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„Eremiten im Klosterwald Maria Eich“: Diese besondere UN-Auszeichnung zur Biodiversität mit Urkunde und Lebensbaum überreichte Landrat Christoph Göbel am Freitag an Pater Matthäus, den Prior des Klosters Maria Eich. 

Erhalt der biologischen Vielfalt

UN-Umweltpreis für Klosterwald

Zu weltweiter Aufmerksamkeit hat es jetzt der kleine Klosterwald rund um Maria Eich gebracht. Am Freitag ehrten die Vereinten Nationen die Bemühungen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in dem kleinen Waldgebiet.

Planegg – Eine Sensation versprach sich das Planegger Umweltamt wohl nicht, als man die Untere Naturschutzbehörde bat, das kleine Waldgebiet rund um Maria Eich einmal genauer zu betrachten. Das war 2014. Seither überschlagen sich die Ereignisse. Die etwa 50 über 250 Jahre alten „Methusalem-Eichen“ in dem Areal machten die Behörde neugierig. Es folgte eine einjährige Untersuchung des Gebietes.Und das Ergebnis geriet zur Sensation: 240 Holzkäferarten, darunter 88 Arten auf der Roten Liste und vor allem acht Urwaldreliktarten entdeckte die Behörde. Darunter auch der Käfer, der dem nun von der UN ausgezeichneten Projekt seinen Namen gab: der „Eremit“.

Zusammenarbeit verschiedenster Institutionen und Behörden

Mag die Entdeckung dieser Millionen Jahre alten Art in dem kleinen Wäldchen ein Wunder sein, ein beinahe größeres ist die daraus resultierende Zusammenarbeit verschiedenster Institutionen und Behörden. Der Forstbetrieb der Erzdiözese München und Freising, der im Kloster ansässige Augustinerorden, die Bayerischen Staatsforsten, die Gemeinde Planegg und der Landkreis München tragen seither ein Projekt zur Erhaltung der biologischen Vielfalt des Klosterwaldes.

Landrat Christoph Göbel überreichte am Freitag den UN-Preis in Form eines hölzernen Lebensbaumes und einer Urkunde an Pater Matthäus Klein, der als Prior des Klosters quasi der Hausherr des dazugehörigen Waldes ist. Er und auch die anderen Laudatoren betonten die Bedeutung dieser „außergewöhnlichen Allianz“. Und auch in puncto Eremit war man sich einig. Der „Rockstar der Totholzszene“ dürfe hierbleiben, er sei hier daheim, versprach Bernhard Vollmar, Leiter der Forstabteilung des Erzbischöflichen Ordinariats.

Verantwortungsvolle Holznutzung

Grundsätzlich der gleichen Meinung war sein Kollege Martin Neumeyer. Der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten bekannte sich zu einer „Verantwortungsvollen Holznutzung“. Diese sei kein Widerspruch zum Artenschutz, was die Tatsache beweise, dass man eine solche Artenvielfalt in einem seit jeher bewirtschafteten Wald gefunden habe. Landrat Christoph Göbel stellte sich und den Anwesenden allerdings die Frage, ob die vielen Arten auch die heutige Zeit überleben werden.

Michael Wagner von der Unteren Naturschutzbehörde und Martin Neumeyer von den Bayerischen Staatsforsten leisteten auf einer kurzen Exkursion rund um das Kloster dann noch einmal Überzeugungsarbeit. Letzterer versicherte, dass für den Fortbestand dieses Lebensraums alles getan werde.

Margot Deny

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