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Die ehemalige Schlosswirtschaft an der Pasinger Straße wird von vielen als Schandfleck gesehen. Das Landesamt für Denkmalpflege verbietet aber einen vollständigen Abriss. Eine Sanierung des Gebäudes scheiterte bis dato am Geld.

Sanierung der maroden Planegger Schlosswirtschaft

Denkmalamt stellt Zuschuss in Aussicht

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Das Landesamt für Denkmalpflege zeigt sich offen für Umbau und Teilabriss der Planegger Schlosswirtschaft. Doch die Pläne könnten am Geld scheitern.

Planegg – Der einstöckige Bau an der Pasinger Straße hat seine besten Tage lange hinter sich. Vielen im Würmtal ist er ein Dorn im Auge. In Planegg wird das Gemäuer in Sichtweite von Schloss und Rathaus immer wieder als Schandfleck bezeichnet. In Krailling würde man mit einem Abriss die Hoffnung verbinden, dass die Pasinger Straße durchgehend in beide Richtungen befahrbar und die Kraillinger Ortsmitte so vom Verkehr entlastet werden würde.

Und auch die Eigentümer würden den Bau gerne abreißen. Doch sie dürfen nicht. Das Haus aus dem 17. oder 18. Jahrhundert weise einige einzigartige bauliche Merkmale auf, und es erzähle als Teil des Planegger Schlossensembles eine Geschichte, findet der Denkmalschutz. Von den Abrissplänen haben sich die Eigentümer der ehemaligen Schlosswirtschaft daher verabschiedet und sich mit dem Gedanken einer Renovierung und Umnutzung angefreundet. Nur ob die je umgesetzt wird, ist fraglich.

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD), das den Abriss verbietet, begrüßt die neuen Pläne zwar grundsätzlich, will aber längst nicht so viel Geld für einen denkmalschutzgerechten Umbau beisteuern, wie es die Eigentümer gerne hätten.

Den Abriss hatten die Eigentümer, die Familie von Hirsch, schon in den 1990er Jahren beantragt. Da stand die Schlosswirtschaft schon über 30 Jahre leer. Der Denkmalschutz lehnte 1995 ab, mit der Begründung, die Schlosswirtschaft sei als Gegenüber des Schlosses „einerseits bauliche Fassung des die Würm begleitenden wichtigen Fahrweges als auch Teil des baulichen Gesamtzusammenhangs des Schlosses“. Der umfasse auch die zugehörigen Baulichkeiten, die soziale und wirtschaftliche Aspekte der Schlossgeschichte repräsentiere.

Daraufhin passierte lange nichts. 2012 legten die Eigentümer der Unteren Denkmalschutzbehörde eine Voranfrage für einen Teilabriss und einen Umbau für eine Büronutzung vor. Im März 2014 stellte die Behörde fest, das sei grundsätzlich möglich. Daraufhin reichten die Eigentümer einen Antrag auf finanzielle Förderung der Umbaumaßnahmen ein. „Wir brauchen Geld. Sonst ist eine Sanierung nicht tragbar“, sagt Gutsverwalter Philipp von Hirsch. Eine solche Förderung hat das Landesamt für Denkmalpflege jetzt grundsätzlich in Aussicht gestellt.

Dennoch bleiben Zweifel. Offiziell läuft das Verfahren noch. Um eine echte Zusage zu bekommen, müssten die Eigentümer konkrete Sanierungspläne vorlegen. Ob sie die jedoch nach dem derzeitigen Stand zu entwickeln bereit sind, ist fraglich. Genaue Zahlen nennt das Landesamt nicht, teilt auf Anfrage aber mit: „Der beantragte Zuschuss könnte aus Haushaltsmitteln des BLfD nur zu einem geringen Prozentsatz bewilligt werden.“

Die wohl letzte Möglichkeit für die Eigentümer, an weitere öffentliche Mittel zu kommen, ist jetzt ein Antrag auf einen Zuschuss aus dem Entschädigungsfonds des bayerischen Kultusministeriums. Hoffnung auf ein schnelles Verschwinden oder Aufhübschen der Schlosswirtschaft sollte sich wohl niemand machen.

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