+
Weiterhin ohne Nummer: Eine Katalogisierung der Sitzbänke im öffentlichen Raum, hier  vor der Gemeindebücherei, lehnte der Bauausschuss ab. Man will auf Kreisebene tätig werden. 

FDP-Antrag im Bauausschuss gescheitert

Sitzbänke bekommen keine Nummern

  • schließen

„Nummern würden Leben retten.“ Mit dieser Argumentation konnte sich Fritz Haugg (FDP) im jüngsten Bauausschuss des Planegger Gemeinderates vorerst nicht durchsetzen.

PlaneggHaugg hatte gefordert, sämtliche Sitzbänke im öffentlichen Raum durchzuzählen, entsprechend zu beschildern und zu katalogisieren. Weil sie keinen Sinn in einer auf Planegg beschränkten Lösung sahen, lehnten dies die übrigen Ausschussmitglieder ab. Bela Bach (SPD), die auch Mitglied des Münchner Kreistags ist, will das Thema nun auf Landkreisebene einbringen.

Haugg ist nicht nur Behindertenbeauftragter der Gemeinde Planegg, sondern fungiert auch als stellvertretender Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes Planegg-Gräfelfing. Die Ortsgruppe des Sozialverbandes unternimmt regelmäßig Ausflüge. „Eine Fahrt nach Bad Wörishofen hat mich auf die Idee gebracht. Dort hat jede Bank eine Nummer“, sagt Haugg. Wer einen Schwächeanfall erleide oder sich um die Rettung einer hilfebedürftigen Person bemühe, müsse nicht die exakte Adresse wissen, die Nummer der Bank reiche aus. „Es ist ein einfaches und günstiges System, das man in Planegg einführen könnte“, so Haugg.

Als die FDP-Fraktion im April den Antrag zur Katalogisierung der Sitzbänke eingebracht hatte, begann die Gemeindeverwaltung zu recherchieren. „Bad Wörishofen ist die einzige Stadt in Bayern, die so etwas hat“, erklärte Geschäftsleiter Stefan Schaudig. Eine Rückfrage bei Feuerwehr und Rettungsdiensten ergab, dass eine Nummerierung nur dann sinnvoll sei, wenn in der Rettungsleitstelle jede einzelne Bank mit GPS-Daten hinterlegt werde. Schaudig: „Jede Bank, die verrückt wird, muss aktualisiert werden.“ Hauggs Vorschlag, eine Liste bei der Rettungsleitstelle zu hinterlegen, musste er eine Abfuhr erteilen: „Für die Leitstelle muss es digital sein. Die suchen keine Listen heraus.“

Nur in Planegg die Sitzbänke zu katalogisieren, sei nicht sinnvoll, so Schaudig. „Der Effekt, den wir erreichen wollen, ist nicht erreichbar. Das ist im Moment noch zu früh.“ Schaudig betonte: „Wenn es eine flächendeckende Lösung geben würde, wäre das eine tolle Sache.“

Wie viele Sitzbänke in Planegg aufgestellt sind, weiß man in der Gemeindeverwaltung nicht genau. Schaudig schätzt, es könnten bis zu 100 sein. Und damit vermutlich deutlich weniger als in Bad Wörishofen, dem bekannten Kneippkurort im Unterallgäu. „Die Idee hat einen gewissen Charme“, sagte Michael Book (CSU). „Aber Planegg ist nicht mit Bad Wörishofen zu vergleichen. Ein Kurort sind wir noch nicht.“ Bela Bachs Angebot, im Kreistag vorstellig zu werden, wurde einhellig begrüßt. Max Gum-Bauer (FWD): „Da bin ich sofort dabei.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Standort Planegg erweist sich als Flop: Edel-Laden schließt nach nur anderthalb Jahren
Die Planegger Bahnhofstraße und der Marktplatz verlieren eine Attraktion. Nach nur anderthalb Jahren schließt der Edel-Feinkostladen - wegen schlechter Umsätze.
Standort Planegg erweist sich als Flop: Edel-Laden schließt nach nur anderthalb Jahren
Kinder erlaufen 11 023 Euro
Ein fantastisches Ergebnis haben Gräfelfinger Grundschüler bei ihrem Spendenlauf erzielt  - eine fünfstellige Summe für einen guten Zweck.
Kinder erlaufen 11 023 Euro
Anette Kitzmann-Waterloo will Bürgermeisterin werden
Endlich ist die Katze aus dem Sack. Auf ihrem Jubiläums-Sommerfest am Samstag hat die Gräfelfinger SPD bekannt gegeben, wen sie für die Kommunalwahl im März als …
Anette Kitzmann-Waterloo will Bürgermeisterin werden
Motorradfahrer (34) schwer verletzt
Schwere Verletzungen hat ein Motorradfahrer bei einem Verkehrsunfall in Neuried erlitten. Ursache war das gefährliche Wendemanöver einer Audi-Fahrerin.
Motorradfahrer (34) schwer verletzt

Kommentare