Korbinian Rüger mit Mikro, dahinter Bernd Posselt
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Engagiert: Korbinian Rüger im April 2019 als EU-Wahlkämpfer bei einer Podiumsdiskussion. Neben ihm Bernd Posselt (CSU), der den Einzug ins Europäische Parlament damals ebenfalls nicht schaffte.

Bewerbung nach Rückzug seiner Planegger Parteigenossin Bela Bach

Korbinian Rüger will SPD-Direktmandat für Bundestag

  • Nicole Kalenda
    vonNicole Kalenda
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Die eine mag nicht kämpfen, wenn die Lage hoffnungslos ist, den anderen spornt es an: Nach dem Rückzug Bela Bachs bewirbt sich ihr Planegger Parteikollege Korbinian Rüger um die Direktkandidatur zur Bundestagswahl im SPD-Unterbezirk München-Land .

Planegg – Bela Bach, seit Februar vergangenen Jahres als Nachrückerin im Bundestag, wurde bei der Aufstellung der SPD-Landesliste für die Bundestagswahl am 26. September nicht berücksichtigt. Als Konsequenz erklärte sie ihren Rückzug aus der Politik und zog auch ihre Direktkandidatur im Stimmkreis München-Land zurück. Während mit Florian Hahn (CSU), seit 2009 Inhaber des Direktmandats im Landkreis, und Anton Hofreiter, Vorsitzender der Bundestagsfraktion der Grünen, zwei politische Schwergewichte Wahlkampf für die beiden anderen Volksparteien betreiben werden, stand die SPD plötzlich ohne Spitzenkandidat da.

Für Rüger ein Ding der Unmöglichkeit. „Ich dachte mir, irgendjemand muss jetzt ran. Warum nicht ich.“ Als der Unterbezirk zu Bewerbungen aufrief, verfasste er ein dreiseitiges Schreiben an die Genossen, in dem auch steht: „Ich bin nicht naiv. Ich weiß, dass meine Chancen, im Herbst als Direktkandidat in den Bundestag einzuziehen, minimal sind.“ Dennoch sei er bereit, zu kämpfen. „Wir haben eine sehr eigenständige Politik und müssen den Wählern im Landkreis ein Angebot machen“, sagt Rüger. Der 32-jährige Doktor der Politischen Philosophie und wissenschaftliche Mitarbeiter an der Ludwig-Maximilians-Universität München sieht „drei eng miteinander verwobene Politikfelder, von denen unsere Zukunft maßgeblich abhängt“. Er trete an für nachhaltige und gerechte Finanzpolitik, Generationengerechtigkeit und konsequenten Klimaschutz und schließlich für ein föderales Europa.

Erfahrung mit Außenseiterrolle

Europa hat es dem stellvertretenden Vorsitzenden des Planegger SPD-Ortsvereins angetan. 2019 kandidierte er fürs Straßburger Parlament. Wohl wissend, dass er weit hinten auf der SPD-Kandidatenliste auf verlorenem Posten stand, stellte er mit seinen Team mit über 30 Veranstaltungen einen Europawahlkampf auf die Beine, „wie ihn der Landkreis München so noch nicht gesehen hatte“. Ähnliches schwebt ihm für die Wahl im September vor. „Es heißt oft, dass Politik sehr verbissen geführt wird. Gerade zurzeit wird der SPD vorgeworfen, verbittert zu sein.“ Das möchte Rüger ändern, die Freude an der Auseinandersetzung zurückbringen. „Im besten Fall ist Wahlkampf der Wettstreit auf Augenhöhe um die besten Ideen für die Zukunft unserer Gesellschaft.“

Eine Aufstellungskonferenz Mitte Mai wird über Rügers Kandidatur entscheiden. Ende April bekommt er die Gelegenheit, sich online dem Vorstand im Unterbezirk sowie den Vertretern der Ortsvereine und Arbeitsgemeinschaften vorzustellen. Bisher ist er der einzige Interessent.

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