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Die Stockschützen warten sehnsüchtig auf eine Beseitigung der Mängel.

Obwohl die Gemeinde den Rechtsstreit um die Stockbahnen gewonnen hat

Planegg strebt Vergleich an

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Die Gemeinde Planegg hat den Rechtsstreit um die Stockbahnen am Feodor-Lynen-Gymnasium gewonnen. Knapp neun Monate nach dem Urteil bemüht sie sich jetzt um einen Vergleich mit der Firma für Garten-, Landschafts- und Sportstättenbau, der das Gericht „mangelhafte Bauausführung“ attestierte.

Planegg – Der Prozess vor dem Landgericht München I zog sich über zweieinhalb Jahre hin. Ein Sachverständiger musste gefunden, ein Gutachten samt Ergänzungsgutachten erstellt werden. Das Ergebnis war eindeutig: Nur an sechs von insgesamt 48 Messstellen auf den acht Bahnen wurden die Ebenheitsanforderungen nach den Richtlinien des internationalen Eisstockverbands (IFE) eingehalten.

Das Gericht kam im Februar zu dem Schluss, dass eine punktuelle Ausbesserung des Pflasterbelags der acht erst 2013 gebauten Bahnen nicht ausreichend sei, und erkannte einen Anspruch der Gemeinde auf rund 50 000 Euro Kostenvorschuss an. Die Firma verzichtete darauf, in Berufung zu gehen, und überwies die Summe.

EC Planegg-Geisenbrunn möchte vier Bahnen überdachen

Dass seitdem noch nicht Hand an die Bahnen gelegt wurde, liegt auch an den Wünschen ihres Nutzers, des EC Planegg-Geisenbrunn. Der Verein möchte die Bahnen wie schon das auf der Anlage gebaute Vereinsheim in Erbpacht übernehmen, allerdings nur in einwandfreiem Zustand und zur Hälfte überdacht. Die Überdachung strebt der Verein bereits seit mehreren Jahren an, im Prozess war sie jedoch kein Thema. „Das Urteil sieht vor, dass die Firma die Kosten für den mangelfreien Zustand der acht Bahnen übernehmen muss. Mehr gibt es nicht her“, sagt Stefan Schaudig, Geschäftsleiter der Gemeinde Planegg. „Die Überdachung ist eine neue Leistung, darauf kann das Urteil nicht Bezug nehmen.“

Nun könnte die Gemeinde die Bahnen zunächst komplett erneuern lassen auf Kosten der verurteilten Firma und dann wieder einen Teil abreißen, um Platz für die Fundamente der Überdachungsstützen zu schaffen. Sobald die dann stehen, müssten die Bahnen nochmals eingerichtet werden. Das, so Schaudig, sei widersinnig.

Gesprächen laufen

Der von der Gemeinde beauftragte Anwalt empfahl, einen Vergleich mit der Firma einzugehen, weil man, so Schaudig, „sonst vermutlich keinen Anspruch auf Kostenerstattung hat“, wenn man freie Hand bei der Erneuerung der Bahnen inklusive Überdachung haben möchte. 50 000 Euro gingen bereits an die Gemeinde. Schaudig schätzt, dass der Neubau der acht Bahnen auf 100 000 Euro kommt. Jetzt ist es Verhandlungssache, wie viel die Firma der Gemeinde noch überweist. Schaudig: „Derzeit laufen die Gespräche.“ Bürgermeister Heinrich Hofmann äußerte im jüngsten Gemeinderat die Hoffnung, noch vor Beginn der Haushaltsberatungen mit einem Ergebnis aufwarten zu können.

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