter seien. Auch die Schweiz habe hier eine seriöse Vorreiterrolle. In Zürich dürften beispielsweise keine öffentlichen Bauvorhaben ohne RC-Beton realisiert werden. „Wir müssen einfach nur dieses Wissen und die Technologie übernehmen“, argumentiert Peters.

Recycling sei ja keine neue Erfindung, findet Judith Grimme. Es sei einfach ein Weg, der für alle gut wäre. Und auf Beton und Bauen wollten ja selbstverständlich auch die Grünen nicht verzichten.

Mit einem Petitionsergebnis rechnen Grimme und Peters frühestens nach der Sommerpause. In der Zwischenzeit will der Ortsverband nicht untätig bleiben, sondern sich mit Gleichgesinnten stärker vernetzen und , Informationen austauschen. Die Petition sei lediglich der Startschuss zur avisierten Kieswende.

Carolin Högel

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