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Symbolisch Geste: Bürgermeister Heinrich Hofmann wusch gestern am Karl-Valentin-Brunnen auf dem Planegger Marktplatz den Geldbeutel der Gemeinde. Dies soll Geld in die Gemeindekassen spülen. Anlass war der Auftakt der Haushaltsplanungen 2020.  

Gewerbesteuereinnahmen 5,5 Prozent über Soll

Zur Normalität zurückgekehrt

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Nach einem Jahr mit Gewerbesteuereinnahmen in Rekordhöhe ist Planegg zur Normalität zurückgekehrt: 20,57 Millionen Euro überwiesen die vor Ort ansässigen Firmen bisher an die Gemeinde. Das liegt knapp über den Erwartungen.

Planegg– 2018 war ein Ausnahmejahr. Planeggs Kämmerer Peter Vogel hatte mit 18,8 Millionen Euro Gewerbesteuer kalkuliert, am Ende wurden es 26,2 Millionen, so viel wie nie zuvor. In der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause berichtete er nun über die aktuelle Haushaltsentwicklung.

19,5 Millionen Euro an Gewerbesteuer sind für 2019 angesetzt, 20,57 Millionen gingen bisher ein. Damit liegen die Einnahmen 5,5 Prozent über den Erwartungen und nicht, wie im Vorjahr, 31,8 Prozent über Soll. „Letztes Jahr war für unsere Verhältnisse über die Maßen gut, dieses Jahr ist normal“, sagt Vogel. Er spricht von „viel Seitwärtsbewegung. Es schwappt hin und her, aber es ist kein großes Auf und Ab.“ 2019 sei ein Jahr der Konsolidierung, die Einkommenssituation der Gemeinde „solide und nach wie vor konstant“. Vogel: „Wenn es so bleibt mit einem Einnahmenstand von 105,5 Prozent, bin ich sehr zufrieden.“ Denn dann kann die Gemeinde Investitionen wie die Generalsanierung der Planegger Grundschule samt Turnhallenneubau, den Umbau des Bahnhofsareals, die Westumfahrung Martinsrieds und ihren Anteil an der Verlängerung der U-Bahnlinie 6 von Großhadern nach Martinsried stemmen, ohne Schulden aufzunehmen, so wie es im Haushaltsplan bis 2022 vorgesehen ist.

Bayerischer Städtetag weist auf gedämpfte Konjunktur hin

„Es mag schon auch die Konjunktur eine Rolle spielen“, sagt Vogel zum Rückgang der Gewerbesteuer. „Es wird sich wieder etwas bewegen, wenn es konjunkturell nach oben geht.“ Der Kämmerer verweist auf den Bayerischen Städtetag, der in seinem monatlichen Informationsbrief im Juni schrieb: „Insgesamt ist festzustellen, dass sich das gedämpfte Konjunkturbild auf der Steuereinnahmenseite der Kommunen niederschlägt.“ Die finanziellen Handlungsspielräume würden enger.

Diese Erfahrung musste heuer die Nachbargemeinde Krailling machen, die wegen eines Einbruchs bei den Gewerbesteuereinnahmen im März eine Haushaltssperre verhängte und die Erneuerung der Ortsmitte erst einmal auf die lange Bank schob. Ganz anders der Nachbar im Norden: Gräfelfing verdoppelte 2018 seine Gewerbesteuereinnahmen auf 120 Millionen. Im Juni diesen Jahres betrug das Einnahmesoll schon wieder 127 Millionen.

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