Polizeiinspektion Planegg von außen
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In die Jahre gekommen: die Planegger Polizeiinspektion.

Zwei Grundstücke für neue Dienststelle im Angebot

Planegg lässt Polizei entscheiden

  • Nicole Kalenda
    vonNicole Kalenda
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Der Planegger Gemeinderat überlässt der Polizei die Entscheidung, wo die neue Inspektion entstehen soll. Er beschloss am Donnerstag, sowohl eine Fläche am Bahnhof Nord als auch den derzeitigen Standort in der Josef-von-Hirsch-Straße zum Kauf anzubieten.

Planegg – Drei Monate haben sich die Gemeinderäte intensiv mit der Zukunft der PI46 auseinandergesetzt. Das bestehende Dienststellengebäude in der Josef-von-Hirsch-Straße 1, das der Freistaat, vertreten durch das Polizeipräsidium München, von der Gemeinde angemietet hat, ist nach 60 Jahren Rund-um-die-Uhr-Betrieb so marode, dass eine Sanierung sehr aufwendig wäre. Auch ist es längst zu klein geworden. In Absprache mit Inspektionsleiter Thomas Sorgalla wurde nach möglichen Standorten für eine neue Dienststelle gesucht. Neben dem Bestandsgrundstück war nur der Bahnhof Nord geeignet. In einer nicht-öffentlichen Gemeinderatssitzung Ende Februar zeichnete sich ab, dass sich für keine Lösung eine Mehrheit finden würde. Am neuen Bahnhofsareal Nord schränkt eine Polizeiinspektion die Planungsmöglichkeiten der Gemeinde ein, die dort in erster Linie Wohnungen errichten möchte. Die Josef-von-Hirsch-Straße 1 liegt zwischen Familienzentrum, Musikschule und Grundschule und böte sich in begrenztem Umfang zur Erweiterung der bestehenden Einrichtungen an. Bürgermeister Hermann Nafziger schlug deswegen vor, beide Grundstücke der Immobilien Freistaat Bayern, zuständig für sämtliche Liegenschaften des Freistaats, anzubieten. „So könnten wir ein klares Zeichen setzen, dass wir als Gemeinde die PI halten möchten.“ Das Ganze ist verbunden mit einem Rückkaufsrecht, sollte die Inspektion jemals aufgelöst werden. Die zweite Voraussetzung: „Der Erlös eines Verkaufs wird zweckgebunden für die Schaffung weiteren gemeindeeigenen Wohnraums verwendet.“

SPD bringt dritten Standort ins Gespräch

Die SPD-Fraktion wollte keines der beiden Grundstück hergeben. „Beide Standorte hätten langfristig erheblichen Nutzwert für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde“, erklärte Felix Kempf. Man brachte kurzfristig eine dritte Fläche ins Spiel: auf dem Gelände des Wertstoffhofs an der Münchner Straße. Das Grundstück, so Nafziger sei „eigentlich zu klein und schlecht geschnitten“, auch habe die Polizei es als zu abgelegen bezeichnet. Das größte Problem sei allerdings, dass zur Münchner Straße hin, wo die Zuwegung erfolgen müsste, eine rund 1000 m2 große Fläche der Gemeinde nicht gehört.

„Wir befürworten, dass die Polizei in Planegg bleibt, aber nicht um jeden Preis“, sagte Florian Zeller (FWD). Die Josef-von-Hirsch-Straße1 sei ein „Grundstücksjuwel“, das nicht verkauft werden dürfe. „Wir möchten nicht, dass die Polizei die Wahl hat, sondern heute getrennt abstimmen. Wir haben das in der Hand.“ Florian Großelfinger (CSU) entgegnete: „Ganz ehrlich, wir haben hier gar nichts in der Hand. Wir machen ein faires, gutes Angebot.“ Fritz Haugg (FDP) zeigte seine Präferenz für den Bahnhof Nord, nannte aber Nafzigers Vorschlag „salomonisch“. Peter von Schall-Riaucour erklärte: „Die Polizei muss entscheiden, wo sie ihren Job am besten ausüben kann.“

So kommt es jetzt auch. Der SPD-Antrag wurde mit 15:9 abgelehnt. Weil der Verwaltungsvorschlag der weitergehende war, stand er vor dem FWD-Antrag auf getrennte Abstimmung zur Entscheidung. CSU, Grüne, Liste FDP, Haugg und Bürgermeister Nafziger sorgten für eine 14:10-Mehrheit.

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