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Unzufrieden mit den uneben verlegten Pflasterplatten auf den Bahnen beim FLG: Die Stockschützen des EC Planegg-Geisenbrunn um den 1. Vorsitzenden Erwin Eckl (vorne, Mitte).

Gemeinde Planegg verklagt Baufirma

Stockbahnen sind Holperstrecken

Planegg - Um die Stockbahnen in Planegg führt die Gemeinde einen Rechtsstreit mit dem Erbauer. Für die Stockschützen des EC Planegg-Geisenbrunn hat das Warten bittere Folgen.

„Da drinnen ist eine Unebenheit, das ist unglaublich“, sagt Erwin Eckl, Vorsitzender des EC Planegg-Geisenbrunn, über die Stockbahn am Planegger Feodor-Lynen-Gymnasium. Die Gemeinde Planegg weiß davon. Seit 2013 gibt es die Bahn, seit 2015 steht sie mit der Herstellerfirma im Kontakt. „Doch das ließ sich auf einfachem Wege bislang nicht klären“, erklärt Andreas Löbe vom örtlichen Bauamt. Am Mittwoch, 26. Oktober, treffen sich die beiden Parteien deshalb erstmals vor Gericht. Löbe meint: „So was dauert in der Regel eine Weile.“ Möglicherweise müssten noch Gutachten eingeholt werden.

Für Eckl und seine Stockschützen sind das keine guten Aussichten. „Wir warten schon seit Monaten, dass es vor Gericht kommt“, sagt er. Nicht, dass man auf den Bahnen derzeit überhaupt nicht spielen könnte. Dort eine Meisterschaft auszutragen, komme aber keineswegs in Frage, sagt Eckl. Die Feier zum 40-jährigen Bestehen der Stockschützen habe daher bereits verschoben werden müssen. „Die Bahn ist eine Zumutung, da kann man keinen einladen“, erklärt er. Die einzelnen Bahnen seien derzeit unterschiedlich uneben. Er spricht deshalb von unlauterem Wettbewerb bei einem Turnier. Was Eckl besonders frustriert ist, dass die Bahnen eigentlich genauso sind, wie sie sich der Verein wünscht – wären sie nicht uneben. Wenn Eckl von den Pflastersteinen auf der Bahn spricht, gerät er zunächst ins Schwärmen. Diese seien wasserdurchlässig. Wenige Minuten nach einem Wolkenbruch könne wieder darauf gespielt werden. Doch genau diese Steine sind jetzt der Haken: „Die sind dermaßen schlecht verlegt worden“, schimpft Eckl.

Die Herstellerfirma scheint das anders zu sehen. „Sie sieht keinen Mangel, der auf ihr Fehlverhalten zurückzuführen ist“, sagt Löbe. „Sie sieht sich nicht in der Verpflichtung, das zu reparieren“, erklärt er. Bis auf der Bahn die von Gemeinde und Verein gewünschten Bedingungen herrschen, könnte es also noch eine Weile dauern.

Damit rücken aber nicht nur die Jubiläumsfeierlichkeiten, sondern auch zwei weitere Wünsche des Vereins in die Ferne: Der EC Planegg-Geisenbrunn plant, die Bahn in Erbpacht von der Gemeinde zu übernehmen. Und er will zwei der acht Bahnen überdachen lassen. Der Erbpachtvertrag liege nun erstmal auf Eis, so Eckl. Und der Bau der Überdachung stockt, weil dort nicht gebaut werden darf, bis der Rechtsstreit beigelegt ist. Dabei habe die Gemeinde den Bau genehmigt. Auch die Finanzierung für die Überdachung stehe bereits. 5000 Euro spendiere die Gemeinde Krailling, 44 000 Euro zahle Planegg, und rund 50 000 Euro übernehme der Verein selbst.

Durch die Überdachung, sagt Eckl, „können wir das ganze Jahr über spielen, und das ist für uns lebenswichtig“. Denn wenn gespielt wird, können Getränke verkauft werden, und damit wird das Vereinsheim finanziert. Die Unebenheit der Stockbahn beeinträchtigt derzeit also Spielvergnügen und Zukunftspläne des Vereins gleichermaßen.

Victoria Strachwitz

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