Verwaltung rät von Ausbau ab

Würmbad soll nicht attraktiver werden

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Planegg  - Hat Planegg mit dem Wellenbad an der Würm eine Badestelle oder ein Naturbad? Eine für die Gemeinde entscheidende Frage.

Hat die Gemeinde Planegg nun ein Schwimmbad oder nicht? Für die Besucher des Wellenbades an der Pasinger Straße mag die Frage abwegig klingen. Auch wenn sich Planegger Bürger und einige Kommunalpolitiker noch mehr Komfort wünschen, ist doch eigentlich alles vorhanden, was ein Flussbad ausmacht: Liegewiesen an beiden Ufern, frisch renovierte Sonnendecks aus Holz, Umkleidekabinen, Toiletten und dazu zwei Leitern, die den Ein- und Ausstieg in den Betontrog, durch den die Würm hier fließt, erleichtern. Aus Verwaltungssicht ist die Angelegenheit komplizierter.

Im Rathaus bezeichnet man das Wellenbad lieber als Badestelle – und empfiehlt, „alles zu unterlassen, was das Bad attraktiver macht“, wie es Rathausgeschäftsführer Stefan Schaudig jüngst im Bauausschuss formulierte. Denn sonst könnte der Status als Badestelle in Gefahr sein, den die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) der Anlage an der Würm in einer gutachtlichen Stellungnahme gerade erst bescheinigt hat. Aus der Badestelle könnte ein Naturbad werden.

Die rechtlich durchaus relevante Unterscheidung hängt wesentlich von der Ausstattung der Anlage mit „bädertypischen Ausbauten“ ab. Für ein Naturbad hätte die Gemeinde als Eigentümerin weit umfangreichere Verkehrssicherungspflichten und müsste eine Badeaufsicht anstellen.

Anlass für die Prüfung durch die DGfdB waren mehrere Anträge verschiedener Ratsfraktionen zum Würmbad, von denen einer jetzt auf der Tagesordnung des Bauausschusses stand. Die FDP-Fraktion will prüfen lassen, ob eine Fußwegverbindung durch das Würmbad von der Bräuhausstraße zur Pasinger Straße möglich ist. Voraussetzung für einen durchgängigen Fußweg ist eine Brücke auch über den westlichen Würm-arm. Eventuell bräuchte es auch einen neuen, hochwasserfesten Übergang über den östlichen Arm im Würmbad.

Max Gum-Bauer (FWD) sagte, er unterstütze den Plan, wolle die Verwaltung mit einer Prüfung der Maßnahme aber vorerst nicht beauftragen. Erst müsse klar sein, wie der Eigentümer des Bräustüberls das ehemalige Trafohäuschen oberhalb des Wehres erschließt. Der Betreiber will dort einen weiteren Gastraum einrichten und muss einen Steg bauen. Peter von Schall als Vertreter der FDP-Fraktion ließ eine entsprechende Anpassung des Antrages zu.

Auch Herbert Stepp (Grüne Gruppe 21) sprach sich für eine Prüfung aus. Er glaube nicht, dass sich eine Attraktivitätssteigerung ergebe, die den Status als Badestelle gefährden könnte. Nur Monika Schulz (SPD) sprach sich klar gegen einen Fußweg durch das Würmbad aus. Mit einer Mehrheit von 5:3 Stimmen ging der Prüfauftrag an die Verwaltung durch.

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