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Eine Starklichtfackel, wie sie Andreas Bauer zu Demonstrationszwecken entzündet hat, wird bis zu 2800 Grad heiß.

Bayerischer Fußball-Verband schaut beim SVP vorbei

Planegger Pyrotechnik-Show

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Planegg - In große Stadien Pyrotechnik einzuschmuggeln, wird zunehmend schwerer. In den unteren Amateurligen jedoch fehlen Einlasskontrollen. 

So viel Pyrotechnik wie am Dienstagabend dürfte Jakup Shahini auf dem Gelände des SV Planegg-Krailling noch nie gesehen haben. Der langjährige Platzwart des Fußball-Bezirksligisten verfolgte gemeinsam mit dem ehemaligen Fußball-Abteilungsleiter Dieter Häringer, wie eine Fackel nach der anderen angezündet und mit einem Gelstrahl aus einer Dose wieder gelöscht wurde. Andreas Bauer, der in seiner Kindheit in Planegg Fußball gespielt hatte, hatte angefragt, ob er das Gelände an der Hofmarkstraße zu einer Demonstration nutzen dürfe. Der SVP war einverstanden und begrüßte jetzt neben Bauer fünf Vertreter des Bayerischen Fußball-Verbandes: Verbandsspielleiter Josef Janker, Verbandsschiedsrichterobmann Walter Moritz sowie die drei Mitarbeiter des BFV-Hauptamtes Grit Labahn, Frank Schweizerhof und Manfred Trestl.

Bauer, der inzwischen in Gräfelfing wohnt, arbeitet für die Heilbronner Firma „PreventTec“, die gemeinsam mit der Deutschen Hochschule der Polizei ein Löschmittel für Starklichtfackeln und Ähnliches entwickelt hat. „Es soll direkte Verletzungen vermeiden“, so Bauer, und sei etwa für Polizisten auf Demonstrationen gedacht. Das umweltneutrale Gel ohne giftige Fluorverbindungen wird inzwischen auch in der „Allianz Arena“ eingesetzt, um unwillkommene Pyrotechnik schnell zum Verlöschen zu bringen. Eine Dose „FireEx600“ ist laut Bauer für 28 Euro zu haben. Ein Vorteil des Löschmittels: Es ruiniert den Rasen nicht.

„Weil wir eine klare Linie fahren, wird der Pyrobereich immer weiter nach unten geschoben“, sagt Verbandsspielleiter Janker. Wer zündeln will und an den Einlasskontrollen scheitert, geht eben dahin, wo der Rucksack nicht durchsucht wird. „Die größte Gefahr sind Relegations- und Entscheidungsspiele“, so Labahn. Auch solchen Gelegenheiten kommt der Einsatz von Pyrotechnik auch in Spielklassen wie Kreis- und Bezirksliga laut Janker zunehmend vor: „Wir wollen dem Trend entgegentreten und die Vereine für das Thema sensibilisieren. Am Ende entscheiden die Vereine selbst.“

Der BFV hatte sich mit der Bitte um eine Schulung an „PreventTec“ gewandt. Auf eine Theorie-Einheit folgte jetzt die Praxis. Bauer entzündete eine Starklichtfackel, wie sie eigentlich für die Seenotrettung verwendet wird, aber auch am Rand der Fußballplätze auftaucht. Sie enthält, um heller zu leuchten, Magnesium und wird mit bis zu 2800 Grad rund 1000 Grad heißer als ein Bengalo.

Bauer hielt die Fackel in einen Topf und verwandelte einen rohen Hähnchenschenkel in kurzer Zeit in ein grünlich leuchtendes Stück Kohle. „Die Haut ist etwas dicker als beim Menschen“, so Bauer über das Versuchsobjekt. Fackeln dürften auf keinen Fall ausgetreten werden, da die Hitze die Schuhsohle wegbrennt und zu schweren Verletzungen führt. Standardfeuerlöscher helfen auch nicht, können maximal eine durch die Fackel in Brand geratene Bande löschen. „Wenn sie nicht aus Plastik ist“, so Bauer. Sand und Wasser scheiden ebenfalls aus. „Unser Löscher ist der einzige Handfeuerlöscher, der Starklichtfackeln löscht.“ Ein Druck auf den Sprühkopf, und die Fackel ist in zwei Sekunden aus.

„Liegen lassen und absichern ist die Botschaft“, sagt Verbandsspielleiter Janker nach der 45-minütigen Vorführung. „Wir wollen die Gefahren der Pyrotechnik erkennen und die Verantwortlichen in den Vereinen schulen.“ Bauer, der sich als Market Development Manager bei „PreventTec“ für den Bereich Behörden, Polizei, Fußball und Sicherheit zuständig ist, hat bisher noch keine Anfragen von Amateurclubs bekommen. „Die unterklassigen Vereine werden irgendwann das Problem haben, beschäftigen sich aber nicht mit dem Thema“, sagt er.

Häringer, seit Jahrzehnten Vereinsmitglied und lange Zeit selbst in der Fußball-Abteilung des SV Planegg engagiert, hat noch nie Fackeln oder Bengalos am Rande eines SVP-Spiels brennen sehen. „Geben tut’s das schon, auch in den unteren Klassen. Verrückte gibt es immer.“ Häringer erinnert sich noch an ein Heimspiel, in dem er eine Gruppe von 20 gegnerischen Fans noch vor Anpfiff hinter den Zaun schickte. „Die hätten sonst gezündelt“, ist er sich sicher.

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