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Aus einem Acker wird Wohngebiet: Die Fläche hinter den Wohnhäusern im Grund in Planegg (hier aus Richtung Krailling) soll zur Bebauung freigegeben werden. 

Flächennutzungsplan

Ringen um neue Wohngebiete

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Ein Acker in Planegg soll Wohngebiet werden. Der Gemeinderat geht dabei über den Vorschlag des Bauamtes hinaus, um Platz für weitere 100 Bürger zu schaffen.

Planegg – Die Planegger Gemeinderäte ringen um Wohnraum. Im Januar 2017 beschlossen sie, erstmals nach über 40 Jahren einen neuen Flächennutzungsplan aufzustellen. Er soll die in den vergangenen Jahren erarbeiteten Leitlinien widerspiegeln. Dazu zählt auch moderates Wachstum. Im Rahmen einer Klausurtagung im vergangenen Herbst befassten sich die Räte mit der Ausweisung von Wohngebieten. Auf Basis dieser Diskussion wurden Entwicklungsflächen für Wohnbau an der Herzog-Wilhelm-Straße, der Lena-Christ-Straße, dem Klopferspitz, im Bahnhofsumfeld und Im Grund in den Entwurf des Flächennutzungsplans aufgenommen, der die Grundzüge der Planung definiert.

Mit 1,4 Hektar ist der Acker zwischen Münchner Straße und Im Grund, der sich in Privatbesitz befindet, die größte Fläche. Sollte die Gemeinde dort Baurecht ausweisen, will sie im Gegenzug den Investor dazu verpflichten, im Rahmen der sozialgerechten Bodennutzung bis zu 30 Prozent als sozialen Wohnungsbau zu errichten. An die vorhandene Bebauung angepasst, rechnet das Bauamt mit rund 90 Einwohnern pro Hektar, also gut 120 insgesamt. Den Freien Wählern Dynamischen (FWD) reicht das nicht. „Wir sollten Flächen für Wohnbebauung vorhalten“, sagte Max Gum-Bauer und schlug vor, die Wohnbaufläche in südöstlicher Richtung bis zum Bauhofgrundstück abzurunden. Gum-Bauer: „Dann kämen 100 Einwohner dazu.“

Das Gegenteil wollte die Grüne Gruppe 21 erreichen, die beantragte, kein neues Wohngebiet auf dem Acker auszuweisen. „Auf das Neuantasten einer größeren Fläche kann man erst mal verzichten“, sagte Herbert Stepp. Annemarie Bradel ergänzte: „Günstigen Wohnraum schaffen Sie da nicht. Das wird teurer Wohnraum werden.“ Auch könne man nicht von einer Vorhaltefläche sprechen, weil sich der Acker in Privatbesitz befinde. Bradel: „Das wird ziemlich schnell bebaut werden.“ Peter von Schall Riaucour (FDP-Fraktion), der selbst Im Grund wohnt, schloss sich der Grünen Gruppe 21 an: „Es ist eine wunderschöne Gegend, wunderbare Natur. Das einfach zu zerstören, ist ein Frevel.“

Unterstützung bekam die FWD von der SPD. „Der Ortscharakter besteht nicht nur aus der Bebauung, sondern auch aus den Leuten, die dort wohnen“, sagte Felix Kempf, der befürchtet, dass „Gutverdiener, die es in den Münchner Raum zieht und die sich höhere Preise leisten können, Gering- und zusehends auch Normalverdiener verdrängen, die sich auf dem freien Wohnungsmarkt immer schwerer tun“.

Michael Book (CSU) nannte die Ackerfläche „die einzige Stelle, an der es sinnvoll ist, im Außenbereich Wohngebiet auszuweisen“. Sein Parteikollege Gerhard Schleburg sprach von einer „Chance, etwas Eigenständiges in Planegg zu kreieren“ und urteilte: „Der Acker ist grüne Wüste.“ Fritz Haugg (FDP) sagte: „Wir haben in Planegg keine Erweiterungsmöglichkeiten.“ Der Acker biete die Möglichkeit, „das Baugebiet abzurunden“. Der FWD-Antrag wurde mit 13:7 Stimmen angenommen. Auch Bürgermeister Heinrich Hofmann war dafür, der eingangs der Diskussion gesagt hatte: „Die sozialgerechte Bodennutzung würde funktionieren, wenn wir auch auf privaten Grund mit erhöhtem Baurecht zugreifen könnten.“ Gebilligt werden soll der Flächennutzungsplanentwurf nach Einarbeitung der Änderungen in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen.

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