Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen

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Die Semmelweiswiese zwischen Gräfelfing und Steinkirchen

Semmelweiswiese

Aus Acker wird Naturschutzfläche

Planegg - Sollte auf der Planegger Semmelweiswiese eine Asylunterkunft entstehen, käme das vermutlich einem Schildbürgerstreich gleich. Denn damit würde ein rund 250 000 Euro teures Projekt der Gemeinde vernichtet.

Die Semmelweiswiese ist nicht nur irgendein Trenngrün zwischen den Gemeinden Planegg und Gräfelfing. Für die Gegner der derzeit von der Gemeinde Planegg geplanten Asylstandorte ist sie ein Strohhalm. Dort, so die Bürgerinitiative Martinsrieder Runde, könnte eine Unterkunft für 180 Flüchtlinge gebaut werden.

Für die Gemeindeverwaltung ist die Semmelweiswiese nun auch nicht mehr irgendein Trenngrün. Ein Gutachten des Ingenieurbüros Dr. Blasy – Dr. Overland hat jetzt ergeben, dass sich die gemeindlichen Ausgaben in Höhe von insgesamt rund 250 000 Euro für den Naturschutz auf der Fläche gelohnt haben. „Wir haben bereits gesetzlich geschützte Flächen“ auf dem ehemaligen Ackerland, sagt der Leiter des Planegger Umweltamtes Richard Richter erfreut. „Für den Magerrasen besteht ein besonderer Schutz nach dem Bayerischen und dem Bundesnaturschutzgesetz“, erklärt er das Ergebnis der Kartierung. Richter freut besonders, dass die Fläche bereits nach fünf Jahren so weit entwickelt ist. „Das ist schon etwas Besonderes, das ist ein Qualitätssiegel.“

Seit 2011 sei die Gemeinde damit beschäftigt, auf der Wiese eine hochwertige Natur zu entwickeln. „Zeitgleich mit der Erweiterung des Gewerbegebiets nördlich der Semmelweisstraße hatte der Umweltausschuss im Februar 2010 entschieden, das verbleibende Trenngrün dauerhaft von Bebauung frei zu halten und deswegen naturschutzfachlich so hoch wie möglich aufzuwerten“, erklärt Richter. Das ist nun gelungen. Wie die aktuelle Kartierung der Fläche zeige, beherberge der ehemalige Acker mittlerweile 74 höhere Pflanzenarten, darunter 37 von naturschutzfachlicher Bedeutung. Um diesen Wandel möglich zu machen, sei auch Mähgut aus dem Nymphenburger Schlosspark und der Garchinger Heide nach Planegg gefahren und auf der Semmelweiswiese verteilt worden, um die Samen auszubringen. Der Pflanzenbestand der Garchinger Heide sei dokumentiert. Die aktuelle Kartierung sollte zeigen, ob die Semmelweiswiese nun ein Spiegel der Heide sei. Richters Fazit: „Das hat super funktioniert.“

Nach dem Erfolg hofft Richter, dass auf der Semmelweiswiese keine Flüchtlingsunterkunft gebaut wird, wie im Bürgereilantrag der Bürgerinitiative Martinsrieder Runde vorgeschlagen. Doch trotz der nun offiziell geschützten Flächen sei eine Bebauung der Fläche nicht grundsätzlich vom Tisch. „Ich will nicht ausschließen, dass man darauf bauen darf“, sagt er. Das Baugesetz lasse derzeit einiges zu. Richter geht aber davon aus, dass man bei einer so hochwertigen Fläche sehr viel Ausgleichsfläche bräuchte. Der Naturschutz bietet einer Bebauung also eine Hürde.

Richter hofft, dass diese Hürde nicht genommen wird. Zumal er an die vor fünf Jahren investierte hohe Summe von 250 000 Euro erinnert. „In jeder anderen Situation würden uns die Bürger sagen, das ist ein Schildbürgerstreich“. Die Gemeinde Planegg habe sich in der Vergangenheit eine Vorbildfunktion in Umwelt- und Naturschutzsachen ans Revers geheftet. Das passe für ihn nicht mit einem Bau auf diesem Grundstück zusammen. Richter: „Eine hochwertigere Fläche hat Planegg nicht."

Victoria Strachwitz

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