Hermann Nafziger (56) ist der neue Planegger Bürgermeister. Nach 18 SPD-Jahren stellt die CSU wieder das Gemeindeoberhaupt.
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Via Internet verfolgten Hermann Nafziger und seine Lebensgefährtin Carolin Bach am Sonntagabend die Stimmenauszählung. 

CSU-Kandidat setzt sich in Planegg durch

Nafziger nach Stichwahl-Sieg:„Ich bin überglücklich“

  • Nicole Kalenda
    vonNicole Kalenda
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Hermann Nafziger (56) ist der neue Planegger Bürgermeister. Nach 18 SPD-Jahren stellt die CSU wieder das Gemeindeoberhaupt.

PlaneggNafziger setzte sich am Sonntag in der Stichwahl gegen Cornelia David (59) von den Freien Wählern Dynamischen (FWD) mit 56,5:43,5 Prozent durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,8 Prozent.

„Vor zwölf Jahren habe ich den ersten Anlauf gewagt. Ich kann’s noch gar nicht fassen. Ich bin überglücklich“, erklärte Nafziger. „Ich habe immer gesagt, dass das Bürgermeisteramt für mich die größte Herausforderung meines Lebens ist. Jetzt ist die Herausforderung durch die Corona-Pandemie noch einmal größer geworden.“ Die Auswirkungen auf Planegg, seine Bürger und sein Gewerbe seien noch nicht abzusehen, „Da müssen wir gemeinsam durch. Ich werde mein Bestes geben.“

CSUler trafen sich im Videochat

Die Stichwahl fand als reine Briefwahl statt. Das Rathaus blieb geschlossen, ausgezählt wurde im Feodor-Lynen-Gymnasium. Nafziger, sein Wahlkampfteam und andere CSU-Kollegen fanden sich ab 18 Uhr im Videochat zusammen. Von der Auszählung des ersten der insgesamt 14 Stimmbezirke an, lag Nafziger in Führung. Als sein Sieg feststand, meldeten sich reihenweise Gratulanten per Telefon.

2008 war Nafziger erstmals angetreten, es folgten zwei weitere Kandidaturen 2014, regulär und nach dem Tod von SPD-Bürgermeisterin Annemarie Detsch erneut im Dezember. Zweimal verlor Nafziger in der Stichwahl. Jetzt, bei der insgesamt vierten Kandidatur und der dritten Stichwahl, setzte er sich durch. Dabei hatte es lange nicht so ausgesehen, als ob der Projektmanager, der seit 2008 im Gemeinderat sitzt, noch einmal antreten würde. „Es war eine gute Entscheidung, bei der Kandidatur des Bürgermeisters nicht zu früh nach vorne zu preschen“, sagte CSU-Ortsverbandsvorsitzender Anselm Engelmayer. Nafziger sei nun der Bürgermeister, „der den komplexesten Gemeinderat vor sich haben wird“. Die 24 Sitze verteilen sich auf sieben Gruppierungen. Nafzigers Mandat geht an Florian Großelfinger, der bis 2009 schon einmal zur Fraktion gehörte. Mit Bürgermeister stellt die CSU sieben Gemeinderatsmitglieder.

Die unterlegene FWD-Kandidatin Cornelia David erklärte: „Das ist für mich kein Beinbruch. Ich habe beim ersten Anlauf 43,5 Prozent geholt. Fast jeder Zweite hat mich gewählt.“ 

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