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Das Eiswunder ist beliebt: Der Planegger Jugendtreff Waaghäusl lädt regelmäßig zum Eishockeyturnier.  

Saisoneröffnung am 8. Dezember

Planegg leistet sich weiter Eiswunder

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Die Kunsteisfläche, die Winter für Winter am Feodor-Lynen-Gymnasium installiert wird, hat Planegg in der vergangenen Saison knapp 142 000 Euro gekostet. Diesen Luxus wird sich die Gemeinde weiterhin leisten.

Planegg–  Der Ferienausschuss des Planegger Gemeinderates beschloss am Donnerstag einstimmig, die Firma Andi Mehr bis einschließlich 2019/2020 mit dem Betrieb des Eiswunders zu beauftragen.

Mehr, der auch die Eisflächen auf dem Nymphenburger Schlosskanal betreut, kümmert sich bereits seit mehreren Jahren um das Planegger Eiswunder. Dass Gemeindemitarbeiter diese Aufgabe übernehmen, schloss Planeggs Geschäftsleiter in der Ausschusssitzung aus: „Wir können das auf keinen Fall leisten. Es geht nur mit professioneller Hilfe.“ Alternative sei, „auf null zurückzufahren“.

Das lehnten die Räte ab, kommt die Eisfläche doch bei Bürgern wie Schulen hervorragend an. Schaudig: „Nach den Sommerferien gehen die ersten Reservierungsanfragen ein.“ Knapp 40 000 Euro nahm die Gemeinde im vergangenen Winter durch Eintrittsgelder und Vermietung ein. Dass das Defizit dreieinhalb mal so hoch ist, liegt zum einen an den Personalkosten, die bei 16 Stunden täglich und zwei Schichten à zwei Mann mit 25 000 Euro pro Monat und insgesamt 75 000 Euro veranschlagt sind. Die Stromkosten sind mit rund 35 000 Euro der zweitgrößte Faktor. Hinzu kommt die Anmietung eines Kühlaggregats. Dazu war die Gemeinde bereits 2016/17 gezwungen, weil das eigene Aggregat kaputt war. 23 700 Euro machte das in der vergangenen Saison aus. Vor einer Reparatur, mit knapp 60 000 Euro veranschlagt, schreckt man wegen Unabwägbarkeiten zurück, einen Neukauf für an die 100 000 Euro will die Verwaltung nicht empfehlen. Erst soll ein Gesamtenergiekonzept für das FLG-Gelände erarbeitet werden.

„Die Eisgeschichte ist eine zuschussträchtige und energieverschwenderische Maßnahme“, so Schaudig. „Das Ding wird immer wahnsinnig viel Strom verbrauchen.“

„Die Eisbahn, eine Bibliothek und die Musikschule sind Einrichtungen, die sich eine Gemeinde leisten sollte“, sagte Gerhard Schleburg (CSU). Er erinnerte daran, dass auch Gräfelfing mit dem Betrieb seines Hallenbades und Gauting mit dem Sommerbad hohe Defizite einfahren würden. Schleburg: „Wir Gemeinden im Würmtal ergänzen uns ganz gut. Alle drei investieren viel Geld.“

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