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Robert Voit am Fahnenschrank im BRK-Vereinshaus Planegg: 50 Jahre lang im Würmtal stets zur Stelle, wenn Hilfe dringend nötig war.

Robert Voit für 50 Jahre beim BRK Planegg-Krailling ausgezeichnet

Treuer Helfer – auch ohne Rettersyndrom

Würmtal - Mit Blaulicht durchs Würmtal zu rasen, machen viele gern, meint Robert Voit. Aber um der BRK-Bereitschaft Planegg-Krailling 50 Jahre lang aktiv die Treue zu halten, braucht es mehr, weit mehr.

Zum Beispiel ein Rettersyndrom, sagt Voit. Zum Wohle vieler Würmtaler verfügte der heute 68-jährige Planegger darüber. Und auch als es sich verflüchtigte, zog er sich nicht zurück. Der Verein war ihm zur Heimat geworden. Jetzt wurde Robert Voit vom Deutschen Roten Kreuz mit einer Ehrennadel für seine 50-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Treue ist natürlich nicht alles, was Robert Voit dem BRK in Planegg in den 50 Jahren schenkte. Er zeigte Einsatz. Viele Jahre lang leitete er die Bereitschaft. Ihm ist zu verdanken, dass es das Kinderfest gibt. Ihm ist geschuldet, dass es in Planegg den First Responder gibt, der auch in Krailling, Neuried und Gräfelfing die Erstversorgung von Patienten übernimmt, bevor der Notarzt eintrifft. Damit machte er seinen Verband vor 20 Jahren zum Vorreiter. „Planegg gehörte zu den ersten Gemeinden im Landkreis München, die den First Responder einführten“, sagt Robert Voit nicht ohne stolz.

Und die Vorreiterrolle gefiel ihm gut. Er führte in den 1990er Jahren die „Frauen-Bereitschaft Krailling“ und die „BRK-Kolonne“ der Männer zusammen zur „BRK-Bereitschaft Planegg-Krailling“. „Wir haben zu den ersten gehört, die das zusammengelegt haben“, berichtet er. Der alte militärische Name „Kolonne“ fiel damit weg.

Neben den bürokratischen Tätigkeiten für den Verband packte Voit praktisch mit an. Er fuhr Rettungsdienst und First Responder. Zu seinen schönsten Erlebnissen gehört der Transport eines Frühchens in eine Spezialklinik. „Das war so bewegend, das Kind war so klein“, sagt er immer noch ganz erfüllt. Sein traurigster Einsatz war der bei einem Verkehrsunfall. „Da hat sich herausgestellt, dass der Patient der Bruder eines Mitglieds war. Ich konnte noch mit ihm reden, aber im Krankenhaus in Starnberg ist er dann gestorben.“ Nach einem anderen Verkehrsunfall bat ihn ein Patient im Rettungswagen, „ich sollte für ihn beten, weil er selber nicht mehr beten konnte“.

Robert Voit fuhr Einsätze, bis er 55 Jahre alt war. Als man begann, ihn für einen Arzt zu halten, habe er aufgehört. Sie seien Sanitäter, keine Ärzte. Dass Voit überhaupt zum BRK kam, war Zufall. Mit 18 Jahren habe er für den Führerschein einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen müssen. „Dann bin ich da hängengeblieben“, erinnert er sich. Bei den folgenden Erste-Hilfe-Kursen habe er das Opfer gespielt, dann habe er selbst ausgebildet – und das Schicksal nahm seinen Lauf.

Seine Verbands-Kollegen wussten seinen Einsatz zu schätzen. Als er einen Ausflug verschlief, holten sie ihn mit dem Bus direkt zu Hause ab. „Die haben mich gehänselt“, erinnert er sich und freut sich immer noch über die gute Kameradschaft. Heute beschränke sich seine aktive Tätigkeit darauf, den Mitgliedern zur Weihnachtsfeier die Weihnachtsgeschichte vorzulesen, sagt er. Sein Nachfolger im Amt des Bereitschaftsleiters, Peter Steigenberger, attestiert ihm: „Er hat ein Faible für soziales Engagement.“ Und er sagt: „Wir haben keine scharfe Altersgrenze wie bei der Feuerwehr.“ Robert Voit darf also dabei bleiben. Die höchste Ehrung für Mitglieder gebe es für 80 Dienstjahre. „Das habe ich noch nie erlebt“, meint Steigenberger. Aber Voit freut es, dass die älteren Mitglieder bei Versammlungen dabei sein können. „Wenn sie nicht mehr gehfähig sind, werden sie abgeholt“, erzählt er. Robert Voit scheint also vorzuhaben, noch lange dabei zu bleiben. Auch wenn das Rettersyndrom der Anfangsjahre sich verflüchtigt hat.

Victoria Strachwitz

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