Andrea Burkhardt bayernweit das Gesicht einer Werbekampagne für die Sicherheitswacht.
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„Engagieren Sie sich“: Unter diesem Motto war Andrea Burkhardt bereits bayernweit das Gesicht einer Werbekampagne für die Sicherheitswacht.

Bürgermeister sieht Diskussionsbedarf in Fraktionen

Planegg: Skepsis gegenüber Sicherheitswacht

  • Nicole Kalenda
    vonNicole Kalenda
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Thomas Sorgalla, Leiter der Polizeiinspektion 46, möchte eine Würmtaler Sicherheitswacht installieren. Der Planegger Gemeinderat ist skeptisch. Mitte Mai wird Sorgalla in Gräfelfing für die ehrenamtlichen Helfer werben.

Planegg – Die Einführung einer Sicherheitswacht war schon im Sommer 2019 Thema eines Runden Tischs mit Vertretern der Polizei, der Jugendhäuser und der Firma SLPN, die seit 2017 als privater Sicherheitsdienst im Auftrag der Gemeinde tätig ist. Eine Sicherheitswacht besteht aus von der Polizei geschulten Ehrenamtlichen, die ein Bindeglied zwischen Polizei und Bürgern darstellen sollen und mehr Kompetenzen haben als ein privater Sicherheitsdienst. Ihr Einsatz wird durch die Inspektion koordiniert. Sie sind befugt, die Identität von Personen festzustellen, einen Platzverweis zu erteilen und personenbezogene Daten an Polizei und Gemeinde zu übermitteln.

Sorgalla hat schon einmal eine Sicherheitswacht aufgebaut

„Ich wäre als Dienststellenleiter sehr dankbar, wenn ich jemanden hätte, der uns zur Seite steht“, sagte Sorgalla, der Erfahrung mit der Sicherheitswacht hat. Vor seinem Wechsel ins Würmtal richtete er im Bereich der Inspektion 42 in München-Neuhausen eine ein. Von dort brachte er am Donnerstag zwei Sicherheitswachtler in den Gemeinderat mit: Andrea und Manfred Burkhardt. „Man tut etwas für sein Viertel. Man ist der, der näher am Bürger dran sein kann, weil man mehr Zeit hat“, sagte Manfred Burkhardt. Und Andrea Burkhardt nannte es „mehr eine Sache der Präsenz, wenn wir auf Streife sind“.

Der Einsatz der Sicherheitswacht ergänzend zur Polizei zum Beispiel bei Veranstaltungen wie Weinfest oder Kundgebung spare Personal und ermögliche auf diese Weise, bei Bedarf nachts mehr Streifen durchs Würmtal fahren zu lassen, so Sorgalla. „Ich verwehre mich gegen Ausdrücke wie Bürgerwehr oder Blockwart. Sicherheitswachtangehörige sind Leute aus der Gemeinde, die Sie persönlich kennen.“ Ihre Aufgabe sei nicht, eine Straftat zu verfolgen. „Sie sind nur dafür da, Dinge zu erkennen, Ansprechpartner zu sein für die Bürger und Ordnungsstörungen zu beseitigen. Das ist eine große Hilfe.“

Max Gum-Bauer (FWD) sah das „Angebot als Entlastung für die PI 46 und die Gemeinde“ und sprach die Hoffnung aus, durch eine Sicherheitswacht die Stunden des von der Gemeinde bezahlten Sicherheitsdienstes reduzieren zu können. Peter von Schall-Riaucour (Liste FDP) sagte: „Gerade im Hinblick auf die U-Bahn, die wir in Martinsried bekommen, halte ich die Sicherheitswacht für eine interessante Alternative.“

Ablehnung quer durch die politischen Gruppierungen

Skepsis zog sich durch die Fraktionen. Felix Kempf (SPD) sagte: „Ich bin noch nicht ganz überzeugt.“ Sein Parteigenosse Roman Brugger sah die Sicherheitswacht „ein bisschen kritisch“ und Fritz Haugg (FDP) erklärte: „Es ist nicht Aufgabe der Bürger, für die Sicherheit zu sorgen, sondern Aufgabe der Polizei.“ Florian Großelfinger (CSU) nannte Burkhardts „sehr sympathische Beispiele für die Sicherheitswacht“, gab aber zu: „Mein Bauchgefühl sagt mir, ich will das nicht.“ Angelika Lawo (gG21) sagte: „Es entspricht erst mal nicht meiner Einstellung.“ Bastian Stibbe (Grüne) „konnte den Begründungen für eine Sicherheitswacht im Würmtal nicht folgen“.

Ohne die Unterstützung der Gemeinden möchte Sorgalla die Sicherheitswacht nicht durchdrücken. Eine Entscheidung fiel nicht im Gemeinderat. Bürgermeister Hermann Nafziger: „Wir werden das in den Fraktionen diskutieren.“

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