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Sorgt sich um seine Bella: der Gräfelfinger Arzt Dr. Siegfried Gröninger.  

Auf der Planegger Stoawiesn

Sorge um Bella: Rattengift brachte diesen Hund fast um

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Ist wieder ein Hundehasser unterwegs? Die kleine Bella hat ihre Neugierde fast mit dem Leben bezahlt. Auf der Steinkirchener Stoawiesn erwischte sie Rattengift. Ihr Herrchen warnt andere Hundebesitzer vor der Gefahr.

Planegg – Bella ist für ihn wie ein Enkelkind. Sie ist ein Hund. Aber: „Das letzte Kind hat oft ein Fell“, erklärt der Gräfelfinger Arzt Dr. Siegfried Gröninger (80). Entsprechend groß sind seine Sorgen und Ängste, wenn es ihr nicht gut geht. Und Bella geht es derzeit alles andere als gut. Dass der toskanische Trüffelhund am Mittwoch seinen ersten Geburtstag erleben durfte, ist keinesfalls selbstverständlich. Auf der Stoawiesn in Steinkirchen soll Bella vor zwei Wochen Rattengift gefressen haben – und wäre daran fast gestorben.

Bella spuckte tagelang, hatte Darmblutungen, starken Durchfall, konnte sich kaum mehr rühren, ihre Bauchspeicheldrüse ist stark angegriffen, mehrfach bekam sie über Stunden Infusionen. „Sie war todkrank.“ Und: „Sie ist noch nicht überm Berg.“ Für Gröninger ist das heftig. „Es ist so schmerzhaft, wenn ein kleines Wesen so leiden muss.“ Zumal er es so lieb gewonnen hat. Vor ihrer Vergiftung wog Bella sechs Kilogramm, jetzt hat sie eins verloren. „Das ist schon viel.“

Andere Hunden auch betroffen?

Gröninger ist selbst Mediziner, er ahnte schnell, das Rattengift die Ursache für ihren Zustand sein könnte. „Da sind wir gleich zum Tierarzt gegangen.“ Danach sei die Diagnose eindeutig gewesen: „Es war Rattengift.“ Das Problem: „Das wirkt vier Wochen lang.“ Weil ihn die Sache stark mitnimmt, schaltete Gröninger jetzt eine Anzeige, um andere vor dem Gift zu warnen. Nicht nur, dass sein Hund darunter leidet und damit auch er: „Ich glaube, dass ich beim Tierarzt nicht unter 800 Euro rauskomme.“ Außerdem sagt er: „Ich möchte wissen, ob andere Hunde auch etwas erwischt haben.“

Der Polizei hat er seinen Fall nicht gemeldet. Er meint, die könne vermutlich nicht viel erreichen. Inspektionsleiter Matthias Schneller sieht das anders: „Mein Rat lautet natürlich, mit der Polizei Kontakt aufzunehmen und Anzeige zu erstatten, damit wir einen Täter ermitteln können.“ Eine Häufung solcher Fälle ist ihm bislang nicht bekannt. Auch Richard Richter vom Planegger Umweltamt weiß von nichts. Die Gemeinde jedenfalls habe kein Rattengift gestreut, erklärt Richter. „An der Stoawiesn gibt es keine Veranlassung dazu, das ist nicht der Lebensraum der Ratten.“ Und da das Gebiet ein Biotop sei, werde dort sowieso kein Gift ausgebracht. 

„Es gibt immer wieder solche Zeitgenossen“

Was Richter aber auch sagt, ist, dass Hunde dort an der Leine geführt werden sollten. „Ich bin alles andere als begeistert über die Masse an Hunden die da laufen.“ Die Artenvielfalt des Biotops könne darunter leiden. Er vermutet, eine Privatperson habe das Gift ausgebracht. „Es gibt immer wieder solche Zeitgenossen“, meint er.

Gröninger findet es „sadistisch und unverantwortlich“, Rattengift zu verteilen. Leidvoll zeigt ihm seine kleine Bella gerade die Folgen einer solchen Aktion.

Lesen Sie auch: Hunde-Köder: Polizei bittet um erhöhte Aufmerksamkeit

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