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Bevor die Beamten, hier Polizeimeisterin Anna Dehm und Polizeiobermeister Moritz Schrüfer, die Bodycams an ihre Uniform heften dürfen, werden sie geschult.  

Planegger Polizei jetzt mit Bodycam

Achtung, Aufnahme

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Die Beamten der Gautinger Polizeiinspektion müssen sich noch gedulden, die Planegger Kollegen sind seit dieser Woche ausgerüstet: Bodycams sollen zur Deeskalation beitragen. Sie dürfen eingeschaltet werden, wenn Polizisten oder Dritte bedroht werden.

Planegg – Nach einem einjährigen Pilotversuch gab Innenminister Joachim Herrmann im März den Einsatz der Körperkameras für die bayerische Polizei frei. Bis Anfang nächsten Jahres sollen sämtliche Dienststellen damit ausgerüstet werden. Die Planegger, die zum Polizeipräsidium München gehören, erhielten bereits drei der insgesamt 1400 georderten Geräte, „Sie sind nur im uniformierten Streifendienst im Einsatz“, sagt 1. Polizeihauptkommissar und Inspektionsleiter Thomas Sorgalla. Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, sei die Einführung nur nicht angelaufen, sagt sein Gautinger Kollege Ernst Wiedemann. Er rechnet Ende des Jahres mit Bodycams.

Die leuchtend gelben Kameras werden an einer Schlaufe unterhalb der Schulter befestigt, ergänzt durch die Aufschrift „Video, Audio“. Bei Standby leuchtet ein grünes Licht, die Kamera nimmt auf, ohne zu speichern. Wird sie angeschaltet, leuchtet das Licht rot. Dann sind automatisch auch die letzten 30 Sekunden des Standby-Betriebs gespeichert. Diese Pre-Recording-Funktion soll helfen zu klären, was der Auslöser für die Aufnahme war.

Am Dienstag begannen die Schulungen. Jeweils einen Vormittag macht Sorgalla seine Kollegen mit Theorie und Praxis vertraut, informiert über die rechtlichen Voraussetzungen und übt an Fallbeispielen. Gefilmt werden darf bei verbalen oder körperlichen Attacken gegen Polizeibeamte oder Dritte und auch nur, wenn der Gefilmte zuvor gewarnt wird. „Das Aufzeichnen wird angekündigt. Dieses Herausheben aus der Menge hat eine deeskalierende Wirkung“, so Sorgalla. „Wenn man damit natürlich Straftaten dokumentieren kann, kann man die Aufnahmen als Beweismittel nehmen.“

„Grundsätzlich spielt mit der mangelnde Respekt gegenüber der Polizei“, sagt Sorgalla. „Da sind wir im Würmtal noch gut dran.“ Doch auch hier komme es vor, dass Feiernde die Ruhe störten, sich etwa am Marktplatz in Planegg oder am Anger in Gräfelfing „uneinsichtige Jugendgruppen“ aufhielten. „Das haben wir immer wieder, dass Einzelne dabei sind, die ihre Grenzen austesten.“ Auch die illegale Technoparty die Polizei in einem Waldstück in Neuried auflöste, sei ein klassisches Beispiel für den möglichen Einsatz von Bodycams. Beim Abmarsch der 400 Raver beleidigte ein Jugendlicher die Beamten.

Sorgalla selbst konnte sich vergangenes Jahr im Dienst auf dem Oktoberfest vom Sinn der Körperkameras überzeugen. Ein Betrunkener, der auf seine Einsatzgruppe losging, habe sein Verhalten „sehr schnell geändert“, als die Kollegin ihn darauf aufmerksam machte, dass sie jetzt filme. Sorgalla: „Bisher hatten wir zur Deeskalation nur die Kommunikation. Jetzt haben wir ein zusätzliches Mittel vor dem unmittelbaren Zwang.“

In der Inspektion kommt die Bodycam in eine Ladestation, wird „filmmäßig entleert und strommäßig aufgeladen“. Das Material landet auf einem eigens in der PI 46 installierten Server, von dem aus Gründen der Datensicherheit nichts weggeschickt werden kann. Sollten die Aufnahmen Beweismaterial sein, müssen sie auf DVD gebrannt werden. Nach 21 Tagen werden die Aufzeichnungen auf dem Server automatisch gelöscht.

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