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Möchten den Einzug in den Gemeinderat schaffen: Alexandra und Korbinian Rüger.  

Alexandra und Korbinian Rüger kandidieren für Planegger Gemeinderat

Die Schwester grün, der Bruder rot

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Korbinian Rüger (31) ist seit acht Jahren Parteimitglied, seine Schwester Alexandra (33) seit einem. Beide kandidieren bei der Kommunalwahl am 15. März für den Planegger Gemeinderat, er auf Listenplatz acht für die SPD, sie auf Listenplatz 13 für Bündnis 90/Die Grünen.

Planegg– „Unser Engagement für verschiedene Parteien hat noch zu keinem großen Streit geführt“, sagt Alexandra Rüger und lacht. „Wir wollen zu 90 Prozent ähnliche Sachen“, sagt ihr Bruder.

Politisiert hat sich Alexandra Rüger auch durch ihren Bruder. Der kandidierte bei der Europawahl 2019 auf der SPD-Bundesliste. „Allein dadurch haben wir in der Familie viel über Politik gesprochen.“ Anstoß für den Parteieintritt sei schließlich gewesen, „dass im Bereich der Klimapolitik etwas passieren muss. Gerade hier auf kommunaler Ebene kann man viel machen.“ Sie sieht „Stellschrauben, wo man besser werden kann“, und denkt dabei vor allem an die Germeringer Straße mit ihrer „Feinstaub- und Lärmbelastung der Anwohner“. Alexandra Rüger hat in München und Kopenhagen studiert und promoviert zurzeit neben ihrer Vollzeitstelle in der Pharmaindustrie an der Charité in Berlin in Public Health, was sich als Gesundheitswissenschaften übersetzen lässt. Sie sagt: „Wir müssen es schaffen, für ein Klima zu sorgen, das der Gesundheit zuträglich ist.“

Korbinian Rüger nannte schon im Europawahlkampf im vergangenen Jahr den Klimawandel die „derzeit größte Herausforderung“. Er sagt: „In allem, was die SPD politisch macht, sollte immer der Mensch im Vordergrund stehen. Welche Maßnahmen können wir ergreifen, dass es den Menschen besser geht, gerade denen, die sozial benachteiligt oder einkommensschwächer sind. Unter der Prämisse wird auch der Klimawandel gedacht.“ Davon betroffen sei typischerweise, wer es sich nicht leisten könne, einfach mal wegzuziehen. „Wir wollen die Umwelt oder das Klima nicht als Selbstzweck retten, sondern damit es den Menschen auch in Zukunft gut geht.“

Korbinian Rüger sieht Wohnungsfrage als großes Problem

Er sieht in der Wohnungsfrage „ein Riesenproblem in Planegg. Es ist wahnsinnig teuer hier, sowohl was Kaufpreise als auch Mieten angeht. Viele junge Familien können es sich schlichtweg nicht leisten, hier zu wohnen. Da müssen wir auf jeden Fall etwas machen.“ Hier zeige sich ein Unterschied zu den Grünen, die sich dagegen aussprächen, neue Flächen zu bebauen. „Wenn man Wohnraum schaffen will, muss man manchmal auch neue Flächen dazu hernehmen.“

Einfach nur die Gemeinderatsliste zu füllen, war für beide Geschwister kein Argument zu kandidieren. „Es bringt nichts, in der Partei zu sein, sich zu beschweren und dann auf der Couch zurückzulehnen und die anderen machen zu lassen“, sagt Alexandra Rüger. Und ihrem Bruder, der auch stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsvereins ist, war „von Anfang an klar, dass ich irgendwo auf der Liste stehen werde. Ich will mich einbringen.“

Im Wahlkampf wird man ihn allerdings nicht antreffen. Stattdessen absolviert er einen mehrmonatigen Forschungsaufenthalt in den USA. In Princeton möchte er seine Doktorarbeit in Politischer Philosophie abschließen, die Verteilungsgerechtigkeit zum Thema hat. Im Mai, wenn die Wahl längst gelaufen ist und sich der neue Gemeinderat konstituiert, kehrt er wieder ins Würmtal zurück.

Mutter Barbara Berendt-Rüger auf Platz drei der SPD-Liste

Ein Familienmitglied wird sich in den kommenden Wochen trotzdem voll in den Dienst der Sozialdemokratie stellen: Barbara Berendt-Rüger, die Mutter von Alexandra und Korbinian, kandidiert ebenfalls für die Planegger SPD, auf Platz 3 der Gemeinderatsliste. Nur der Vater, Gynäkologe mit eigener Praxis in Großhadern, hält sich raus.

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